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Brück bleibt in Bewegung

Tanzkurs für Menschen mit und ohne Handicap Brück bleibt in Bewegung

Ein Tanzkurs für Menschen mit und ohne Behinderung findet neuerdings im Brücker Mehrgenerationenhaus „Alte Korbmacherei“ statt. Jeden Sonnabendvormittag treffen sie sich dort. Die Kursleiterin behauptet, mit Musik selbst Rollstuhlfahrer in Schwung und ihre Muskeln dabei entspannen zu können.

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Gemeinsam immer schön im Kreis herum: Das Tanzen hält alle Menschen fit und stärkt den Gemeinschaftssinn. Und macht, wie Brück zeigt, den Leuten viel Spaß.

Quelle: Foto: Andres Koska

Brück. „Jeder kann tanzen. Wenn erforderlich sogar im Sitzen.“ Rose Mandler ist begeistert. Die Borkheiderin ist sonnabends neuerdings verabredet – mit gut zehn Seniorinnen beim Tanzkurs für Menschen mit und ohne Bewegungseinschränkungen.

Heute findet er zum dritten Mal im Mehrgenerationenhaus „Alte Korbmacherei“ statt. Zuerst ist Aufwärmen angesagt. Wenn Claudia Neumayer die ersten Übungen vorgemacht hat, muss jeder Teilnehmer den Vorturner geben und den anderen Übungen vorschlagen. Doch nicht nur das Strecken und Dehnen von Knochen und Sehnen ist gemeint.

Ein Elch begleitet die Gruppe, die hauptsächlich aus den reiferen Semestern besteht. Das Plüschtier half beim Kennenlernen. „Zuerst nennt ihr euren Vornamen, danach werft ihr es zum nächsten“, fordert die Kursleiterin ihre Schützlinge auf. Danach hatte jeder schon den Vornamen des Empfänger drauf und es ging gemeinsam in die nächste Runde. Die Trainerin hat die Herzen der Teilnehmer im Nu erobert.

Noch 20.000 Euro übrig

Der Tanzkurs für Menschen mit und ohne Behinderung wird aus dem Programm „Aktiv sein im Alter“ des Kreises Potsdam-Mittelmark unterstützt.

Das für dieses Jahr erstmals eingerichtete Gesamtbudget umfasst insgesamt 100.000 Euro. Es ist zur Finanzierung von Angeboten für die Generation 55plus gedacht.

Im ersten Halbjahr sind – nach der kurzfristigen Bekanntgabe im Frühjahr – immerhin 13 Veranstaltungen mit etwa 130 Teilnehmern über die Bühne gegangen, heißt es aus dem Landratsamt Bad Belzig.

Für das zweite Halbjahr sind demnach schon sieben Anträge eingereicht und auch bestätigt worden. Lesungen in Wiesenburg und Computer-Angebote in Borkheide gehören zu diesem Programm.

Noch bis 31. August können weitere Vorschläge unterbreitet werden. Eine Jury entscheidet jeweils über die Berücksichtigung.

Dem Vernehmen nach stehen noch 20.000 Euro zur Verfügung.

Die Koordinierung liegt in den Händen von Daniela Berlin und Monika Haferkamp in der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark, Bad Belzig, Papendorfer Weg, 03 38 41/9 13 68.

Tanzen für Menschen mit und ohne Handicap – am Sonnabend um 11.15 Uhr, Brück, Mehrgenerationenhaus „Alte Korbmacherei“.

Sie bietet den Tanzkurs, mit Schwerpunkt Standardtänze, im Rahmen der vom Landkreis Potsdam-Mittelmark unterstützten Initiative „Aktiv sein im Alter“ an. Vier kostenfreie Vormittage sind zunächst geplant. „Danach kann es aber bei Bedarf weitergehen“, sagt sie. Die Physiotherapeutin hat vor 13 Jahren mit dem Tanzen begonnen und eine Zusatzausbildung zur Tanztherapeutin absolviert. Seit 2009 betreut sie unter anderem Gruppen in einer Klinik in Beelitz-Heilstätten. „Dort arbeite ich speziell mit Parkinson-Patienten“, erzählt sie.

Nach dem Aufwärmen der Walzer

So kam der Kontakt zur Christina Weyrauch zustande. Die Borkheiderin leitet die Parkinson-Selbsthilfegruppe dort und beantragte gemeinsam mit Rose Mandler eine Unterstützung für den Kurs, der ihrer Meinung nach nicht einer speziellen Zielgruppe vorenthalten bleiben muss. „Ich war schon vorher von der Arbeit von Claudia Neumayer begeistert“, sagt sie. „ Musik und Tanz lockern die Muskeln von Rollstuhlfahrern“, so ihre Beobachtung.

Auch in Brück scheint das hervorragend zu funktionieren. Nach dem Aufwärmen geht es an die Walzerschritte. Zuerst im Kreis werden den Senioren die Bewegungen wieder in Erinnerung gerufen. Dann geht es schrittweise weiter. „Ich habe neben dem Langsamen Walzer auch Foxtrott, Rumba und Tango Argentino im Angebot“, erklärt die Kursleiterin, wie sie für Abwechslung sorgt. „Schnelle Tänze kommen freilich nicht in Frage“, bestätigt die 50-Jährige.

Unterschiedliche Interpretationen

Mitunter wird improvisiert. Das ist allemal professionell, wie die Therapeutin erläutert. „Dazu habe ich eigens eine Fortbildung im Improtanz in Italien absolviert“, berichtet sie. Es soll helfen, sich der Musik hinzugeben. „Bewegt euch in Zeitlupe wie unter Wasser“, lautet die Ansage von Claudia Neumayer. Gemeinsam folgt das Oktett im Raum ihren Worten und interpretiert die Musik doch auf seine recht unterschiedliche Weise.

„Man merkte sofort, dass sie helfen kann“, bestätigt Hiltrud Köhler. „Es fällt einem leichter, Hemmungen zu überwinden und mit entspannenden Bewegungen individuelle körperliche Fähigkeiten zu wecken“, lautet die Erkenntnis der Borkheiderin. Sie will gern wiederkommen wie auch Christa Nagel. Die 84-Jährige ist Chefin der Seniorentanzgruppe „Golden Girls“ in der Waldgemeinde und nimmt die externen Anregungen gewiss gern auf.

Von Andreas Koska

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