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Brück Autowrack verschwunden: Warum ein Anwohner die Entsorgung übernimmt
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Autowrack verschwunden: Warum ein Anwohner die Entsorgung übernimmt
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15:17 17.04.2019
Der zerstörte Renault Clio stand monatelang im Wald zwischen Freienthal und Brück. Nun hat Sebastian Weiß das Auto aus dem Wald entsorgt. Quelle: privat
Freienthal

Es ist verschwunden. Der zerstörte Renault Clio steht nicht mehr im Wald am Gesa-Knott-Weg in Freienthal. Die Oberförsterei weiß von nichts: „Mein Kollege war draußen und hat es gesehen. Für uns ist die Sache nun erledigt“, sagt Jörg Dechow, Leiter der Oberförsterei Lehnin. Die Behörde stand in der Kritik, bei der Entsorgung zu langsam zu agieren.

Auch auf der Facebook-Seite der MAZ sorgte das Autowrack für Diskussionen. Die Anwohner hofften, dass das Auto möglichst schnell entsorgt werden würde. Der Brücker Sebastian Weiß schlug dort sogar vor, selbst aktiv zu werden und den Clio mit einem Anhänger abzuholen.

Autowrack entfernt

Nun ließ er seinen Worten Taten folgen: „Die Oberförsterei hat das bezweifelt, aber ich habe das Auto mit einer Seilwinde und einem Anhänger abgeholt“, sagt Sebastian Weiß. Obwohl er ein Autobastler ist, soll das Auto, so wie es ist, in die Schrottpresse.

Glassplitter, verfassungswidrige Parolen, abgerissene Blinker: Im Wald zwischen Brück und Freienthal stand monatelang ein Autowrack. Die Behörden reagierten nur langsam. Nun hat ein Anwohner die Entsorgung selbst in die Hand genommen.

Weiß gehe oft in dem Wald spazieren, wobei ihn das Autowrack im Wald verärgerte: „Das Auto stand schon wochenlang herum und niemand fühlte sich dafür verantwortlich“, sagt Weiß.

Behördenwahnsinn

Die Zuständigkeiten gingen von der Polizei, die das Auto überprüfte über das Ordnungsamt schließlich an die Oberförsterei. Diese suchte nach dem Besitzer des Autos. Zehn bis 15 Briefe kamen als unzustellbar an die Behörde zurück. Danach wurde eine Ausschreibung im Amtsblatt des Landes Brandenburg geschaltet.

Eine zweite Ausschreibung wurde laut Jörg Dechow gestoppt, weil das Auto nun verschwunden war. Auch die Verwaltungsgebühren von 1000 Euro fallen nun einfach weg, heißt es aus dem Ordnungsamt Brück. Für alle Behörden ist die Sache erledigt.

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„Ich bin erst mal froh, dass das Auto weg ist und die forstlichen Belange geklärt sind“, sagt Dechow. Die Kritik, dass sich Anwohner um die Zuständigkeiten der Oberförsterei kümmern würden, wies er zurück: „Ich sehe das nicht so. Wir müssen uns an den Rechtsweg halten, auch wenn ich es gern schneller wegräumen würde“, sagt er.

Korrekt, nicht zu langsam

Die Dauer hätte ihre Berechtigung: „Stellen Sie sich vor, ein Besitzer liegt im Krankenhaus und kann sich nicht sofort melden. Deswegen werden uns die Fristen so vorgegeben“, erklärt Dechow. Er arbeite nicht zu langsam, sondern korrekt, sagt er.

Auch Sebastian Weiß will korrekt bleiben: „Ich lasse das Auto noch bis Mai oder Juni unberührt stehen, falls sich doch noch der Besitzer meldet“, versichert er. Über Facebook sei er zu erreichen. Erst danach gehe das Wrack in die Presse eines befreundeten Schrotthändlers. Geld mache dabei niemand. „Für Müll muss man bezahlen und für Schrott bekommt man Geld. Das gleicht sich bei dem Autowrack aus“, erklärt Weiß.

Entsorgung weiterer Wracks

Autowracks tauchen immer wieder in Wäldern auf. So auch im vergangenen Jahr in Borkwalde. Dort stand im Februar ein zerstörter Audi A4. Die Behördengänge waren auch dort dieselben.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Jan Russezki

Ob Weiß sich nun auch um andere Wracks kümmern werde? „Alles, was auf den Hänger passt, würde ich mitnehmen“, sagt er. Für die Umwelt und spazierende Anwohner wäre das vermutlich eine Entlastung. Seine Aufgabe ist es aber nicht.

Von Jan Russezki

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