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Brandopfer beziehen endlich neues Zuhause

Zu Hause in Rädigke Brandopfer beziehen endlich neues Zuhause

Vier Generationen der Familie Ehrenberg lebten bis zu einem schicksalhaften Tag im Winter 2014 unter einem Dach. Dann brannte ihr Haus ab, ein technischer Defekt war die Ursache. Der Wiederaufbau ging langsam vonstatten – und die Familie aus dem kleinen Ort Rädigke musste noch andere Schicksalsschläge verwinden.

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Marco und Peter Ehrenberg verloren all ihr Hab und Gut.

Quelle: Sommer

Rädigke. „Eine Woche vor Ostern sind wir wieder eingezogen“, sagt Peter Ehrenberg. Der 69-Jährige Rädigker mit dem markanten Schnurrbart sitzt am Küchentisch einer funkelnagelneuen Küche. Fast scheint es, als ob die Farbe noch zu riechen wäre.

Und obgleich das alte Wohnhaus der Rädigker Wassermühle - sein zu Hause seit Kindertagen - im Innern vom Boden bis an die Decke in neuem Glanz erstrahlt, liegt ein deutlicher Schatten über dem scheinbaren Wohnglück.

Das schicke Mobiliar und die frisch sanierten Wände und Böden erinnern die Ehrenbergs tagtäglich auf ihre Art an jenen Tag im November 2014, als ihr gesamtes Hab und Gut einem Feuer anheim fiel.

Peter Ehrenberg konnte nichts tun

„Uns blieb nur das, was wir am Körper trugen“, erinnert sich Ehrenbergs Sohn Marco. Er bewohnt mit seiner Familie das Obergeschoss des Hauses und war an jenem Tag mit seinen Lieben in Niemegk, auf dem Weihnachtsmarkt.

Inn der neuen Küche sehen sich die Ehrenbergs manchmal noch Fotos ihres alten Hauses an – für alle sind das schmerzliche Erinnerungen

Inn der neuen Küche sehen sich die Ehrenbergs manchmal noch Fotos ihres alten Hauses an – für alle sind das schmerzliche Erinnerungen.

Quelle: Sommer

Der Vater, vom Rauchmelder aufgeschreckt, bemerkte damals als Erster das Feuer. Als er die Badtür öffnete, brannten Decke und Dusche bereits lichterloh, Peter Ehrenberg konnte nichts tun, um sein Haus zu retten. Die Feuerwehr wurde alarmiert, die Hausbewohner konnten sich nur noch in Sicherheit bringen.

„Aus unserer Wohnung im Erdgeschoss konnten wir nur noch Kleinigkeiten mitnehmen“, erzählt Peter Ehrenberg weiter. Einige Fotos, Dinge, die auf die Schnelle hinaus getragen werden konnten. Kurze Zeit später war das zu Hause der Ehrenbergs, in dem bis dato vier Generationen lebten, unbewohnbar.

Schleppender Wiederaufbau

„Den Wiederaufbau hatte ich mir einfacher vorgestellt“, fährt Peter Ehrenberg mit seinen Erzählungen fort. Zumal die Versicherung den Schaden, hervorgerufen durch einen technischen Defekt, übernahm.

Weil nachfolgend der Dachstuhl verändert werden sollte, musste eine Baugenehmigung beantragt werden. „Die kam erst Ende April“, so der Hausherr. Bis die einzelnen Gewerke – vom Fliesenleger bis zum Maler – anrückten verging wiederum Zeit.

„Die Handwerker waren alle ausgebucht“, sagt Ehrenberg über die lange Sanierungsphase. Erst jetzt sind alle Arbeiten, bis auf einige Kleinigkeiten, erledigt.

Ehrenbergs 15-jähriger Enkelsohn war der erste, der nach dem Brand im Haus übernachtete. „Endlich hört man morgens wieder die Vögel singen“, sagte er damals zu seinem Opa.

Viele Unterstützer und Helfer

Über die Hilfe, die der Familie von allen Seiten zuteil wurde, ist Peter Ehrenberg sehr dankbar. Er erzählt von Unterstützern und Helfern aus dem Dorf, dem Amt Niemegk und sogar von einer Sammlung in Berlin, die von einer Nachbarin organisiert wurde.

Die Zeit ohne ein eigenes Dach über dem Kopf verlebte die Familie in Niemegk, dort hatte sie bei Verwandten ein Übergangsquartier gefunden. Alle, bis auf Rauhaarteckel Walter konnten sich mit dem Quartier auf Zeit anfreunden.

Doch schmerzhafte Erinnerungen sind immer da: „Meine Mutter ist mittlerweile verstorben, sie hat bis zum Brand auch hier gewohnt.“ Der Weg der Familie in ihr neues Haus, ist schwer. Doch das Heim wird jeden Tag vertrauter.

Von Christiane Sommer

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