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Brück: Zu wenig Platz in der Grundschule

Willkommen für Asylbewerber-Kinder Brück: Zu wenig Platz in der Grundschule

In der Grundschule Brück wird der Platz eng, um Willkommensklassen für Kinder von Asylbewerbern einzurichten. Jetzt sollen die Nachbarkommunen helfen. Doch Bad Belzig und Niemegk können aus diversen Gründen nicht. Treuenbrietzen erwägt eine Kooperation. Zunächst müssen aber noch Kostenfragen geklärt werden.

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Im Brücker Übergangswohnheim leben auch einige schulpflichtige Kinder von Asylbewerbern.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Das Amt Brück hofft auf Hilfe von Nachbarkommunen bei der Beschulung von Kindern aus Asylbewerberfamilien. Die Brücker Grundschule hat ohnehin Raumprobleme und könne die geplanten „Willkommensklassen“ nicht mehr unterbringen, sagte Lars Nissen, der Sozialamtsleiter des Amtes. Im August kommen mindestens zwölf weitere schulpflichtige Kinder in das im Brücker Gewerbegebiete gelegene Heim. Dies wird dann um Container erweitert. Bisher sind diese Kinder in der Michendorfer Turnhalle untergebracht.

Kommunen beraten Kooperationen

Kürzlich fand ein Treffen von Kommunen aus dem Fläming statt. Vertreter aus Treuenbrietzen, Bad Belzig, Niemegk und Wiesenburg sowie des Staatlichen Schulamtes nahmen daran teil. „Ich hatte die Kollegen um dieses Treffen gebeten“, berichtet Lars Nissen. Zumindest in Treuenbrietzen wird jetzt die Einrichtung von zwei „Vorbereitungsgruppen“, wie die Willkommensklassen im Amtsdeutsch heißen, geprüft. In Bad Belzig wird das wohl nicht möglich sein. Dort werden im kommenden Schuljahr insgesamt 420 Schüler die Geschwister-Scholl-Grundschule besuchen. „Bad Belzig weiß noch nicht, welche Schülerzahlen zusätzlich auf die Schule zukommen werden“, sagt Nissen. Denn auch in der Kreisstadt sollen demnächst 150 weitere Asylbewerber unterkommen. Wie viele schulpflichtige Kinder unter ihnen sein werden, ist noch unklar.

Niemegker Schule kann derzeit nicht helfen

Auch in Niemegk wird die Bitte wohl ungehört bleiben. „Unsere Schule ist bis voraussichtlich Mitte 2017 eine enorm große Baustelle“, sagt Thomas Hemmerling. „Die Kinder werden derzeit teilweise sowieso schon in Ausweich-Räumen unterrichtet — daher haben wir keine freien Raumkapazitäten“, erläutert der Amtsdirektor sein Dilemma. Trotzdem ist Lars Nissen mit den Gesprächsergebnissen zufrieden. „ Wir verstehen die aktuelle Situation als gesamtgesellschaftliches Problem, in der sich die Kommunen gegenseitig helfen müssen“, so der Brücker Ressortchef. „Daher bin ich froh, dass das Verständnis der Nachbarkommunen da ist“, so der Brücker Sozialamtsleiter.

Hauptsächlich Sprachunterricht

In den Vorbereitungsgruppen — auch Willkommensklassen genannt — werden Schüler aus Asylbewerberfamilien gefördert. Es findet hauptsächlich Sprachunterricht statt.

Neben einer Stundenzuweisung vom Land für pädagogisches Personal an die betreffenden Schulen wird der Unterricht aus dem „Bildungs- und Teilhabepaket“ unterstützt.

Die Koordination hat die Kreisvolkshochschule übernommen. Von dort werden Lehrer auf Honorarbasis in die Schulen geschickt und unterstützen Kollegen vor Ort.

In Teltow findet Sprachunterricht der Volkshochschule — hauptsächlich für Erwachsene — bereits auch direkt im dortigen Asylbewerberheim statt.

Eine ins Gespräch gebrachte Filiallösung für Willkommensklassen direkt in den Übergangswohnheimen lehnt das Staatliche Schulamt ab. „Dies würde dem Bildungsauftrag nicht gerecht werden, Kinder sollen zu Kindern und nicht separiert werden“, sagt Heike Noll. Sie glaubt, „dass eine solche Lösung den Kindern nicht hilft, in unserer Gesellschaft anzukommen“, so die zuständige Schulrätin. „Kinder sollten gemeinsam den Schulalltag verbringen, alles andere ist pädagogisch, sozial und politisch nicht zu vertreten“, erörtert Noll weiter. Sie lobt die konstruktiven Gespräche zwischen den Kommunen und die bisherige Umsetzung im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Bewusst seien ihr auch die Ängste vieler Eltern an den Schulen und auch die Probleme für die Lehrer-Kollegen, sagte die Schulrätin. Sie empfiehlt, die Schüler aus Asylbewerberfamilien in zwei Gruppen zu bündeln. So könnten Jungen und Mädchen der 1. bis 3. Klasse gemeinsam gefördert werden und die der 4. bis 6. Klassen.

Gesonderte Klassen erst ab zwölf Schüler

Praxis ist es allerdings bisher in Brandenburg, dass erst ab zwölf Schülern eine gesonderte Willkommensklasse gebildet wird. „Da gibt es keine konkrete Regelung“, sagt Heike Noll. Sie empfiehlt eine Durchmischung. Sport, Musik, Kunst könnten gemeinsam mit den Regelklassen stattfinden. „Und wenn die einzelnen Schüler so weit sind, müsse flexibel reagiert werden, um Schüler nach Wissensstand in den Regelunterricht zu integrieren“, erklärt Noll. Auf jedem Fall gebe es für die Betreuung dieser Schüler eine Stundenzuweisung durch das Land für das pädagogische Personal. Auch werde aus dem „Bildungs- und Teilhabepaket“ Sprachunterricht finanziert. Fall es zu einer Auslagerung von Brücke Schülern in Richtung Treuenbrietzen kommen sollte, müssen noch die Kosteverteilung und die Finanzierung der Beförderung geklärt werden. „Die Frage der Fahrtkosten wird derzeit intern in der Kreisverwaltung abgeklärt“, berichtet Lars Nissen. Spätestens zum Schuljahresanfang im September soll zu all diesen Fragen Klarheit herrschen.

Von Andreas Koska

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