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Brück Keine Blindenampel: Seniorin muss sich aufs Gehör verlassen
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Keine Blindenampel: Seniorin muss sich aufs Gehör verlassen
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17:04 13.06.2018
Ingeborg Lips aus Brück ist blind. Sie beklagt, dass es keine Ampel mit akustischem Signal gibt, die ihr bei der Überquerung der Straße hilft.  Quelle: Andreas Koska
Brück

Bevor Ingeborg Lips eine Straße überquert, achtet sie sorgsam auf die Geräuschkulisse. „Wenn ich keine Fahrzeuggeräusch höre, dann gehe ich“, sagt die Brückerin. Eine andere Chance, als sich auf ihr Gehör zu verlassen, hat sie nicht. Denn Ingeborg Lips ist blind.

Einen Fußgängerüberweg, der ihr das Überqueren der Straße erleichtern würde, gibt es in Brück nicht. Auch die einzige Fußgängerampel Ecke Ernst-Thälmann-Straße und An der Plane ist keine Hilfe. „Wenn ich den Knopf drücke, sehe ich trotzdem nicht, ob grün ist“, erläutert Lips das Problem. Denn der sonst bei sogenannten Blinden-Ampeln übliche Piepton fehlt.

„In Bad Belzig befindet sich unter dem Anforderungsknopf ein Feld, das beim Grünwerden vibriert. Dann weiß ich, ich kann gehen“, berichtet Lips von ihren Erfahrungen in der Kreisstadt. Eine solche Ampel würde sie sich auch in Brück wünschen. Ein Wunsch, den die Fachbereichsleiterin Bauen und Ordnung im Amt Brück, Marion Jahn, nachvollziehen kann. Sie weiß jedoch, dass für die Lichtzeichenanlage nicht die Stadt, sondern der Landesbetrieb Straßenwesen zuständig ist, da es sich um eine Bundesstraße handelt.

Als der Kreistagsabgeordnete und Stadtverordnete Micheal Klenke (SPD) von den Sorgen bei einem Treffen der Awo-Ortsgruppe Brück hörte, versprach er zu helfen. „Ich werde den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Kreistag bitten, sich der Sache anzunehmen“, sagte Klenke.

Ingeborg Lips würde sich über eine Bewegung in dieser Sache freuen. „Denn egal ob zum Bäcker oder zum Eiscafé – ich will problemlos die Straße queren können“, sagt sie fast bittend und doch bestimmt.

Der Landesbetrieb Straßenwesen steht diesem Wunsch seinerseits offen gegenüber. „Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass der Landesbetrieb die Ampel mit einer Blindensignalisierung nachrüstet“, teilt Jens Stimm vom Landesbetrieb auf MAZ-Anfrage mit. „Eine solche Signalanlage müsste bei der Amtsverwaltung Brück beantragt werden, welche den Antrag mit einer Bestätigung des Bedarfes schließlich an uns weiterleiten muss.“ Dann würde der Landesbetrieb Straßenwesen eine entsprechende Planung veranlassen. Zudem sei auch die Stadt in der Pflicht. Sie sei angehalten, den Ampelbereich zusätzlich mit Blindenleitplatten auszustatten.

Dessen ungeachtet ist Ingeborg Lips von der Initiative des Seniorenbeirats angetan. Dieser hat im Dezember 2017 die Stadt gebeten, einen Zebrastreifen auf der Straße vor dem Amtsgebäude anzulegen. „Hier haben wir schon reagiert und dem Landesbetrieb den Wunsch mitgeteilt – bisher aber ohne Ergebnis“, berichtet Marion Jahn.

Ein Fußgängerüberweg würde auch Ingeborg Lips helfen. „Wenn die Autos halten, das höre ich. Dann würde ich gefahrloser von der einen auf die andere Seite kommen“, ist die sehbehinderte Frau überzeugt.

Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Margarete Günther, berichtet, dass es bei Stau auf der Autobahn besonders schwer sei, die Straßenseite zu wechseln. Weil viele Autofahrer versuchen würden auszuweichen und über Brück fahren. „Dann folgt ein Wagen dem anderen und vor allem die Lkw machen langsamen oder auf einen Rollator angewiesenen älteren Menschen Angst“, weiß Günther.

Deshalb wünscht sie sich mehr als einen Überweg. „In der Straße des Friedens wird gerade gebaut und bald soll auch in der Straße der Einheit gebaut werden. Dann könnte man auch dort im Bereich der Mittelinseln eine Querungshilfe anbringen“, schlägt die Vorsitzende des Seniorenbeirats vor.

Von Andreas Koska

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