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Brück Wiedersehen am Backenberg
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Wiedersehen am Backenberg
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17:44 01.05.2018
Die Geräte sind neu, die großen Kinder von Baitz sind erwachsen geworden: Alte Freunde treffen sich am Backenberg wieder. . Quelle: Christiane Sommer
Baitz

Die neuen Spielgeräte, die erst kürzlich auf dem Spielplatz von Baitz aufgebaut wurden, sind Ziel einer Gruppe von Senioren. Nicht ohne Grund: Schließlich war das Areal in der Ortsmitte vor Jahrzehnten auch ihr Spielplatz. Die Frauen und Männer stellen sich als die „Kinder vom Backenberg“ vor – unter diesem Motto steht auch ihr Treffen.

„Ich kenne einen, der hat hier schon auf allen Linden gesessen“, bemerkt Erich Arndt. Er hat sich auf den Weg von Leipzig nach Baitz gemacht und erzählt: „Ich bin gleich um die Ecke geboren. In dem Haus, in dem heute die Naturschutzstation ist.“ Im nächsten Augenblick wird der pensionierte Lehrer als der Junge vorgestellt, der auf jeden Baum klettern musste.

Namensgeber war ein Backofen

Im Sprachgebrauch der Einwohner von Baitz ist das Areal in der Dorfmitte noch heute als Backenberg bekannt.

Namensgebend war ein Dorfbackofen.

Erzählungen aus dem Dorf zufolge sollen Reste dieses Backofen noch in den frühen 50er Jahren des vorigen Jahrhundert im Boden erkennbar gewesen sein.

„Mit dem Schlitten sind wir als Kinder bis zum Bach runtergefahren. Und dort wurde Schlittschuh gelaufen. Nur dass wir keine Schlittschuh hatten. Wir haben einfach Drähte unter den Holzpantinen befestigt“, erzählt Helga Gröbe. Ihre Schwester Christa Stuhlmann nickt und ergänzt: „Dort unten an der Feuerwehr gab es auch die besten Verstecke.“

Wenn die beiden nicht gerade in der elterlichen Landwirtschaft mithelfen mussten, dann verbrachten sie ihre Kindheit in der Dorfmitte – auf dem Backenberg – wie immer wieder betont wird.

Alte Fotografien eingesandt

Einige aus der Gruppe hatten im Vorfeld alte Fotografien an den in Baitz lebenden Klaus Dowy gesandt. Er hat das mittlerweile zweite Treffen der erwachsen gewordenen Kinder organisiert und dafür gesorgt, dass die alten Fotografien während der Kaffeerunde über die Leinwand flimmern können.

Die Dia-Show wird zum Quell der Erinnerungen. „Wir hatten eine schöne Kindheit“, bemerkt Helga Gröbe. Die Liste der vielen Kinderspiele, von denen die Nachkriegskinder aus Baitz erzählen, ist lang. Völkerball, Murmeln, Stelzen laufen, Blinde Kuh und Hopse führen die Hitliste in der Beliebtheitswertung an. Wenn nicht gerade Herbst war, und sich auf dem Backenberg die Laubbuden aneinander reihten. Gebaut aus dem herab fallenden Laub der Linden.

Gruppenbild mit den „Kindern vom Backenberg". Quelle: Christiane Sommer

„Erinnerungen sind die Perlen des Lebens“, sagt Erich Arndt und legt ein Buch auf den Tisch. Auf dem grünen Einband finden sich die Initialen „E. A.“. Eigentlich hat er seine Lebenserinnerungen nur für die Familie zu Papier gebracht und drucken lassen. Den erwachsen gewordenen Kindern vom Baitzer Backenberg will er jedoch einige Passagen daraus vorlesen.

Schließlich waren sie Teil seiner Kindheit und bei der einen oder anderen Episode, von der er im Buch schreibt, dabei. Der pensionierte Schulrat verspricht „einen Dorfspaziergang in den 1950er Jahren, gespickt mit kleinen Anekdötchen“.

Die Lust am Abenteuer

Dabei wird deutlich, dass mit zunehmendem Alter der Kinder auch die Lust auf Abenteuer zunahm und nicht alles was sie taten, am Ende wohlwollende Worte durch die Eltern fand.

Die Männer offenbaren, dass Kirchturm und Kirchendach vorübergehend für sie zum Abenteuerspielplatz wurden. Sie erzählen, dort Spatzennester ausgenommen und kleine lebendige Affen entdeckt zu haben. Die entpuppten sich später jedoch als Eulennachwuchs.

Alle möglichen Berufe

Die Kinder vom Baitzer Backenberg leben heute in Averlak an der Nordsee, in Schwerin, Leipzig, Brück, Gömnigk, Baitz und anderen Orten. Sie standen als Lehrer, Gastwirt, Sozialversicherungskauffrau und Immobilienmakler während des Berufslebens ihre Frau und ihren Mann. Andere fanden Arbeit in der Landwirtschaft.

Auf das zweite Treffen wollen sie in zwei Jahren das nächste folgen lassen. Margot Hannemann-Höfs, die den weitesten Weg hatte, freut sich schon jetzt darauf. Obwohl sie in Folge der Kriegswirren als Flüchtlingskind ins Dorf gekommen ist, sagt sie: „Baitz ist und bleibt für mich Heimat.“

Von Christiane Sommer

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