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Brück Golzower Brennerei wechselt den Besitzer
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Golzower Brennerei wechselt den Besitzer
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18:01 13.03.2019
Die Alte Brennerei hat einen neuen Eigentümer. Quelle: Frank Bürstenbinder
Golzow

Die Kommune trennt sich endgültig von einer letzten großen Immobilie, die sie nicht für die eigene Daseinsvorsorge benötigt – die zum ehemaligen Gutshof gehörende Brennerei, im Volksmund Alte Brennerei genannt.

Im Rahmen einer Ausschreibung kamen die Golzower Gemeindevertreter zu dem Ergebnis, den 1855 errichteten Backsteinbau an eine Erwerbergruppe um Bernd Schmidt-Ankum zu veräußern. Nach einem Eigentümerwechsel steht der Landwirt seit 2017 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze der Agrargenossenschaft „Planetal Golzow“.

Gutsarchiv verbrannt

Die Alte Brennerei dokumentiert die Industriealisierung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert. Allerdings gibt es keine Aufzeichnungen und Pläne mehr. Das Gutsarchiv ist in den letzten Kriegstagen 1945 mit dem Schloss verbrannt.

Besonderes konstruktives Merkmal sind die sogenannten Preußischen Kappen, die die Hauptgeschosse mit Spannweiten von bis zu 2,80 Meter überdecken. Über gemauerte Unterzüge wird die Last im großen Gewölbekeller auf vier gusseiserne Säulen übertragen.

Nach der Aufgabe der Alkoholproduktion vor über 60 Jahren war dort zum Beispiel die Tischlerei der Baubrigade ansässig, In den Kellerräumen war ein Jugendklub. Frauen der LPG schälten Kartoffeln für die Schülerspeisung.

Bürgermeister Ralf Werner informierte in dieser Woche bei einer Gemeindevertreterversammlung über den anstehenden Verkauf. Ob dabei tatsächlich der von einem Gutachter angesetzte Orientierungswert von 487 000 Euro erzielt wird, sagte der Bürgermeister nicht. Kämmerin Melitta Boese verwies auf den aktuellen Stand: „Derzeit arbeiten wir an den letzten Feinheiten für die Vertragsunterzeichnung. Dann muss noch die Kommunalaufsicht zustimmen.“

Erfolglose Gastronomie

Dennoch dürfte es sich um eine sechsstellige Summe handeln, die Golzow für seine künftigen investiven Vorhaben dringend gebrauchen kann. Die Kommune selbst konnte sich die denkmalgeschützte Immobilie nicht mehr leisten. Es gab keinen gewerblichen Mieter mehr.

Mehrere Gastronomen wechselten sich erfolglos ab. Umfangreiche Brandschutzauflagen hätte Golzow nicht finanzieren können.

Die Alte Brennerei hat einen neuen Eigentümer. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit dem Verkauf der Alten Brennerei kommen Golzows Volksvertreter auch einer Auflage der Kommunalaufsicht nach. Einer Kreditaufnahme im aktuellen Haushaltsjahr über 530 000 Euro zur weiteren Sanierung der Grundschule stimmte die Aufsichtsbehörde nur unter der Bedingung zu, dass vorhandenes Vermögen, welches nicht für öffentliche Zwecke benötigt wird, zu veräußern ist.

Zu Geld gemacht werden deshalb auch die Gerätschaften und Kessel der Schaubrennerei, die vor knapp 20 Jahren im Rahmen der Gebäudesanierung und inhaltlichen Neuausrichtung installiert wurden.

Erinnerung an Tradition

Unter der Flagge des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark (AAfV) war der Gebäudekomplex damals umfassend modernisiert worden. Die aus Baden-Württemberg beschaffte Brennanlage sollte an die Tradition der Alkoholproduktion in Golzow erinnern.

„Auf dem Gutshof wurden Kartoffeln zu hochwertigem Industriesprit verarbeitet. Die Original-Gerätschaften verschwanden wohl schon in den 1950er-Jahren“, berichtet Manfred Andert vom Heimatverein. Die jetzige immer noch vom Zoll verplombte Brenntechnik kam nie zum Einsatz.

Außerdem fehlten die Brennrechte. Die Anlagen will die Kommune über das Internet verkaufen.

Die Sammlung des Heimatvereins darf im Haus bleiben und befindet sich jetzt im Brennereigewölbe. Quelle: Frank Bürstenbinder

Trotz des Eigentümerwechsels darf der Heimatverein im Hause bleiben. Das haben die Erwerber um Schmidt-Ankum den Mitgliedern sofort angeboten. „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, so Andert.

Wechsel ins Gewölbe

Allerdings wechselt der Verein mit den Exponaten seines Heimatmuseums von der zweiten Ebene in das Erdgeschoss mit seiner markanten Gewölbedecke. Das Obergeschoss mit Saal und Nebenräumen sowie das Dachgeschoss mit zwei Wohnungen wollen die neuen Eigentümer selbst nutzen.

Mit dem an der Plane gelegenen Gebäude wird ein anteiliges Grundstück verkauft. Der angrenzende Festplatz bleibt im Besitz der Kommune.

Von Frank Bürstenbinder

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