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Brück Auf der pinken Himmelsleiter in das blaue Sternenzelt
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Auf der pinken Himmelsleiter in das blaue Sternenzelt
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12:42 08.11.2018
Farbiges Licht soll die Neuendorfer Kirche in ein Erlebnis verwandeln: Leiter und Orgelpfeifen erstrahlen unter dem blauen Sternenhimmel. Quelle: privat
Neuendorf

Bislang hat noch niemand die Mopsfledermaus in der Neuendorfer Kirche gesehen. Es darf nicht verwundern, denn sie ist nur 4,5 bis 5,8 Zentimeter groß und bringt maximal 13 Gramm auf die Waage. Wobei sie sich ausschließlich im Winter ein Quartier in Gebäuden sucht. „Aber wir haben ihre Ausscheidungen gefunden“, berichtet Pfarrer Helmut Kautz.

Und damit begannen die Probleme für die Pläne der Gemeinde. Denn die Mopsfledermaus ist sehr selten und steht auf der Roten Liste gefährdete Arten. Dabei ist die Kirche in dem Brücker Ortsteil selbst gefährdet. Die Decke droht einzustürzen und drückt schon erheblich auf den Holzaltar. Deshalb soll bald die Sanierung beginnen.

Die Kirche in Neuendorf bei Brück. Quelle: Heiko Hesse

Nachdem ein Naturschutzgutachten erstellt worden ist, hat man sich darauf geeinigt, dass nur in jenen Zeiten gebaut werden darf, wenn man die Fledermaus nicht stört. „Wir beginnen im Frühjahr“, kündigt Kautz an. Dann werden die Bauarbeiten unter ständiger Beobachtung stehen. Kay-Uwe Hartleb vom Büro „Terra Typica“ achtet darauf, dass die Fledermaus unbeschadet bleibt. Das ist auch Kautz wichtig.

Mehr zu Sanierung der Neuendorfer Kirche hier

Stefan Winkler vom Brandenburger Architekturbüro Krekeler begleitet die Sanierungsarbeiten, die mit EU-Mitteln gefördert wird. Für Pfarrer Kautz ist es jedoch nur der erste Schritt. Nach der Sanierung soll die Kirche in Zusammenarbeit mit Jan Prowaznik eine Eselspilgerkirche werden. Prowaznik wohnt im alten Pfarrhaus und ist Eigentümer der Eselnomaden, eines Unternehmens, das Wanderungen mit Eseln anbietet.

Außerdem feilt man an einem besonderen Lichtkonzept. Das Kirchenschiff soll in unterschiedliche Farben erstrahlen. Das soll Thomas Bartel machen. Der Künstler und Lichtdesigner aus Brandenburg an der Havel hat schon erste Planungen vorgelegt. „Es ist auf jedem Fall beeindruckend“, schwärmt der Pfarrer. Die Decke in Blau mit Sternen gehalten, eine Himmelsleiter, in Pink ausgeleuchtet, soll auf die Orgelempore führen und dort sollen die Orgelpfeifen im selben Farbton erstrahlen.

Thomas Bartel hatte unter anderem die Brandenburger Katharinenkirche „begrünt“.

„Dabei könnten sie im Takt der Musik abwechselnd bestrahlt werden“, erklärt Kautz. In Höhe der Fenster sollen Strahler die Außenmauer erhellen. „Der Besucher kann über Sensoren selbst bestimmen, ob er sich der Choreografie aussetzen will oder eine dunkle Kirche haben möchte, um eine Kerze anzuzünden“, erläutert Kautz.

Planer Stefan Winkler (links) und Lichtdesigner Thomas Bartel Quelle: privat

Dazu würde der Pfarrer gern in allen Kirchen seines Sprengels ein elektronisches Schließsystem installieren. Dann könnten Besucher programmierte Schlüssel für die Gotteshausbesichtigung erhalten oder bei einer Touristen-Information ausleihen. „Allerdings würden dann die Kirchenhüter ein akustisches Signal bekommen“, erklärt Kautz. Jetzt will er im kommenden Jahr um die Absicherung der Finanzierung kümmern.

„Es gibt noch keinen Kostenplan“, versichert Kautz. Das letzte Wort hat der Gemeindekirchenrat. „Ich würde mich freuen, wenn mir die Umsetzung des Projekts bis zu meinem Abschied in zwei Jahren gelänge“, gibt Helmut Kautz als Ziel vor.

Von Andreas Koska

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