Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brück Knappe Mehrheit gegen Baumschutzsatzung
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Knappe Mehrheit gegen Baumschutzsatzung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:11 20.12.2018
In den „Waldgemeinden“ Borkheide und Borkwalde werden immer mehr Bäume gefällt. Quelle: Andreas Trunschke
Borkwalde

Über drei Jahre lang hatte die Gemeindevertretung Borkwalde sich um eine Baumschutzsatzung bemüht. Jetzt mussten die Gemeindevertreter darüber entscheiden – und haben sie mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Bevor es in der Gemeindevertretersitzung zur Abstimmung kam, machte Lothar Schröter (Linke) in einer leidenschaftlichen Rede das Problem deutlich. Während sich Borkwalde auf seine Ortseingangsschilder „Waldgemeinde“ schreiben lasse, würden immer mehr Einwohner ihre Grundstücke baumfrei fällen. In der nach der Wende neuerrichteten sogenannten Schwedensiedlung war anfangs über den damaligen Investor Christian Szerwinski gesichert, dass ein Drittel des Baumbestandes auf den Grundstücken stehen bleiben musste. Eine prozentuale Regelung hätte auch Peter Krüger (Linke) besser gefunden. Doch der vorliegende Entwurf sah einen Schutz aller Bäume ab einem Umfang von 80 Zentimetern in Höhe von 130 Zentimetern vor.

Edgar Eska (fraktionslos) forderte, dass die Regelungen im Innen- und Außenbereich gleich sein sollten, was die Satzung ebenfalls nicht hergab. Andere Vorbehalte richteten sich gegen den Personalbedarf zur Kontrolle der Satzung. Diesen Einwand konterte Amtsdirektor Marko Köhler: „So viel Personalaufwand, wie wir zur Erarbeitung immer neuer Versionen der Satzung benötigt haben, werden wir zur Kontrolle nicht brauchen.“ „Das ist wie mit Geschwindigkeitsbegrenzungen“, ergänzte Schröter, „die werden auch nicht immer kontrolliert, aber wenn ich erwischt werde, bin ich dran“.

Der Borkwalder Bürger Peter Knüpfer, der als Gast an der Sitzung teilnahm, fragte vorab nach der Befangenheit der Gemeindevertreter, die alle selbst Bäume auf ihren Grundstücken haben. Eine solche Befangenheit wurde jedoch auch seitens des Amtes nicht gesehen, da kein Gemeindevertreter in besonderer Weise betroffen war.

Noch während sich die Bürgermeisterin, Renate Krüger (Linke), zu Wort meldete, brachen die Gemeindevertreter auf Antrag von Marion Urban (Notgemeinschaft) die Diskussion ab. In der Abstimmung wurde die Baumschutzsatzung mit vier zu fünf Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Lediglich Romy Zibulski, Matthias Stawinoga (beide SPD), Andreas Link (fraktionslos) und Schröter stimmten für die Satzung.

Stawinoga sprach von einem „Tollhaus“: „Wir sind nicht in der Lage, in drei Jahren und mit Unterstützung des Amts einen Schutz der Bäume in unserer Waldsiedlung hinzubekommen.“ Tatsächlich werden bereits wie in den letzten Jahren nahezu wöchentlich wieder weitere Grundstücke baumfrei gesägt.

Von Andreas Trunschke

Das sogenannte Herrentuten, eine alte Fläming-Tradition, ist nur noch in Cammer erhalten geblieben. Neun Tage lang ziehen die Tuter durch die Straßen – und verfolgen dabei ein bestimmtes Ziel.

19.12.2018

Hübscher Abschluss: Schneeflocken fielen, als der Brücker Weihnachtsmarktes fast beendet war. Die Menschen erlebten und genossen eine Menge.

17.12.2018

Traditionen, Weihnachtslieder und Feuershows begeisterten Besucher der regionalen Weihnachtsmärkte. Der Andrang war in Borkheide, Frohnsdorf und Lühnsdorf groß. Dabei überraschten auch neue Ideen.

16.12.2018