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Brandenburger Original schwimmt im Fläming

Elritze war lange im Land ausgestorben Brandenburger Original schwimmt im Fläming

Es ist inzwischen gut ein Jahr her, dass 600 Elritzen im Baitzer Bach im Hohen Fläming aus dem Sealife eingesetzt wurden. Der unscheinbare Fisch, der als Brandenburger Original im Land fast ausgestorben war, hat dort nun offenbar eine Heimat gefunden, denn Experten sagen: sie schwimmen weiterhin im Gewässer. Nur das mit dem Nachwuchs klappte bisher noch nicht.

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Sea Life-Aquarist Martin Hansel setzte gemeinsam mit jungen Umweltschützern wie Noah (r.) im Juni 2016 an die 600 Jungtiere ein.

Quelle: Thomas Wachs

Baitz. Sie sind für das bloße Auge oft unscheinbar und waren wegen Verschmutzungen aus den märkischen Gewässern verschwunden: Elritzen. Nachdem im vergangenen Jahr rund 600 der Tiere im Rahmen eines einmaligen Schutzprojektes zwischen dem Sea Life Berlin, das nicht nur Besuchern Fische zeigt, sondern sie in einer eigens eingerichteten Aufzuchtstation auch vermehrt, und dem Landesanglerverband Brandenburg im Baitzer Bach eingesetzt wurden, hat er offenbar neue Heimat im Fläming gefunden.

„Sie haben den Winter überlebt. Beim Probefischen im Juni wurden in den Netzen mehrere Elritzen gesichtet“, erklärt Sea Life-Pressesprecherin Nina Zerbe. Diese seien nicht nur an der Einsatzstelle, sondern in weiteren Ausläufen gesichtet worden.

Genauere Untersuchungen stehen seitens des Landesanglerverbandes allerdings noch aus, wie Ulrich Thiele berichtet. „Man kann davon ausgehen, dass die Elritzen soweit zurechtkommen“, meint der Mitarbeiter für Gewässerschutz beim Anglerverband.

Elritzen sind für viele eher unscheinbar

Elritzen sind für viele eher unscheinbar.

Quelle: Thomas Wachs

Nachwuchs gibt es bei dem Brandenburger Original allerdings noch nicht. „Durch den vielen Regen haben die Bäche viel Wasser und damit eine zu hohe Fließgeschwindigkeit“, meint Zerbe. Die Eier wären weggeschwommen. Ohnehin sind die Fische eine besondere Herausforderung. Sie laichen nur bei bestimmten Bedingungen. Stimmen die, dann könnte es zuweilen eine „explosionsartige Vermehrung geben“, meint Gewässerschutzexperte Thiele.

Dass sich der Bestand der Elritzen im Baitzer Bach erheblich minimiert hat, glaubt indes Klaus Baaske vom Anglerverein Bad Belzig. Nur sehr selten hat er eines der Tiere zu Gesicht bekommen. Ähnlich sieht das der Leiter des Hegefischens, Harry Hölzer. „Wir haben welche, aber es sind weniger“, sagt der Neuendorfer. Grundsätzlich könne man aber noch keine Zahlen nennen und müsse die Entwicklung langfristig beobachten.

Problematisch sind Biber und Otter. Vier, vielleicht sogar fünf Fischotter finden sich allein in der Region unterhalb von Bad Belzig. Durch die Biber verändern sich zudem die Systeme. „Das gestaute Wasser erwärmt sich schneller“, erklärt Thiele. Elritzen aber seien ein Indikator für ein intaktes Ökosystem, erklärt die Sea Life-Sprecherin. Dass die Fische weiterhin gesichtet werden, ist für sie ein positives Zeichen. „Es zeigt, dass es möglich ist, etwas zu bewirken, wenn alle zusammenarbeiten“ – und meint damit auch die Landwirte. Das Schutzprojekt läuft weiter.

Rund 100 Tonnen Kies wurden jüngst vom Sea Life angeschafft, finanziert durch mehr als 1500 Euro, die Besucher spendeten. Ausgebracht wird der bei Wittstock/Dosse. Neue Einsätze des seltenen Fisches gibt es aber erst im nächsten Jahr – wenn die Bedingungen stimmen sollten.

Von Christin Iffert

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