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Potsdam-Mittelmark Brück: Bibliothek zieht ins Ärztehaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück: Bibliothek zieht ins Ärztehaus
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02:15 24.03.2016
Die von Silvana Kase (r.) geleitete Stadtbibliothek Brück soll ins Ärztehaus umziehen und dabei deutlich verkleinert werden. Quelle: MAZ-Archiv
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Brück

Nach einer langjährigen Standortsuche steht für die Brücker Stadtbibliothek jetzt ein Umzug bevor. Ihr neues Domizil soll die Ausleihstation im kommunalen Ärztehaus an der Karl-Friedrich-Straße 1 finden. Damit liegt sie künftig unmittelbar neben dem zentral gelegenen Bürogebäude der Amtsverwaltung sowie dem Einkaufszentrum. Mit dem Umzug würde sich die Stadtbibliothek räumlich sowie im Bestand ihrer Medien deutlich verkleinern.

Die derzeit in der Oberschule für die Bibliothek genutzten drei Räume werden dringend für den Unterrichtsbetrieb benötigt. „Ob sie von der Oberschule oder für neue Flex-Klassen der Grundschule genutzt werden, ist noch offen“, sagte Lars Nissen, der Leiter der Ressorts Soziales und Verwaltung des Amtes Brück, nach der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend-, Familien- und Sozialpolitik. Das Gremium gab keine Empfehlung zur Thematik ab, weil es nicht beschlussfähig war. Eine Entscheidung erwartet Lars Nissen nun nach Gesprächen unter den Schulen, in den Fraktionen und in der Verwaltung zur Stadtverordnetenversammlung am 21. April.

Oberschule braucht die Räume für den Unterricht

Weil die Grundschule Platzmangel hat und ein Erweiterungsbau noch in der Planung ist, nutzen Grundschüler bereits seit vorigem Jahr Räume in der benachbarten Oberschule. Zum neuen Schuljahr wächst der Platzbedarf abermals.

Daher soll der Umzug der Bibliothek bereits rechtzeitig vor den Sommerferien beginnen, um auch die Räume in der Oberschule noch herrichten zu können. Für das neue Domizil im Ärztehaus sind Umbauarbeiten im Mittelteil des Erdgeschosses nötig. Die Räume waren bei der Komplettsanierung für eine Arztpraxis hergerichtet worden. Die Medizinerin zog dann jedoch in andere Räume außerhalb des Ärztehauses.

Mehrere Standorte diskutiert

Für den Umzug der Brücker Bibliothek waren verschiedene Standorte diskutiert worden. Ärztehaus, Bahnhofsgebäude sowie Mehrgenerationenhaus waren im Gespräch.

Geöffnet ist die Ausleihstation in der Oberschule derzeit dienstags von 14 bis 18 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.

An den Öffnungstagen nutzten laut Statistik aus dem ersten Halbjahr 2015 durchschnittlich zwischen 36 und 40 Personen das Angebot. Hauptsächlich wurden Romane und Jugendbücher entliehen.

Die Bibliothek war vor neun Jahren in die Oberschule umgezogen. Im ehemaligen Bibliotheksgebäude an der Straße der Einheit 8 sollten Wohnungen geschaffen werden. Bis heute stehen sie Räume jedoch leer. Nach wie vor streiten die Stadtverordneten über den Ausbaustandard, Kosten und Miethöhe.

Für den Umbau der Räume veranschlagt die Amtsverwaltung nun Kosten von circa 4800 Euro. Trockenbau, Maler-, Elektro- und Sanitärarbeiten sind nötig. Die Kosten sollen aus den Mieteinnahmen der kommunale Immobilien gedeckt werden. Entstehen sollen ein großer Raum mit Ausleihtresen und flexiblen Möglichkeiten, um ausreichend Regale zu postieren. Zudem ist ein Büro für Bibliothekarin Silvana Kase vorgesehen.

Umbau soll nicht mehr als 4800 Euro kosten

Statt bisher 150 Quadratmetern wird die Bibliothek künftig insgesamt nur noch 75 Quadratmeter zu Verfügung haben. Daher muss auch der Bestand ihrer direkt am Ort verfügbaren Buch- und Medienbestände von derzeit rund 11 000 auf künftig nur noch 7000 Exemplare reduziert werden. Bei der Auswahl berät ein Experte von der Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken im Brandenburgischen Landeshauptarchiv.

Jedoch plant die Stadt Brück bereits zum 1. April den Beitritt zum Bibliotheksverbund des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Damit sollen dann über elektronische Ausleihwege auch für Brücker Leser die Bestände aller im Verbund arbeitenden Bibliotheken abrufbar sein. „Für den Beitritt zum Verbund werden für die Kommune einmalig 2500 Euro und anschließend jährlich 600 Euro für die Systempflege fällig“, sagte Lars Nissen zu dem Thema gegenüber der MAZ.

Von Thomas Wachs

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