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Brück: Abgeordnete sehen Gesprächsbedarf

Schulneubau in der Warteschleife Brück: Abgeordnete sehen Gesprächsbedarf

Die Brücker Grundschule hat Platznot. Wie dieses Problem beseitig werden kann, wird aktuell kontrovers diskutiert. Die Pläne für einen Neubautrakt werden nämlich auch stark von den Zukunftsplänen der benachbarten Oberschule beeinflusst. Dort nutzen Erstklässler bereits jetzt Räume. Die Stadtverordneten schicken das Bauprojekt jetzt in eine weitere Warteschleife.

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Die Brücker Grundschüler warten auf einen Neubau, der im Wäldchen zur Oberschule hin entstehen soll.

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Wie die wachsende Platznot in der Brücker Grundschule behoben werden kann, ist unter Stadtverordneten und Amtsverwaltung umstritten. In ihrer jüngsten Sitzung vertagten die Abgeordneten zwei Beschlüsse, mit denen ein rund zwei Millionen Euro teuerer Erweiterungsbau für die Grundschule auf den Weg und bis zum Schuljahr 2017/18 ins Ziel gebracht werden sollte.

Die Abgeordneten sehen noch erheblichen Klärungsbedarf zur Entwicklung des Brücker Schulstandortes insgesamt. So könnte sich ein Neubau erübrigen, wenn die von Treuenbrietzen und Brück verfolgten Ideen zum Aufbau einer gemeinsamen Gesamtschule mit Abiturstufe scheitern sollten, „was wir nicht hoffen“, sagte René Ziezow. „Dennoch sollten wir für diesen Fall die weitere Nutzung von Räumen der Oberschule durch Schüler der Grundschule mit in Betracht ziehen“, sagte der SPD-Fraktionschef. Matthias Schimanowski (Pro Brück) pflichtete ihm bei. „Ein Anbau für zwei Millionen ist nicht nötig, wenn die Gesamtschule gar nicht kommt“, so der Fraktionschef. Das sieht auch Michael Klenke (SPD) so: „Sollte es künftig zwei Oberschulen in Brück und Treuenbrietzen geben, könnten uns in Brück schlagartig bis zu 50 Prozent der Schüler wegfallen. Ein Neubau wäre dann vor den Steuerzahlern nicht zu rechtfertigen.“ Alle Abgeordneten plädierten für kurzfristige Gespräche zu dieser Problematik zwischen der Brücker Grundschule und der Oberschule.

Stadtverordnete fordern gesamtheitliches Konzept

Karl-Heinz Borgmann (parteilos) geht davon aus, dass „der Anbau so oder so benötigt wird“. Immerhin wachse auch der Raumbedarf für die integrative Tagesbetreuung, sagte der Bürgermeister. Davon geht auch Lothar Koch (SPD) aus. „Die aktuelle Situation in der Grundschule ist nicht mehr tragbar“, sagte der Vorsitzende des Infrastrukturausschusses. „Gespräche zwischen beiden Schulen und Konzepte von der Verwaltung fordern wir ja schon lange“, so Koch. Diese sind nun bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 5. November geplant, beschlossen die Abgeordneten. Gemeinsam mit den Lehrern und der Verwaltung müsse nun schnellstmöglich ein gesamtheitliches Konzept erarbeitet werden. An der Grundschule lernen aktuell 256 Schüler — Tendenz steigend.

Amtsleiter überrascht von Verschiebung

Lars Nissen zeigte sich verwundert über die Verschiebung des Grundsatzbeschlusses zur Bauplanung. „Es hieß immer, wir brauchen den Neubau so schnell wie möglich“, sagte der Sozialamtsleiter vor den Stadtverordneten. Er warnte davor „falsche Signale an Eltern und Lehrer zu senden“, die seit Monaten eine Entscheidung einfordern, um das Platzproblem zu lösen. Seit Schuljahresbeginn nutzen Erstklässler drei Räume der Oberschule.

Die Amtsverwaltung hatte nach Absprache mit der Grundschule einen zweistöckigen Erweiterungsbau für die Grundschule vorgeschlagen. Er soll maximal sieben Klassenräume mit je 54 Quadratmetern, zwei Fachräume für Musik und Kunst, drei Teilungsräume á 41 Quadratmeter, zwei Förderräume, einen Vorbereitungsraum sowie Garderobe, Toiletten und Hauswirtschaftsraum umfassen. Dieser Vorschlag bedeutet bereits ein Reduzierung des Platzangebotes um 187 Quadratmeter gegenüber den von der Schule und der ITBA geäußerten Wünschen. Als Bauplatz wird das Wäldchen zwischen Grund- und Oberschule ins Auge gefasst. Dafür ist eine Genehmigung der Forstbehörde nötig. Ein zwischenzeitlich alternativ diskutierter Containerbau mit ähnlichen Kosten wie ein massiver Bau soll nach Ansicht der Stadtverordneten nicht weiter verfolgt werden.

Schulleiterin Kerstin Schindler

Schulleiterin Kerstin Schindler.

Quelle: Thomas Wachs

INTERVIEW

Kerstin Schindler leitet die Grundschule Brück. Sie wünscht Kindern, Eltern und Kollegium schnellstmöglich einen Anbau, um der Platznot zu begegnen.

MAZ: Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte in der Stadtverordnetenversammlung, die eine Verschiebung des Schulneubaus zur Folge haben könnte?

Kerstin Schindler: Die Platznot ist schon lange Thema. Voriges Schuljahr wurde in verschiedensten Ausschüssen viel um tragfähige Konzepte gerungen, eine Veränderung schien allen Beteiligten nachvollziehbar, eine Lösung in Sicht. Der jetzige Aufschub durch gerade die Stadtverordneten, die sich dafür immer stark gemacht hatten, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich fürchte auch Eltern und das Kollegium werden das nicht verstehen.

Angeblich gibt es keine Abstimmung zwischen Grund- und Oberschule?

Schindler: Das stimmt nicht. Wir sind viel im Kontakt. Anders wäre wohl auch die Nutzung der Räume in der Oberschule nicht möglich gewesen, die wir für zwei FLEX-Klassen nun suchen mussten.

Was versprechen Sie sich von neuen Gesprächen aller Beteiligten?

Schindler: Mich interessiert einzig eine Lösung im Interesse der Kinder. Das heißt: optimale Lernbedingungen für alle, optimale Lehrbedingungen für Lehrer sowie optimale Betreuungsbedingungen für Kinder und Erzieher am Nachmittag im Rahmen des Ganztags! Schön wäre es, wenn alle Verantwortlichen und Entscheidungsträger in diesem Sinne an einem Strang ziehen würden. Wir fordern ja nichts Unverschämtes.

Basierend auf den Vorstellungen der Schule hat die Verwaltung eine Beschlussvorlage mit Abstrichen vorgelegt. Wie bewerten Sie diese?

Schindler: Mit dem Kompromiss können wir gut leben. Nicht vorstellbar sind für uns aber Vorschläge, wonach Räume, die vormittags genutzt werden, durch das Verschieben von Mobiliar auch am Nachmittag für die ITBA genutzt werden. Das entspricht nicht den Standards einer modernen Ganztagsschule.

 

Von Thomas Wachs

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