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Potsdam-Mittelmark Bronze-Skulptur ist nach New York verkauft
Lokales Potsdam-Mittelmark Bronze-Skulptur ist nach New York verkauft
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00:20 01.09.2017
Kunstgießer Klaus Cenkier in der Sonderausstellung auf der Burg Ziesar. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Ziesar

Zwischen einem Wohnzimmerfenster mit Blick auf Manhattan und ihrem Kamin soll es künftig glänzen - das „Mondsegel“. Für Lucy Victoria Phillips aus New York war es Liebe auf den ersten Blick. Bei einem Besuch der Bildhauerausstellung im Museum der Burg Ziesar war die Uni-Dozentin von der Skulptur aus hochpolierter Silikonbronze so begeistert, dass sie Klaus Cenkier ein Kaufangebot machte, das dieser nicht abschlagen konnte.

Über Geld wird zwar nicht gesprochen, doch die Versicherungssumme für die Überführung in einem Schiffscontainer liegt im fünfstelligen Bereich.

Jede Menge los auf der Burg

Die derzeit auf der Burg Ziesar zu sehende Sonderausstellung umfasst etwa 100 Werke von sechs Bildhauern. Die Künstler kennen Ziesar. Sie nahmen im vorigen Herbst am Symposium „Flug der Bronze“ teil und fertigten die bronzenen Reliefs mit Motiven aus der Stadtgeschichte.

Als Begleitung zur aktuellen Ausstellung findet am 9. September um 15 Uhr eine geistliche Chormusik des Ökumenischen Kirchenchores Friesack in der Burgkapelle statt. Derzeit wird im Museum an einem Film über die beiden Ausmalungsphasen der Kapelle 1470 und 1530 gearbeitet.

Unter dem Motto „Die Burg Ziesar wird belagert“, findet am 16. und 17. September wieder ein Mittelalterfest rund um die Bischofsresidenz statt. Höhepunkt am Sonnabend ist eine neue Theateraufführung mit Laiendarstellern aus Glienecke. Am Sonntag gibt es die Schlacht um die Burg.

Das „Mondsegel“ war samt dunkelpatiniertem Bronze-Sockel und stählernem Untergestell ein Hingucker in der laufenden Sonderausstellung, bei der sich sechs Bildhauer den Themen Reformation und Religion nähern. „Im weitesten Sinne passte die Arbeit gut auf die Burg. Denn der Mond spielt wie die Sonne in vielen Religionen einen große Rolle“, findet Cenkier, in dessen Köpernitzer Kunstgießerei die begehrte Skulptur entstand.

Nicht im Traum hätte sich der Künstler vorstellen können, dass die in limitierter Auflage gegossene Arbeit eines Tages über den großen Teich verkauft werden würde. „In großen Städten kann das bei Ausstellungen schon mal passieren. Doch in Ziesar war der Zufall im Spiel, weil die Dame während einer Vortragsreihe durch Europa von Berliner Freunden mit auf die Burg genommen wurde“, berichtet Cenkier.

Verkauft nach New York: „Mondsegel“ von Klaus Cenkier. Quelle: privat

Maximal sieben Exemplare wird es vom „Mondsegel“ geben. So lange gelten Werke in der Branche als Original. Ein erste Ausgabe steht bereits bei einem deutschen Sammler zeitgenössischer Kunst. Mit einem Verkauf der Bronze-Skulptur aus der Ausstellung heraus hatte auch Museumsleiter Clemens Bergstedt nicht gerechnet.

Aber der leere Platz im Ausstellungsraum konnte schnell mit einem anderen Werk aus Cenkiers Kunstgießerei geschlossen werden. Die Blicke der Besucher fallen jetzt auf eine grünpatinierte und gewachste Säule. Die bronzene Spirale steht für das Leben, dass mit der Geburt beginnt und nach vielen Windungen mit dem Tod ein Ende findet.

Die neueste Sonderexposition mit dem Titel „Sie können nicht anders – Bildhauer begegnen einer Bischofsresidenz“ ist ein Experiment. Erstmals wird die seit zwölf Jahren praktisch unveränderte Dauerausstellung zur Christianisierung der Mark Brandenburg durch zeitgenössische Kunst auf eine wohltuend zurückhaltende Art unterwandert.

Die rund 100 Arbeiten von Anna Franziska Schwarzbach, Bernd Streiter, Florian Flierl, Marco Flierl und Klaus Cenkier stehen zwar für sich, konkurrieren aber nicht mit dem Hauptanliegen der Burg. Die mittelalterliche Bischofsresidenz ist und bleibt das wichtigste Exponat.

Die „Lebensfenster“ von Klaus Cenkier im Jerusalemsaal. Quelle: Frank Bürstenbinder

Vom Dachboden bis in den Gewölbekeller trifft geschmeidige Bronze auf Klosterformat, säumt kantiges Acrylharz den Weg in die Himmelsstadt, tauchen Holzskulpturen in Sichtachsen auf, die man längst zu kennen glaubt. Der „Balkentragende“ aus Gusseisen von Anna Franziska Schwarzbach ist zum Beispiel solch eine Figur, die vor das rote Ziegelmauerwerk passt, als hätte sie das Gewölbe schon immer ausgefüllt.

„Kauernder“ von Florian Flierl. Quelle: Frank Bürstenbinder

Das Licht vom Burghof fällt auf Florian Flierls „Kauernder“, der im Foyer des Hauses seinen Platz gefunden hat, ohne der freigelegten Warmluftheizung der Bischöfe die Schau zu stehlen. Und wer lange nicht im Jerusalemsaal war, erlebt eine Überraschung. Die Beleuchtung taucht nicht nur die freigelegten Wandmalereien in ein wechselndes Licht.

Die vier mannshohen „Lebensfenster“ aus Blei und Bronze von Klaus Cenkier geben dem größten Ausstellungsraum im Haus eine völlig neue Perspektive. Es soll schon Kaufinteressenten geben.

Von Frank Bürstenbinder

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