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Brück Jubeltag für die Kirche auf dem Sonnenhügel
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Jubeltag für die Kirche auf dem Sonnenhügel
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18:07 07.06.2018
Auf einem künstlich erhöhten Hügel steht inmitten Golzows die Kirche von 1752. Der achteckige Bau ist nach dem Vorbild der Berliner Dreifaltigkeitskirche entstanden und gilt landesweit als einmalig. Quelle: Marion von Imhoff
Golzow

Einen wunderbar barocken Klang hat die für 26 000 Euro neu sanierte Lobbes-Orgel der Golzower Kirche. „Es ist ein Jubeltag“, schwärmt Birgit Basigkow, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Golzow-Planebruch. Am Mittwochabend lud die Evangelische Kirchengemeinde zum ersten Konzert der restaurierten Orgel ein. 20 Zuhörer kamen und genossen das Orgelspiel des Kirchenmusikers Martin Schulze aus dem Oderland. Der 51-Jährige ist bekannt als Deutschlands einziger Fahrrad-Kantor. Er radelt durch die ganze Bundesrepublik und gibt Orgelkonzerte.

„Alles paletti“, begrüßt Martin Schulze die Organisatorin dieses Abends, Birgit Basigkow. „Es macht Spaß, die Orgel zu spielen. Sie hat einen schönen frischen Klang.“

Feierliche Stimmung vor dem ersten Konzert der neu sanierten Orgel in Golzow. Birgit Basigkow (links), Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Golzow-Planebruch, und Gemeindesekretärin Lydia Junghanß. Quelle: Marion von Imhoff

Die Orgel von 1882 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus Berliner Instrumenten wieder zusammengebaut. „Es ist ein geschlossenes Ganzes, ohne Frage“, sagt der Kirchenmusiker. Er spielt ein Barockprogramm mit Stücken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, darunter norddeutsche und polnische Stücke.

Sie haben sich etwas dabei gedacht, die Golzower, als sie um 1750 den kleinen Hügel in der Ortsmitte noch einmal erhöhten und oben drauf ein Unikum an Kirche bauten. Auf dem Sonnenhügel schaut nun eine architektonische Rarität ins Land und die Häuser rings herum, wie entrückt und doch mittendrin. Das Gras ist in der Maisonne gelb verdorrt und hat sich dem Farbton des achteckigen Baus angepasst. Auch das taucht den Hügel in gleißendes Licht.

Sie machen Kirchenleben und Konzert möglich

Birgit Basigkow, auf Rügen geboren und Verwaltungsfachwirtin, ist seit 2013 Gemeindekirchenratsvorsitzende. Sie arbeitet auf dem Familienbetrieb Pernitzer Hof.

Lydia Junghanß stammt aus München, wohnt in Lütte und ist seit 1999 im Brandenburgischen zuhause. Seit 2016 ist sie Gemeindesekretärin in Golzow, seit 2005 in Raben-Rädigke. „Ohne sie geht hier gar nichts“, sagt Birgit Basigkow.

Martin Schulze, in Greifswald geboren, ist seit 2010 freiberuflicher Kirchenmusiker.

Vor gut drei Jahren entpuppte sich der sanierungsbedürftige Zustand der Orgel. 1998 war sie zuletzt generalüberholt worden nach Jahren der Stummheit. „Es ist kein Vergnügen mehr, die Orgel zu spielen“, sagte Organistin Sabine Duschl. „Das Pedal hing, die Bälger pfiffen, ein Holzwurm nagte“, erinnert sich Gemeindesekretärin Lydia Junghanß. „Eine Orgel ist ein Gebrauchsgegenstand, sie muss immer mal wieder saniert werden“, sagt Kantor Martin Schulze, der auch Orgelsachverständiger im Kirchenkreis Oderland-Spree ist. „Man sieht in den Kirchen teils hervorragend restaurierte Instrumente bis hin zu Bruchbuden“.

Die sanierte Orgel in der Golzower Kirche. Quelle: Marion von Imhoff

Birgit Basigkow stellte einen Antrag bei der Gemeinsinn-Golzow-Stiftung, die von den CPC Germania GmbH, der Betreiberin des Golzower Windparks, gespeist wird. „Wir haben da eine ganz, ganz große Baustelle und brauchen Hilfe“, beschrieb Birgit Basigkow die Situation. So gab die Stiftung 17500 Euro zur Sanierung. „Ohne das hätten wir es nicht gestemmt“, so die Gemeinderatsvorsitzende. Auch aus dem Orgelfonds des Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg kam eine Finanzspritze. „Aber was man nicht vergessen darf, sind die vielen kleinen und größeren Spenden von Privatpersonen. Ohne die geht es nämlich auch nicht“, sagt Lydia Junghanß. „Wenn uns eine Seniorin 50 Euro gibt, dann tut ihr das wirklich weh.“ Bei jeder Gelegenheit hat die Kirchengemeinde um Spenden gebeten. So kam der nötige Eigenanteil schließlich zusammen.

Martin Schulze spielt auf der Golzower Orgel ein Barockkonzert. Quelle: Marion von Imhoff

Im Herbst 2017 konnte die Sanierung beginnen, ausgeführt von der Firma Schuke-Orgelbau in Werder. Zu Ostern war die Orgel fertig. Der erste Gottesdienst, in der das Großinstrument wieder erklang, war an Ostern. „Wie schön“, sagt dazu Martin Schulze. Er hat an diesem Mittwoch bereits ein Konzert gegeben. 40 Zuhörer zog es dazu in die Kirche in Rädigke. 80 Kilometer Strecke hat der Fahrrad-Kantor dann an diesem Tag hinter sich gebracht. 300 Kilometer schafft er auch. „Aber ohne Konzert danach.“ Martin Schulze kommt 2019 wieder, das ist bereits verabredet.

Pfarrer Heino Winkler (links) und Kirchenmusiker Martin Schulze vor dem Konzert. Quelle: Marion von Imhoff

Von Marion von Imhoff

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