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Borkheider Gedenkstätte saniert

Volkstrauertag Borkheider Gedenkstätte saniert

Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft ist am Sonntag im Fläming bei diversen Gedenkveranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages gedacht worden. In Borkheide ist rechtzeitig zu diesem Termin auf dem Friedhof die neu gestaltete Kriegsgräberstätte für 15 junge Soldaten übergeben worden.

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Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen/Borkheide. Mit diversen Gedenkstunden ist am Sonntag in mehreren Orten des Flämings der Volkstrauertag begangen worden. In Treuenbrietzen legten rund 30 Stadtverordnete und Bürger an drei Gedenkstätten Kränze nieder, um Kriegstoten und Opfern von Gewaltherrschaft zu gedenken. In seiner Andacht am Ehrenhain in der Jüterboger Straße spannte Pfarrer Gunther Seidel einen Bogen von der Nazizeit zu heutigen Kriegsschauplätzen und Terrorismus. Der Geistliche rief dazu auf, sich aktiv gegen neueste Entwicklungen zu stellen, die mit Gewalt die Freiheit der Menschheit bedrohen und dafür den Glauben missbrauchen.

Auch Bürgermeister Michael Knape (parteilos) rief in seiner Ansprache dazu auf, aus den Erfahrung der jüngsten Geschichte zu lernen, um heute „giftigen Trieben den Nährboden zu entziehen“. Mit Sorge registriere er in der aktuellen Weltpolitik Strömungen, mit denen Hass gegen andere Völker und Andersdenkende „wieder salonfähig gemacht werden“, sagte Knape im Ehrenhain. Es folgten Kranzniederlegung auf dem Friedhof an der Belziger Straße und traditionell in einem Ortsteil – diesmal in Dietersdorf.

Stolz  auf die  neue Gedenkstätte   in Borkheide sind Gunnar Lange, Christa von Falkenhausen und Lothar Hammes (v

Stolz auf die neue Gedenkstätte in Borkheide sind Gunnar Lange, Christa von Falkenhausen und Lothar Hammes (v. l.).

Quelle: privat

In Borkheide ist rechtzeitig zum Volkstrauertag auf dem Friedhof die neu gestaltete Kriegsgräberstätte übergeben worden. Dort liegen 15 Soldaten, die in Folge von Kampfhandlungen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges gefallen sind, begraben.

Eine Grünfläche von 110 Quadratmetern ist mit Granitplatten eingefasst worden. Drei Granitkreuze stehen auf der hinteren Seite der Anlage. Im vorderen Bereich, nahe der Holzkirche, sind Tafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten auf kleinen Sockeln aus Soralampophyr, einem aus der Lausitz stammenden Stein, angebracht. Die Daten lassen erkennen, wie blutjung die gefallenen Soldaten waren. Zwei von ihnen waren 17 Jahre alt, Günter Herold wäre einen Tag nach seinem Tod 19 geworden. Nur der Name eines Gefallenen ist bislang unbekannt. Acht der jungen Männer, die höchstwahrscheinlich der Division „Hutten“ der 12. Armee unter General Wenck angehört haben, fielen am 29. April 1945. Drei andere erlagen in den Nachkriegsmonaten ihren Verletzungen. Im Borkheider Schloss war in dieser Zeit ein Lazarett eingerichtet.

Informationstafel zu Kriegsgeschehen geplant

Die Neugestaltung der Gedenkstätte, die vom Planer Gunnar Lange aus Bad Belzig entworfen worden ist, kostete rund 20 000 Euro. Die Kosten trägt der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Der Lübnitzer Lothar Hammes vom Landschaftbaubetrieb „Neuland“ hat die Arbeiten ausgeführt. Die amtierende stellvertretende Brücker Amtsdirektorin, Marion Jahn, zeigte sich bei der Übergabe der Gedenkstätte am Freitag beeindruckt. „Ich habe es mir vorher so nicht vorstellen können“, räumte sie ein. „Es ist toll geworden, eine würdige Anlage ist entstanden“, sagte auch Christa von Falkenhausen vom Gemeindekirchenrat in Borkheide. Den alten Stein, der die Begräbnisstätte bisher markierte, hat der Kirchenrat behalten. Er soll womöglich auf dem Friedhof aufgestellt werden. Christa von Falkenhausen wünscht sich nun noch eine Erklärungstafel zu den Hintergründen der Ereignisse rund um Borkheide, die zum Tod der Männer geführt haben. Da die veranschlagten Kosten nicht ganz aufgebraucht worden sind, will Planer Gunnar Lange dafür einen Vorschlag erarbeiten und Erfahrungen aus Schlalach nutzen.

Dort hatte der Planer ebenfalls am Freitag ein neue Informationstafel an der Kriegsgräberstätte enthüllt. Auf dem Dorffriedhof sind 99 Soldaten bestattet – 50 namentlich bekannte und 49 unbekannte Soldaten. Dort wurde die Anlage schon im Sommer neu gestaltet. Jetzt kam eine Tafel mit den Erklärungen über die Kämpfe rund um Schlalach hinzu. Die Frontlinie in den letzten Kriegstagen verlief entlang der heutigen Bundesstraße  2. dort traf die Armee Wenck auf Einheiten der 1. Ukrainischen Armee. Es kam zu erbitterten Kämpfen in der ganzen Region. Auch deren Opfern ist anlässlich des Volkstrauertages gedacht worden.

Von Andreas Koska und Thomas Wachs

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