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Brand in Beelitzer Asylheim: Haftstrafe

Berufungsverfahren am Landgericht in Potsdam Brand in Beelitzer Asylheim: Haftstrafe

Urteil im Berufungsverfahren gegen Björn K., der in der Silvesternacht auf 2013 das damals noch leerstehende Beelitzer Asylbewerberheim angezündet haben soll. Das Landgericht Potsdam verwarf die Berufung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Der Beschuldigte bleibt in Haft – allerdings nicht so lange wie von erster Instanz festgelegt.

Beelitz 52.239001 12.9700563
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Björn K. und ein Justizbeamter.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Beelitz/Potsdam. Björn K. wollte nicht, dass die Flüchtlinge in das geplante Asylbewerberheim Beelitz-Heilstätten einziehen und handelte „aus fremdenfeindlichen Motiven“. Davon war die Vorsitzende Richterin am Potsdamer Landgericht, Ulrike Phieler-Morbach, überzeugt und verwarf am Montag die Berufung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Beide Seiten hatten das Urteil des Potsdamer Amtsgerichts angefochten, das den 30-jährigen Brandstifter im Mai 2015 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt hatte.

Björn K.s Anwalt hatte Freispruch für seinen Mandanten beantragt, weil die Beweislage zweifelhaft war. Zeugen verweigerten die Aussage. Der 30-Jährige bestritt die Tat auch im Berufungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre und neun Monate Haft. Das Landgericht blieb nun deutlich unter dieser Forderung und am Ende sogar unter dem Urteil des Amtsgerichts: Für ein Jahr und sechs Monate muss Björn K. in Haft. Die nun geringere Strafe hänge damit zusammen, dass sich K. nicht nur wegen versuchter Brandstiftung in Tateinheit mit Sachbeschädigung verantworten musste, sondern mehrere Delikte wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis anhängig waren, erklärt Gerichtssprecherin Sabine Dießelhorst. Das Landgericht kam zu einer geringeren Gesamtstrafe als das Amtsgericht, weil die Einzeltaten anders beurteilt worden seien.

Strafmildernd für Björn K. wertete das Gericht, dass die Tat in Beelitz bereits mehr als drei Jahre zurückliegt. Strafverschärfend war der Umstand, dass der Falkenseer mehrfach vorbestraft ist und dreifach unter Bewährung stand, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahl und Hausfriedensbuch.

„Keiner will die Ausländer hier haben. Einer musste es ja tun.“ So soll Björn K. seine Tat später vor Bekannten erklärt haben: Der Havelländer will verhindern, dass das Asylheim in Beelitz-Heilstätten bezogen wird, zündet in der Silvesternacht von 2012 zu 2013 nach einer Party bei Bekannten eine Gardine und in einem anderen Raum des noch leerstehenden Gebäudes eine Matratze an. Der Gardinenbrand, ergibt später ein Gutachten, erlischt von selbst. Bei der Matratze kann der genaue Brandverlauf nicht mehr festgestellt werden. Durch den Brand sei „keine Substanzschädigung“ des Gebäudes entstanden, so das Gericht.

Björn K. konnte den Einzug von Flüchtlingen nicht verhindern. Das Haus mit 38 Plätzen, das den Beelitzer Spargelbauern Josef und Jürgen Jakobs gehört, öffnete 2013. Zum Zeitpunkt des Brandes stand die Sanierung des Gebäudes, das zuvor als Unterkunft für polnische Spargelhelfer diente, in den Anfängen. Durch das Feuer waren kleinere Schäden entstanden, die Flure waren verrußt.

Ein Anwohner hatte damals die Feuerwehr gerufen. Er hatte zunächst befürchtet, dass seine eigenen Feuerwerkskörper in das Heim geflogen seien und den Brand ausgelöst haben.

Von Marion Kaufmann

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