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Brück Wo die Autos sehens- und hörenswert sind
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08:51 30.04.2018
Tommy Röhler aus Prenzlau züchtet zu Hause Reptilien. Das Hobby hat ihn zur Gestaltung seines Autos inspiriert. Quelle: Andreas Trunschke
Brück

Wie viel Zeit und Geld er investiert hat, weiß Sven Breslawsky aus Potsdam nicht mehr. Seinen VW Golf 7 hat er seit sechs Jahren, und jedes Jahr schraubt er etwas neu an. „Tiefer, breiter, höher“, so beschreibt er sein Idealauto, „aber alles dezent.“ Sein Wagen hat ein schwarzes Dach und schwarze Felgen, der Grill ist aus zwei anderen zusammengebaut. Dabei macht der gelernte Vulkaniseur und jetzige Angestellte einer Waschstraße das meiste selbst. „Ich mache das mehr für mich“, sagt er. Und dass er ein „Cruiser“ sei, der „gechillt“ fahren will“. In Ruhe über die Landstraße fahren also.

Darum geht es fast allen, die zum großen Tuning-Treffen auf dem Gelände der Mapco Autotechnik GmbH gekommen sind. Veranstaltet wird es von der Internetplattform „Tuning Treffen Berlin“. Dem einen oder anderen Autofan kommt es auch auf eine erhöhte PS-Zahl an, den meisten geht es jedoch um das Aussehen ihres Autos und um technische Finessen. Selbst getunte Trabis sind zu sehen. „Die fahren nun wirklich keine 200“, meint Veranstalter Sebastian Unnasch.

Das Du gehört zum freundlichen Umgangston

Es findet unter dem Motto „Runter vom Hof“ statt und soll Familien ansprechen. Entsprechend entspannt ist die Atmosphäre. Schnell kommt man mit den Leuten ins Gespräch, das „Du“ ist der normale Umgangston auch gegenüber dem Fremden. Jeder erklärt nicht nur gern, was er an seinem Auto verändert hat, sondern auch dem Laien geduldig die Fachbegriffe.

Großer Andrang beim Tuning-Treffen in Brück. Tausende Besucher waren am Sonnabend nachmittag dabei. Quelle: Andreas Trunschke

Christian Blümke aus Blankenfelde-Mahlow gehört zu denen, die unter der Haube ebenfalls tüchtig die Leistung gesteigert haben. Aus den ursprünglich 110 PS seines Golfs, Baujahr 1971, wurden stolze 530 PS. „Das Auto ist auf Motorsport getrimmt, hat aber eine Straßenzulassung“, sagt der Polizist stolz. Die Felgen sind aus Magnesium, innen gibt es einen Überrollkäfig und „vernünftige“ Gurte. Blümke hatte 2013 angefangen, seinen Golf aus einem Schrottauto aufzubauen. Damals hatten sich er und seine Freundin getrennt, und er suchte zur Ablenkung ein Hobby. Das Tuning-Treffen verlässt er dann vorzeitig. Er lädt sein Auto auf, um zum nächsten Treffen an den Wörthersee zu fahren. „Das sind mir zu viele Kilometer mit dem Auto“, begründet er die Aktion.

Auch das Auto von Daniel Volkmer aus Mahlow dient vor allem als Ausstellungsfahrzeug. Dabei hatte er es ursprünglich eigentlich im Alltag fahren wollen. Aber dann gab es einen Motorschaden. Er baute das Fahrzeug wieder auf. Im letzten November kam dann das Textillabel Sourkrauts, das vor allem Autoenthusiasten ansprechen will, auf den Versicherungskaufmann mit der Frage zu, ob er sein Auto nicht für Werbung für die zugehörige Reiniungsmarke nutzen möchte. Er wollte. Heute ist sein Auto voll foliert, also mittels aufgeklebter Folie voll auf Werbung getrimmt.

Tommy Röhler aus Prenzlau hat zu Hause Reptilien. Klar, dass davon auch sein Auto zeugt. Sein Kofferraum fällt selbst auf diesem Tuning-Treffen auf. Da liegen nicht nur Schlangen aus Kunststoff, sondern hier läuft auf einem kleinen Bildschirm auch ein Film über Reptilien. Seit zwölf Jahren kommt jedes Jahr etwas Neues hinzu.

Polizisten reagieren mit Humor

Ähnlich auffallend ist das Fahrzeug von Marco Wartig aus Berlin. Sein Auto kommt sehr morbide rüber. Auf dem Rücksitz hat es sich ein Gerippe gemütlich gemacht. „Die Polizei hat gelacht, als sie das sah“, sagt der Besitzer. Auf das ungewöhnliche Aussehen seines Autos brachte ihn seine allererste E-Mail-Adresse. „Devil 666“ steht auch heute noch an der Seite seines Autos. Im Kofferraum gibt es eine große Soundanlage, die Federung und der Auspuff wurden ausgetauscht, im Motorraum ist noch die letzte Schraube blank geputzt. Der Wartungsmechaniker für Klimatechnik hat den großen Vorteil, dass er ein großes technisches Verständnis mitbringt und fast alles selbst machen kann. Nur für das Design der Sitzbezüge hat er sich Unterstützung eines Grafikers geholt.

Sicherheit geht vor – auch für den Knochen-Karl im Auto von Marco Wartig aus Berlin. Quelle: Andreas Trunschke

Das Tuning-Treffen auf dem Mapco-Gelände im Gewerbegebiet an der A 9 gehört inzwischen zu einem der größten Veranstaltungen ihrer Art zwischen Fläming und Zauche und strahlt weit nach Berlin und ganz Brandenburg aus. Das alles in entspannter Atmosphäre, freiem Eintritt und nicht zuletzt bewundernden Blicken, wenn die Karossen durch den die Umgebung rollen.

Von Andreas Trunschke

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