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Brück Blühstreifen nach Dürre: „Der letzte Sommer war einfach zu still“
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Blühstreifen nach Dürre: „Der letzte Sommer war einfach zu still“
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14:00 16.04.2019
Säen Wildpflanzen für Bienen, Schmetterlinge und Insekten aus: Heribert und Martina Heyden aus Borkwalde. Quelle: Johanna Uminski
Borkwalde

Es soll bunt und vielfältig werden, wenn es nach den Wünschen von Martina und Heribert Heyden geht. Dem Ehepaar aus Borkwalde liegt schon seit Längerem der Randstreifen vor dem farbenfrohen Mehrfamilienhaus in der Waldgemeinde im Auge. Dieser liegt brach, zugedeckt mit altem Laub und kleinen Ästen.

Damit der Eingangsbereich wieder attraktiver wird, säen sie verschiedene Blühpflanzen in die frische Erde aus. Dabei geht es dem Ehepaar nicht nur um die Verschönerung, sondern in erster Linie um die Hilfe für Bienen, Schmetterlinge und Insekten. Neben Lupinen werden in den nächsten Wochen auch verschiedene Wildblumen und Wildkräuter auf diesem Streifen wachsen.

„Es war einfach zu still“

„Der letzte Sommer war einfach zu still“, beschreibt Martina Heyden den Moment, in dem sie merkte, dass etwas nicht stimmt. „Wenn die Pflanzen austrocknen, fehlen die Insekten. Wenn die Insekten nicht da sind, kommen auch keine Vögel“, sagt Heribert Heyden. „Es war schockierend im letzten Sommer, es hat einfach was gefehlt“, so die Borkwalderin weiter.

Martina und Heribert Heyden haben vor ihrer Haustür einen Blühstreifen angelegt. Während der Trockenheit im vergangenen Jahr blieben die Insekten aus und damit die Vögel. So einfach ändern sie es.

Das Ehepaar, das seit 13 Jahren in der Waldgemeinde wohnt, beschloss aktiv zu werden. Ein Randstreifen vor dem Haus liegt seit vielen Jahren brach. Ein idealer Ort für die Pflanzaktion des Ehepaars. „Wir haben viele Visionen. Eine davon ist auf öffentlichen Anlagen Blühstreifen zu pflanzen.“ Als Vorbild hat das Ehepaar den Blühstreifen Verein in Beelitz. Ihre Erwartungen und Ansprüche bleiben aber realistisch. „Nach dem extrem trockenen Sommer im letzten Jahr haben natürlich auch die Blühstreifen gelitten. Die waren dann nur braun und grau.“

Jeder kann etwas tun

Sie hoffen vor allem auf Nachahmer. „Dafür braucht man keinen Garten, das kann jeder machen. Auch auf dem Balkon“, sagt die Borkwalderin. Im April und Mai sei der beste Zeitpunkt, um auszusäen. „Der Ursprung der Blühstreifen stammt aus der Landwirtschaft, die mit ihren Monokulturen das Wachstum der Wildpflanzen unterdrücken. Immer mehr Landwirte pflanzen daher am Ackerrand Wildpflanzen, um dort der Natur wieder freien Lauf lassen“, erzählt das Ehepaar, das für die Gemeindevertretung und den Kreistag kandidiert (Bündnis90/Die Grünen).

Wild- statt Kulturpflanzen

Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) muss bei mehrjährigen Blühflächen die Saatmischung mindestens 30 Prozent zertifiziertes Wildpflanzensaatgut (Regiosaatgut) enthalten.

Dieses verbessert das Nahrungsangebot für Wildbienen und weitere Nützlingsinsekten, die einen wesentlichen Beitrag zur Bestäubung erbringen.

Im Gegensatz zu reinen Kulturpflanzen-Saatmischungen kann mit Wildpflanzensaatgut mehr Vielfältigkeit erreicht werden, ohne jedes Jahr neu säen zu müssen.

Die meisten Wildpflanzenarten bestehen zwei bis mehrjährig.

Das Saatbett muss feinkrümelig und darf nicht klumpig sein. Der Boden muss locker sein.

Weitere Informationen unter www.nabu.de.

Martina und Heribert Heyden haben die Augen immer offen und suchen nach praktischen und pragmatischen Lösungen. „Lange haben die Raucher ihre Kippen einfach vor der Eingangstür auf den Boden oder in den trockenen Wald weggeworfen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch gefährlich“, so der Borkwalder, der vor ein einhalb Jahren einfach eine alte Büchse am Eingangsbereich aufstellte. Seitdem landen die Kippen nicht mehr auf dem Boden, sondern in dem Behälter. „Daran haben sich die Raucher nun gewöhnt.“

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Doch nicht nur die Beseitigung der Zigarettenstummel liegt dem Ehepaar am Herzen. „Der Sperrmüll, der hier einfach herumliegt und für den sich keiner verantwortlich fühlt, muss hier noch weg.“ In der Zwischenzeit genießen die Heydens ihren kleinen Blühstreifen am Hauseingang. „Ich denke, dass man in ein, zwei Wochen die ersten zarten Pflänzchen sehen kann. In vier Wochen kann man die Pflanzen dann bestimmt richtig gut sehen“, freut sich Martina Heyden. Dann blühen die vielfältigen und bunten Wildpflanzen und Wildkräuter, auf die sich dann hoffentlich Bienen, Schmetterlinge und Insekten stürzen.

Von Johanna Uminski

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