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Borkwalder könnten wieder Streife laufen

Sicherheitspartnerschaft erwogen Borkwalder könnten wieder Streife laufen

Die Gemeinde Borkwalde prüft die Wiederbelebung der Sicherheitspartnerschaft. Die Kooperation zwischen Ordnungshütern und Bürgern bestand schon einmal zwischen 1997 und 2006. Der Ort gilt nicht als Kriminalitätsschwerpunkt, obwohl sich die Zahl der Delikte seit 2013 verdoppelt hat.

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Polizeihauptkommissar Siegfried Kietz kümmert sich um Prävention in Borkwalde und Borkheide

Quelle: Koska

Borkwalde. Die Angst vor Wohnungseinbrüchen wächst. In der Waldgemeinde wird über eine Wiederbelebung einer Sicherheitspartnerschaft debattiert.

Siegfried Kietz war in der jüngsten Gemeindevertretersitzung zu Gast. Dort hat der Präventionsbeamte hat den Sinn und Zweck einer solchen Zusammenarbeit zwischen Bürger und Polizei sowie deren Möglichkeiten erläutert. „Die Sicherheitspartner haben Jedermannsrechte“, sagt er. „Sie sollen die Augen offen halten, Bürgergespräche führen, in so genannten subjektiven Angsträumen unterwegs sein und zum Beispiel Senioren begleiten“, so der Polizeihauptkommissar.

Im Nachbarort erfolgreich praktiziert

Dabei verwies der Kollege von der Polizeiinspektion Brandenburg auf die Zusammenarbeit mit eine Gruppe im Nachbarort Fichtenwalde. Sie besteht seit Jahren und wird als erfolgreich eingestuft. Der aktuelle Fall vom Wochenende, als Wertkassetten aus einem Einfamilienhaus gestohlen wurden widerspricht dem eher nicht.

„Wir haben uns über Sicherheitspartnerschaften informieren wollen, da es solche Überlegungen im Ort gibt“, erläuterte Renate Krüger (Die Linke). „Wir werden darüber nachdenken und uns dann positionieren“, sagte die Bürgermeisterin.

Taschenlampen, aber keine Waffen

Seit 1995 gibt es den Erlass zur Kommunalen Kriminalitätsverhütung. Er räumt die Möglichkeit ein, Sicherheitspartnerschaften zu schließen.

Sicherheitspartner müssen ein Führungszeugnis vorlegen, erhalten eine Ernennungsurkunde, einen Ausweis mit Passbild, eine Jacke mit entsprechender Aufschrift, ein Notizbuch und eine Taschenlampe. Eine Waffe gibt es nicht.

Die Ehrenamtlichen haben Jedermannrechte , das heißt beobachten, ansprechen und falls auf frischer Tat ertappt, festhalten. Das Diebesgut kann gesichert werden, ohne jedoch Durchsuchungen vornehmen zu können.

Die Aufwandsentschädigung beträgt 35,52 Euro im Monat. Das Land Brandenburg gewährt im Dienst den Versicherungsschutz.

Die Gruppe sollte nach Polizeiempfehlung maximal zehn Personen umfassen. Eine enge Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt ist notwendig, monatlich finden Beratungen statt.

Rein statistisch gehört Borkwalde keinesfalls zu besonderen Kriminalitätsschwerpunkten. Zwar ist in dem Ort ein Anstieg bei Hauseinbrüche von 100 Prozent zu verzeichnen – allerdings von einem Delikt im Jahr 2013 auf zwei im Vorjahr. Damit liegt Borkwalde jedoch am unteren Ende der Skala. „Man darf nicht nur auf den prozentualen Anstieg schauen, sondern muss dabei auch das Niveau betrachten“, so Siegfried Kietz. Immerhin: Dieses Jahr stehen schon mindestens ein KFZ-Diebstahl und ein Wohnhaus-Einbruch in der Birkenstraße auf der Liste.

Schon einmal gab es eine solche Institution

Die Ortsausschussvorsitzende Monika Augele steht einer Sicherheitspartnerschaft eher skeptisch gegenüber. „Ich hätte Probleme damit, wenn Bürger Streife laufen“, sagt sie. „Der Überwachungsaspekt gefällt mir nicht“, so die Abgeordnete. Dass sie nicht von ungefähr Zweifel hegt, belegen Erfahrungen aus der Vergangenheit Von 1997 an gab es in Borkwalde schon einmal den Versuch einer Sicherheitspartnerschaft. „Es lief sehr gut“, erinnert sich Renate Bressel. Die Abgeordnete der Notgemeinschaft war damals Mitglied der siebenköpfigen Gruppe. Die Einschätzung wird von Marion Jahn bestätigt.

„Damals galt das Augenmerk den Bungaloweinbrüchen im Winter und diese sind dann erheblich zurückgegangen“, so die Ordnungsamtsleiterin. Als die Gruppe jedoch den Auftrag erhielt, zu erkunden, wo es überall Hunde gibt, um die Steuereinnahmen zu erhöhen, artete die Arbeit aus. Ein Mitglied soll zudem unerlaubt ein Grundstück betreten haben. Spätestens 2006 schlief die Kooperation ein.

Borkheide kein Kriminalitätsschwerpunkt

Trotzdem glaubt Marion Jahn, dass eine Sicherheitspartnerschaft sinnvoll sein kann. „Wenn die Schwerpunkte sinnvoll gesetzt werden und sich vernünftige Leute finden, dann kann sie erfolgreich sein“, so die Verwaltungsmitarbeiterin. Die Mitglieder sowie deren Aufgaben muss die Gemeindevertretung festlegen, die Berufung erfolgt dann für drei Jahre über die Polizeidirektion, sagte Siegfried Kietz. Einige Bürger verfolgten den Vortrag mit Interesse und können sich gut vorstellen, eine solche Aufgabe zu übernehmen.

Bemekenswert: Auch in Borkheide informierte Kietz die Abgeordneten über die Partnerschaft, ohne auch nur eine Debatte anzustoßen. Ein Schwerpunkt der Kriminalität ist die Kommune im Maßstab der Polizeiinspektion Brandenburg freilich ebenfalls nicht. Dessen ungeachtet gab es unlängst bereits einen Informationsabend der Polizei zur Sicherung von Grundstücken und Gebäuden.

Von Andreas Koska

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