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Brück Fleißige Obstsammler wohin das Auge schaut
Lokales Potsdam-Mittelmark Brück Fleißige Obstsammler wohin das Auge schaut
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17:38 15.10.2018
Laura Seifert (l.) und Tanja Nebel bei ihrer Ernte entlang der L 85. Quelle: Andreas Koska
Brück

Ausgestattet mit einem Obstpflücker und einer Holzkiste stehen Tanja Nebel und Laura Seifert an der Landesstraße 85 zwischen Brück und Cammer. Die beiden Frauen sind aber nicht etwa per Anhalter unterwegs. Sie stecken mitten in der Apfelernte.

„Wir sammeln die Äpfel, damit wir auch im Winter Obst essen können“, sagt Tanja. Laura stimmt ihr zu. „Damit sind wir unabhängig von den Supermarktketten. Außerdem wäre es schade, wenn das ganze Obst vermodert“, sagt sie. Die beiden Studentinnen sind Anfang 20. Tanja kommt aus Bochum und will Lehrerin für Geschichte und Politik werden.

Apfel- und Pflaumenkuchen gebacken

Gemeinsam mit Laura, die aus Leipzig stammt und Betriebswirtschaft studiert, war sie einen Tag zuvor auf der Streuobstwiese hinter dem Amtshaus Brück unterwegs. Dort wurden Pflaumen und Äpfel aufgesammelt. „Allerdings war das Obst nicht haltbar und musste gleich verbraucht werden“, erzählt Laura.

Und so haben die jungen Frauen gemeinsam mit Freunden aus dem Brücker Projekthaus „Frieda“ Apfel- und Pflaumenkuchen im Lehmbackofen gebacken. Die Resthitze haben sie genutzt, um Dörrpflaumen zu machen. „Die waren die ganze Nacht drin und am nächsten Tag tatsächlich getrocknet“, erzählt Tanja. Laura hatte genauso viel Spaß beim Mus kochen. „Es schmeckt alles super lecker. Die alten bäuerlichen Traditionen sollten erhalten bleiben.“.

Helga Korte hat schon viel Obst eingeweckt. Quelle: Andreas Koska

Die BWL-Studentin findet die Bewegung an der frischen Luft wichtig – wenngleich die beiden sich vor den vorbeibrausenden Autos in acht nehmen müssen. Tanja und Laura haben sich erst vor Kurzem im Projekt kennen gelernt – hier arbeiten sie ehrenamtlich zwei Wochen in den Semesterferien, die sich langsam dem Ende neigen.

Eine fleißige Sammlerin ist auch Neu-Ruheständlerin Christiane Herm. Früher war sie bei einer Agrargenossenschaft beschäftigt. Die 64-Jährige stimmt den beiden Studentinnen zu: Es sei schade, dass so viel Obst unbeachtet am Straßenrand liege. Und so sammelt die Landfrau in der Erntesaison fleißig, was sie auflesen kann.

Keine Eigentumsrechte verletzen

In diesem Jahr waren es schon 100 Kilogramm Äpfel und Birnen, die sie in die mobile Mosterei nach Klein Glien gebracht hat. Der Saft wird von ihren Kindern und Enkeln genauso geliebt, wie der Sanddorn- und Schlehensaft. „Drei Kilogramm Schlehen haben mein Mann und ich eingesammelt – wir haben extra den Förster gefragt, wo man Büsche findet“, berichtet die Gorßbriesenerin. Sie würde es als Sünde empfinden, wenn man das Obst liegen und vergammeln lassen würde. Dabei achten alle drei Frauen darauf, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.

In Schwabeck ist Helga Korte zuhause. Sie betreibt eine kleine Firma, die sich auf Senfgurken und Fruchtaufstriche spezialisiert hat.Wenn die ersten Früchte und Beeren reifen, sieht man Helga Korte häufig auf den Feldwegen, die von Sträuchern und Obstbäumen gesäumt sind – denn auch sie erntet, was andere verfaulen lassen würden. Dann hat sie Kirschen, Pflaumen und Holunderbeeren im Korb. Übers Jahr kommen so rund 7000 Gläser zusammen. Die verkauft Korte dann zum Beispiel in Potsdam, Berlin und Wörlitz.

Karte im Internet zeigt Obstbaumalleen

Der Einsatz von all diesen Frauen dürfte die Macher von „Mundraub“ freuen. Die Aktivisten haben im Internet eine Karte veröffentlicht, aus der zu entnehmen ist, wo es Obstbaumalleen gibt, die man gegebenenfalls abernten kann. Fast 70.000 Menschen in Deutschland nutzen den Dienst und haben über 50.000 Fundorte benannt.

Von Andreas Koska

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