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Potsdam-Mittelmark Boule-Spieler zieht es nach Brück
Lokales Potsdam-Mittelmark Boule-Spieler zieht es nach Brück
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00:26 29.08.2015
In Brück wird nun regelmäßig und eifrig Boule gespielt. Quelle: Andreas Koska
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Brück

Die französische Lebensart hält Einzug im Fläming. Den Sommer über kann im Kultur- und Seminarhaus „Alte Brücker Post“ Boule gespielt werden. In Frankreich ist dies ein Nationalsport. Er wird auf Marktplätzen und überall im öffentlichen Raum betrieben. Im Fläming ist das Geschicklichkeitsspiel noch relativ unbekannt. Doch kamen nun 15 Enthusiasten in das Planestädtchen, um die Kugel möglichst nah am Schweinchen — der kleineren Zielkugel — zu platzieren. Brücker Spieler waren noch nicht dabei. Die Fans des Kugelspiels reisten aus den Waldgemeinden Borkheide und Borkwalde sowie aus Bad Belzig und Cammer an. Einige waren bereits mit eigenen Kugeln ausgestattet. So auch Dirk Förster-Trallo. Der 35-jährige hat mit dem Spiel im Berliner Mauerpark begonnen. „Als ich gehört habe, dass es jetzt auch bei uns möglich ist, war ich sofort Feuer und Flamme“, erzählt der Bad Belziger.

Viele Spieler bringen Erfahrung mit

Auch Gerd Baumann hat schon Erfahrungen. Der 56-jährige spielte einige Male in Berlin-Reinickendorf mit. Fast alle Spieler sind ehemalige Berliner, die inzwischen im Fläming sesshaft sind. Nach einem kurzen Kennenlernen wurden vier Mannschaften, die aus jeweils drei Personen bestanden, gebildet. Ein kleines geselliges Turnier begann. Es sollte unter Lachen und ernsthaften Diskussionen sowie bei Wein und Cidre gut zwei Stunden dauern. Jeder Spieler nutzt zwei Kugeln, die möglichst nah an eine zur Beginn geworfene, kleine hölzerne Holzkugel gebracht werden müssen. Ein Punkt erzielt die Mannschaft, die ihre Kugel am nächsten zum Schweinchen platziert. Im Zweifel wird nachgemessen.

Immer wieder zielsicher das Bild zerstört

Die Idee für dieses neue Freizeitangebot im Fläming hatte Annie Tilmant. Die Französin wollte ein Stück Heimat nach Brück bringen. „Es ist ein tolles Spiel, bei uns spielt es jeder, es ist einfach, braucht wenig Platz und es ist vor allem sehr kommunikativ“, sagt die Mitbesitzerin des Seminarhauses. Gabriele und Manfred Votava aus Borkwalde beherrschen das Spiel bereits gut. Während sie die Kugeln platziert, ist ihr Mann der „Zerstörer“, der die gegnerischen Kugeln möglichst wieder aus dem Zielgebiet entfernt. So ging das Ehepaar dann auch als Sieger aus dem kleinen Wettkampf hervor.

Einzeln oder im Team

Beim Boule-Spiel, auch Petanque genannt, spielen zwei Mannschaften oder Formationen gegeneinander, die aus einem bis zu vier Spielern bestehen.

Ziel ist es, mit den eigenen Kugeln möglichst nah an eine Zielkugel zu gelangen. Dies und die gegnerischen Kugeln können dabei auch herausgedrückt oder weggeschossen werden.

In Frankreich wird die Zielkugel Cochonnet genannt, was in Deutsch Schweinchen bedeutet.

Gespielt werden können verschiedene Formationen: Beim Tête à tête — also „Kopf an Kopf“ — spielen zwei Gegner. Bei der Doublette, dem Doppel, spielen zwei und beim Triplette drei Spieler je Team.

Ab dem Doppel wird bei den Spielern zwischen dem Pointeur , dem „Leger“ und dem Tireur, dem „Schießer“, unterschieden. Im Triplette kommt noch der Milieu für die „Mitte“ dazu.

Ina Hänsch-Gladau ist eigens aus Jüterbog angereist. Die Müllerin, die zum ersten Mal spielte, entpuppte sich als Naturtalent. Sie legte ihre Kugeln stets nah ans Ziel. Trotzdem half es nichts, denn Manfred Votava zerstörte mit seinen Kugeln wieder zielsicher das Bild. Egal ob Sieger oder Besiegte, alle wollen zu in neuen Runde Boule wiederkommen. „Es hat Spaß gemacht“, sagt Gerd Baumann. Ihm hat gefallen, dass es nicht bitterernst zu Sache gegangen ist, der Spaß stand im Vordergrund. „Am 28. August sind ab 18 Uhr wieder alle, die Lust an dem Spiel haben oder es für sich entdecken wollen, eingeladen mitzumachen“, sagte die zweite Gastgeberin Ricarda Müller zum Abschied. Danach wird noch zweimal, am 2. und 4. Freitag im September gespielt. „Wenn das Wetter gut ist, vielleicht auch noch im Oktober“, kündigt die Geschäftsführerin der „Alten Brücker Post“ an.

Von Andreas Koska

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