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Potsdam-Mittelmark Breite Front für Erhalt des Babyschwimmens
Lokales Potsdam-Mittelmark Breite Front für Erhalt des Babyschwimmens
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00:18 29.07.2017
In Bad Belzig ist es vorerst vorbei mit dem Spaß im Babybecken. Quelle: MAZ-Archiv
Bad Belzig

„Kinder auf dem Lande brauchen eine Lobby.“ Zu diesem Schluss kommt Matthias Täge. „Es wäre nötig, Angebote für junge Familien wie das Bewegungsbecken im Krankenhaus Bad Belzig nicht zu schließen, sondern auszubauen“, sagt der Direktkandidat der Piraten für die Wahl zum Bundestag. Künftig soll der Gesetzgeber dafür Sorge tragen, dass Einrichtungen wie das Ernst-von-Bergmann-Klinikum zum Erhalt und Ausbau der medizinischen Grundversorgung verpflichtet werden, so der Bewerber aus Reetz.

Die MAZ-Berichterstattung über die Einstellung von Wassergymnastik und Babyschwimmen im Krankenhaus hat auf allen politischen Ebenen für Unmut gesorgt. Die Geschäftsführung hatte mitgeteilt, die 100 000 Euro teure Reparatur der Filtertechnik sei zu teuer und die Nutzung der Stein-Therme vorgeschlagen.

100.000 Euro Kosten will das Krankenhaus nicht tragen

„Das wäre ein herber Verlust“, ahnt Günter Baaske (SPD). Wie der Wahlkreisabgeordnete im Landtag Brandenburg berichtet, habe seine Familie positive Erfahrungen beim Babyschwimmen gesammelt und als ehemalige Gesundheitsminister wisse er um die therapeutische Wirkung aller Angebote im Wasser. Nicht nur, dass er die Richtigkeit der Entscheidung bezweifelt, sondern auch die Argumente.

Die Kostenangabe sollte geprüft werden, sagt Günter Baaske. Er selbst wolle Gespräche führen und empfiehlt den Lokalpolitikern, mit ihren Beschlüssen die Wichtigkeit der medizinischen Grundversorgung in der Kreisstadt zu dokumentieren.

Baaske: Kosten müssen geprüft werden

Die Linksfraktion des Kreistages Potsdam-Mittelmark, der immerhin mit 25,1 Prozent Eigner des Hauses ist, vertritt einen ähnlichen Standpunkt. Gegen die weitere Benachteiligung der Menschen in der Peripherie wollen sie sich einsetzen, heißt es nach einer Beratung der Fraktion am Montagabend. Die Geschäftsleitung eines kommunalen Konzerns habe eigentlich die Pflicht, die Entscheidungen, die Gründe und die unmittelbare Auswirkung auf die kommunale Versorgung transparent darzulegen, findet Thomas Singer.

Sie hätte sogar Alternativen für den Erhalt des Angebots aufzeigen müssen, statt Tatsachen zu schaffen, ärgert sich der Vorsitzende. „Dreist ist es, den Versorgungsauftrag auf andere abschieben zu wollen, wohlwissend, dass es selbst mit diesem Anbieter weiter einen Engpass geben wird.“

Investition sollte eigentlich kein Problem sein

Die Investition sollte für das Ernst-von-Bergmann-Klinikum kein Problem sein, findet Burkhard Kroll. Bestenfalls habe der nicht gerade beliebte Arbeitgeber noch mehr Probleme als andere, um Fachkräfte für die Physiotherapie zu finden. Der niedergelassene Kinderarzt verweist auf die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit, als im Abstand von ein bis zwei Jahren Leistungsabbau wider alle Proteste betrieben wurde.

Den befürchtet der Mediziner mehr denn je mit der Trockenlegung des Schwimmbeckens. So wie die jüngsten Entscheidungen ans Tageslicht kommen und sich Politiker von Rang schon als belogen verstanden haben, „fällt es dem Bürgerbündnis für den Gesundheitsstandort schwer, in der Führung der Klinikgesellschaft einen sachlichen Informationspartner zu sehen.“

Von René Gaffron

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