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Borschtsch zur Balalaika

Russische Seele in Netzener Kirche Borschtsch zur Balalaika

Andrang in der Netzener Kirche: Der aus der Ukraine stammende Musiker Sergej Himera sorgt seit fast zehn Jahren zu Lichtmess für ein volles Haus, wenn er mit Balalaika, Akkordeon, Flöte und einem großen Kochtopf voll Borschtsch anreist und alle Sinne verwöhnt. Als Verstärkung hat er sich zwei befreundete Musiker mitgebracht.

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Stammtgast in Netzen: Sergej Himera (r.) mit Freunden.

Quelle: Christine Lummert

Netzen. In der Netzener Kirche ist der Sonntag, der dem kirchlichen Feiertag Lichtmess am nächsten liegt, traditionell ein Festtag. Der aus der Ukraine stammende Musiker Sergej Himera sorgt seit fast zehn Jahren für ein volles Haus, wenn er mit Balalaika, Akkordeon, Flöte und einem großen Kochtopf voll Borschtsch anreist und alle Sinne verwöhnt.

„Wir beziehen uns immer auf das Lichtmess-Fest, das genau 40 Tage nach Weihnachten gefeiert wird, weil man dann so langsam wieder an den Frühling denken kann“, erklärt Gemeindepädagogin Ines Hübner. Da mit Musik am besten gute Laune unter die Menschen gebracht werden kann, kommt Himera seit drei Jahren auch mit Verstärkung zum Konzert, um noch weitere Musikrichtungen abzudecken. „Mit Irmhild Müller-Lunk und Thomas Müller begleiten mich zwei Musiker, die vor allem eine Leidenschaft für irische Volkslieder haben“, erklärt Himera.

Musik und Instrumente handgemacht

Die Beiden machten auch den Anfang im Konzert und sorgten mit ihrer Musik auf Geige und Gitarre sofort für mitreißende Stimmung auf den Kirchenbänken. Himera, der seit 20 Jahren in Fichtenwalde zu Hause ist, deckte zuerst den anderen Teil der Gefühlspalette ab. Auf Balalaika und Flöte erklangen russische Melodien, die in ihrer Melancholie vom einsamen Leben in weiten Steppen und getrennten Liebespaaren erzählten. Nicht nur die Musik ist handgemacht, sondern auch die Instrumente. Besonders stolz ist Himera auf seine ukrainische Flöte. „Die hat ein blinder Musiker aus den Karpaten für mich gemacht und mit einem zusätzlichen Griffloch auf der Rückseite sind mit dieser Flöte mehr Griffvariationen möglich.“

Zur Person

Sergej Himera stammt aus der Ukraine und begann mit fünf Jahren Akkordeon zu spielen.

Als hauptberuflicher Musiker hat er in der Ukraine die Musikakademie besucht und diese mit einem Diplom als Orchesterleiter und Akkordeonlehrer abgeschlossen.

Nach einigen Berufsjahren auf der Krim zog Himera 1990 nach Berlin und lebt inzwischen seit über zehn Jahren mit seiner Familie in Fichtenwalde.

Seine langjährige Musikerfahrung gibt er auch als Musiklehrer weiter und unterrichtet Erwachsene wie Kinder an Keyboard, Klavier, Akkordeon, Gitarre, Mandoline und Balalaika.

Himera zeigte mit seinen Moderationseinlagen durchaus Alleinunterhalterqualitäten und auch deshalb haben sich die Zuschauerzahlen in der Netzener Kirche über die Jahre immer weiter gesteigert. Für einen Sitzplatz in der wohltemperierten Kirche mussten die letzten Zuhörer schon auf die Empore steigen. „Ich gebe regelmäßig Konzerte und bin auch als Musiklehrer tätig“, erklärt Himera, der beim alljährlichen Lichtmess-Konzert vor allem auf russische Melodien setzt. „Natürlich variiere ich auch das Programm, denn in den vielen Jahren, die ich schon als Musiker unterwegs bin, habe ich fast überall auf der Welt gespielt und verschiedene Musiktraditionen kennengelernt“, sagt Himera.

„Kalinka“-Klassiker darf nicht fehlen

In Netzen müssen aber natürlich auch die russischen Klassiker wie „Marussa“ und „Katjuscha“ erklingen, denn „darauf freut sich das Publikum besonders“. Gut gestärkt mit dem selbst gekochten Borschtsch und einem Gläschen Wodka im Magen kam vor allem beim großen Finale, zu dem der russische Klassiker „Kalinka“ erklang, noch einmal Bewegung ins Netzener Publikum.

Von Christine Lummert

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