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Brück: Erst abgespeckt, jetzt aufgestockt

Kindergartenplätze ausgelastet Brück: Erst abgespeckt, jetzt aufgestockt

Anders als noch vor fünf Jahren von Christian Großmann prognostiziert, braucht das Amt Brück nun wieder mehr Plätze in Kindergärten. Der Amtsdirektor war davon ausgegangen, dass sich bis 2020 die Anzahl der benötigten Kitaplätze halbieren würde und empfahl, die Platzkapazitäten vorsorglich zu verkleinern. Jetzt muss er zurückrudern.

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Jeder Platz besetzt ist zur Vesper auch in der Kita „Rappelkiste“ in Linthe.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Prognosen haben es manchmal in sich. So ging der Brücker Amtsdirektor Christian Großmann vor fünf Jahren noch davon aus, dass sich bis 2020 die Anzahl der benötigten Kindergartenplätze halbieren würde. Von 460 im Jahr 2010 auf dann 220. Er malte das düstere Bild, dass die Kita „Storchennest“ in Cammer gefährdet sei und empfahl, die Kapazitäten in den anderen Kitas vorsorglich zu verkleinern. Dies geschah dann auch: in Borkheide und Borkwalde.

Die Realität sieht nun allerdings ganz anders aus. Die Kindergärten im Amt Brück sind alle voll, die Tagesmütter haben genügend zu tun und auch die christliche Kita „Hasenbande“ in Brück wächst. Deshalb wird jetzt zurückgerudert. Für die Kita Borkheide ist eine Erweiterung der Kapazität bereits erfolgt. Seit 1. Februar dürfen wieder 90 Kinder die Einrichtung besuchen – neun mehr als bisher. „Wenn es bei 81 Plätzen geblieben wäre, müssten wir Kinder abweisen“, sagt Andrea Bergholz. „Wir haben Anfragen von Zuzugswilligen, die darf man nicht enttäuschen“, so die Leiterin der Kita. Sie freut sich über die neue Perspektive. Ursprünglich wurde die Kita „Sonnenschein“ für 96 Kinder gebaut.

Gar 101 Plätze hatte die Kita „Regenbogen“ in Borkwalde. Sie sind vor einigen Jahren ebenfalls auf 80 reduziert worden. Jetzt wurde – wie in der Nachbargemeinde – wieder auf 90 Plätze aufgestockt. Zunächst allerdings befristet bis zum Sommer. Eine dauerhafte Betriebserlaubnis für die höhere Kapazität ist aber angestrebt. Um die zu bekommen, entsteht gerade ein neues Raum- und Nutzungskonzept. Unter anderem soll ein Wanddurchbruch erfolgen, um eine Verbindungstür zwischen zwei Gruppenräumen einzubauen. Feste Betten werden gegen Schlafmatten ausgetauscht, um mehr Raum für die Gruppenarbeit zu gewinnen. „Die dauerhafte Betriebserlaubnis zu erhalten, hat Vorrang“, sagt Bürgermeisterin Renate Krüger (Die Linke). Im Haushalt wurden dafür rund 75 000 Euro bereitgestellt.

Die Kita-Kapazitäten

Die Kita „Planegeister“ in Brück ist hat 97 Plätze und ist aktuell voll belegt.

Ähnlich sieht es in den Kitas „Storchennest“ in Cammer und „Rappelkiste“ in Linthe aus. Hier werden derzeit 37 bzw. 65 betreut – die Kapazität ist erschöpft.

In der christlichen Kita „Hasenbande“ in Brück ist noch etwas Platz: Von 50 verfügbaren Plätzen sind aktuell 45 belegt.

In der Borkheider Kita „Sonnenschein“ sind jetzt wieder 90 Plätze verfügbar, ebenso in Borkwalde in der Kita „Regenbogen“ – da allerdings vorerst befristet bis zum Sommer.

Die Kita „Rappelkiste“ in Linthe ist mit 85 Kindern voll belegt. Dort wurde bereits eine Kapazitätserhöhung vorgenommen. „Die räumlichen Ressourcen sind ausgereizt“, betont der Brücker Sozialamtsleiter Lars Nissen. Ähnlich sieht es auch in Cammer aus. In die kleine Einrichtung wurde voriges Jahr umfangreich investiert. Eine Sauna ist eingebaut, eine Fußbodenheizung wurde installiert und die Sanitärräume erstrahlen in neuem Glanz. Von eine Jahre zuvor noch erwogenen Schließung spricht heute niemand mehr. In Cammer wie auch bei den „Kleinen Strolchen“ in Golzow können noch Kinder aufgenommen werden. „Hier ist jedoch konkret am Einzelfall zu prüfen, da Gruppen teilweise voll belegt sind und die aufzunehmenden Kinder von ihrem Alter und ihrem Entwicklungsstand her in die vorhandenen Gruppen passen müssen“, schränkt Lars Nissen ein.

Um die Engpässe abzufangen, unterstützt das Amt Brück die Gründung von Tagespflegeeinrichtungen – so genannte Tagesmütter. Diese gibt es inzwischen in allen Gemeinden des Amtes bis auf Planebruch. Bis vor kurzem gab es eine Tagesmutter in Damelang. Die hat jedoch, als ihr Kind das Schulalter erreicht hatte, die Tätigkeit aufgegeben. „Leider gibt es für die weggefallene Tagespflege in Damelang keinen Ersatz. Da sich die Suche nach geeigneten Kräften sehr schwierig gestaltet, wird diese Lücke auf lange Zeit auch nicht geschlossen werden können“, prophezeit Sozialamtsleiter Nissen. Er glaubt jedoch, dass im kommenden Jahr eine Eltern-Kind-Gruppe entstehen könnte. Nissen freut sich über den Nachwuchs im Amtsbereich und will sein Bestes tun, immer ausreichend Plätze zur Verfügung stellen zu können. Prognosen werden aber – jetzt erst recht – angezweifelt.

Von Andreas Koska

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