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Borkwalder Kinder putzen keine Zähne mehr

Entscheidung in der Kita Borkwalder Kinder putzen keine Zähne mehr

Mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung fiel die Entscheidung im Borkwalder Kita-Ausschuss eindeutig aus: In der Kita „Regenbogen“ bleibt das Zähneputzen auch künftig abgeschafft. Zuvor hatte es eine lebhafte Debatte über das Für und Wider gegeben, an der sich auch eine Zahnärztin beteiligte.

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Auf Obst brauchen die Kita-Kinder nicht verzichten.

Quelle: Koska

Borkwalde. Die Zahnbürsten der Kinder in der Borkwalder Kita „Regenbogen“ können weiterhin zu Hause bleiben. In der Einrichtung wird auch in Zukunft auf das Zähneputzen verzichtet, wie der Kita-Ausschuss am Dienstagabend beschloss. Sechs Vertreter – darunter mit Katja Salzer und Christian Frank zwei Eltern – stimmten dafür, lediglich eine Mutter dagegen und der Vorsitzende des Ausschusses, Egbert Eska, enthielt sich seiner Stimme.

Der Entscheidung ging eine lebhafte Diskussion über das Für und Wider voraus. Seit September 2015 werden in der Kita keine Zähne mehr geputzt. Diese Entscheidung des Erzieherteams rief viele Eltern auf den Plan – die Initiative „proKita“ sammelte 61 Unterschriften von Müttern und Vätern, die sich für die Wiedereinführung des Zähneputzens aussprachen. Besucht wird die Kita „Regenbogen“ aktuell von 82 Kindern. „Wir fordern, dass das tägliche Zähneputzen in der Kita wieder eine gelebte Selbstverständlichkeit wird und dann auch bleibt. Dafür setzen wir uns vehement ein“, sagte Ulrike Petrus von der Initiative gegenüber der MAZ.

Aktuell sind 82 Kinder in der Kita gemeldet

Zur Unterstützung der Eltern war auch die Leiterin des Zahnärztlichen Dienstes beim Landkreis, Agnes Lehmann, beim Kita-Ausschuss dabei. „Die Eltern sind zwar morgens und abends die Hauptverantwortlichen, wenn es um saubere Zähne geht. Aber auch nach dem Mittagessen und vor dem Mittagsschlaf ist das Putzen besonders wichtig“, betonte die Stomatologin und bat, die sich abzeichnende Entscheidung zu überdenken. Sie bot der Kita „Regenbogen“ an, auch noch mal bei einem Elternabend zu dem Thema dabei zu sein.

So putzen andere Kitas

Während die Linther „Rappelkiste“ gerade von der Initiative „Kita mit Biss“ als beispielgebend ausgezeichnet worden ist, werden in der Brücker Kita „Planegeister“ seit Jahren keine Zähne mehr geputzt.

Diskussionen ums Putzen gab es vor wenigen Jahren auch in Borkheide. Hier wurde das Putzen nach Elternprotesten wieder eingeführt.

In den anderen Einrichtungen in Cammer und Golzow, die zu den kleineren Kitas gehören, ist ein Verzicht aufs Zähneputzen kein Thema – hier wird geputzt.

Kita-Leiterin Cordula Knüpfer stellte fest, dass niemand gänzlich gegen das Zähneputzen sei. Aber es einfach aufgrund der zeitlichen und personellen Ressourcen nicht machbar sei. Ihre Kollegin Katrin Lorenz schilderte den 15 anwesenden Eltern beispielhaft den Ablauf rund ums Mittagessen. „Kinder werden zu unterschiedlichen Zeiten mit dem Essen fertig, dann geht es in den Waschraum. Zeitgleich muss der Schlafraum vorbereitet und der Essensraum aufgeräumt werden.“ All das leiste eine Erzieherin, während sie manchmal auf bis zu 18 Kinder gleichzeitig achten müsse, so Lorenz’ Schilderung.

Die Zahnputz-Schlange am Waschbecken führe außerdem zu Konflikten und Unruhe – die zur Schlichtung benötigte Zeit gehe auf Kosten der pädagogischen Arbeit. „Dabei ist die Sicherheit der Kinder nicht gewährleistet“, stellte Lorenz fest. „Im vergangenen halben Jahr haben wir gemerkt, dass die Kinder dank der neuen Abläufe wesentlich ruhiger und ausgeglichener sind.“

Warterei führt zu Konflikten und Unruhe

Auch Bürgermeisterin Renate Krüger schlug sich auf die Seite der Erzieherinnen. „Die Kita tut viel für die Mundhygiene, sämtliche Vorschläge aus dem Projekt „Kita mit Biss“ – bis auf das Putzen selbst – werden befolgt“, berichtete Krüger. Sie sah sich in ihrer Rolle als Arbeitgeberin verpflichtet, den Pädagoginnen beizustehen. „Auch den Erzieherinnen muss die Arbeit Spaß machen, die Situation nach dem Essen überfordert doch alle“, ist sich Krüger sicher.

Jana Weiß von „proKita“ versuchte es mit einem Kompromissvorschlag: „Vielleicht könnten wir auf das Nachputzen verzichten, dass spart Zeit.“ Sie bat außerdem darum, eine endgültige Entscheidung erst nach dem vorgeschlagenen Elternabend zu fällen. Dieser Vorschlag stieß allerdings auf taube Ohren. Katrin Lorenz bot lediglich an, den Kindern das Putzen in regelmäßigen Abständen als offenes Angebot anzubieten. „Das wäre sicher für die Kinder, die Zuhause gar nicht putzen, wichtig“, schloss sie.

Von Andreas Koska

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