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Brück hilft Flüchtlingen – auch aufs Fahrrad

Mittelmark Brück hilft Flüchtlingen – auch aufs Fahrrad

Das Brücker Asylbewerberheim liegt weit außerhalb der Stadt in einem Gewerbegebiet. Für die Brücker war deshalb schnell klar, dass die Bewohner des Heims Fahrräder brauchen. Mehr als 300 davon wurden mittlerweile gespendet und in der Brücker Werkstatt gemeinsam mit Geflüchteten repariert.

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Volles Haus in der Werkstatt, die gegenüber des Brücker Bahnhofs liegt. Die Auszeichnung der IHK ist eine Bestätigung der Arbeit.

Quelle: Rainer Marschel

Brück. Platte Reifen, kaputte Bremsen, fehlende Speichen: In der Fahrradwerkstatt der Initiative „Brück Hilft“ reparieren Geflüchtete gemeinsam mit Ehrenamtlichen gespendete Fahrräder. Über 300 Räder aus Brück, Borkheide, Borkwalde und Umgebung – sogar aus Potsdam und Berlin – wurden auf diese Weise wieder verkehrstüchtig gemacht.

Diesmal muss ein Zahnkranz ausgetauscht werden. Der Trebitzer Daniel Lindwedel steht neben einem blauen, leicht rostigen Drahtesel und zeigt zwei jungen syrischen Männern, wie das geht. Dann legen sie selbst Hand an. „Wir sind keine Werkstatt, sondern unterstützen die Menschen, die zu uns kommen, bei der selbstständigen Reparatur ihrer Räder“, betont der versierte 43 Jahre alte Hobbyschrauber.

Für Ersatzteile muss der Einkaufspreis gezahlt werden. Wer nicht selbst Hand anlegen will oder kann, hilft als Ausgleich bei der Renovierung der Werkstatt oder beim Jäten im Garten. „In unserem Werkstatt-Treff ist jeder willkommen“, sagt Thomas Neumann, einer der Initiatoren der Initiative „Brück hilft“, die mittlerweile 30 aktive Mitglieder hat. Und er fügt hinzu: „Wir möchten ein Ort der Begegnung für alle sein. Nicht nur für die hier lebenden Flüchtlinge.“

Ursprünglich ist die Werkstatt als Projekt für Asylsuchende eingerichtet worden, doch sie wird mittlerweile von auch von anderen Brückern genutzt.

Im März 2015 kamen die ersten Flüchtlinge nach Brück. Bereits eine Woche später bemühten sich Daniel Lindwedel und Fred Shepard um gespendete Fahrräder für die Geflüchteten. „Bei der abgelegenen Lage des Heimes im Gewerbegebiet war schnell klar, dass es für die Menschen wichtig ist, eigenständig mobil sein zu können.“ Sie starteten einen Aufruf – 20 Räder wurden am Anfang gespendet. Die Bandbreite der gespendeten Fahrräder war und ist groß. Es gibt Räder in tadellosem Zustand, es gibt aber auch Räder, die einige Arbeit erfordern, um sie wieder sicher im Straßenverkehr verwenden zu können.

Hilfe für Flüchtlinge

Mit ihrem Wettbewerb „Region Zukunft“ zeichnet die IHK Potsdam Projekte aus, die nachhaltig den ländlichen Raum stärken und die Wirtschaft zukunftsfähig machen.

Die Brücker Arbeitsgruppe Treff hat mit ihrer Fahrradwerkstatt besonderen Eindruck hinterlassen. Sie kann nun maximal die Hälfte ihrer Projektkosten von der IHK übernehmen lassen.

Akteure aus allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen in den ländlichen Regionen des IHK-Bezirks Potsdam können sich nun für den Wettbewerb im kommenden Jahr bewerben. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage www.ihk-potsdam.de oder bei der Projektleiterin Barbara Nitsche.

Am Anfang reparierten Lindwedel und Shepard die gespendeten Räder direkt im Brücker Flüchtlingsheim und später unter freiem Himmel an der Gömnigker Alten Mühle. Seit Mai schrauben Lindwedel und Shepart nun mit den Flüchtlingen auf einem von der Evangelischen Gemeinde in Brück gepachteten Areal gegenüber des Bahnhofs.

Auf dem 120 Quadratmeter großen Gelände gibt es zwei Werkstatthallen, ein kleines Büro, einen Unterstand. Alles ist noch recht einfach und provisorisch. Jeden Montag wird hier von 15 bis 18 Uhr geschraubt. An zwei weiteren Abenden gibt es ehrenamtlich organisierte Angebote für die Flüchtlinge.

„Unser Ziel ist es, dass der Treff noch öfter und länger geöffnet ist“, so Thomas Neumann. Dafür braucht die Initiative jedoch weitere Unterstützer, die Lust und Zeit haben sich vor Ort zu engagieren. „Wir sind auf jeden Fall offen für neue Menschen und neue Ideen. Und für finanzielle Unterstützung.“

Umgesetzt werden konnte das Projekt dank der Evangelischen Gemeinde in Brück sowie der finanziellen Unterstützung durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark und der Sparkassenstiftung. Mittlerweile wurde das Fahrradwerkstatt sogar im Rahmen des IHK-Wettbewerbs „Region Zukunft“ ausgezeichnet. Eine Jury wählte insgesamt 22 Preisträger aus, doch die Brücker Werkstatt gehört zur kleinen Gruppe von sechs Projekten, die bei der Preisverleihung in den Potsdamer Räumen der Industrie- und Handelskammer besonders hervorgehoben wurde.

Von Daniela Singhal

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