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Wie laut wird eigentlich in Brück geschossen?

Beschwerden über Schießübungen Wie laut wird eigentlich in Brück geschossen?

Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Beschwerden, offenbar liegt auch eine aktuelle vor: die Schießübungen des Truppenübungsplatzes in Brück sollen zu laut sein. Nun veranstaltete die Bundeswehr ein Testschießen, um den tatsächlich entstandenen Lärm zu messen. Die Ergebnisse lassen jedoch auf sich warten.

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Nichts für zarte Ohren: Polizeiübung auf dem Gelände des Schießplatzes.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Die Ergebnisse der Lärmpegelmessungen, die in der zweiten Augustwoche auf dem Truppenübungsplatz Brück-Lehnin stattgefunden haben, lassen auf sich warten. „Die erfassten Daten wurden elektronisch gespeichert und werden derzeit aufbereitet“, teilte ein Sprecher der Bundeswehr auf MAZ-Anfrage mit. Bei den Messungen seien erhebliche Datenmengen erfasst worden, deren Auswertung einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

Wiederholt hatten sich die Anwohner rund um den Truppenübungsplatz über die Lärmbelastung bei Schießübungen beschwert. Die Bundeswehr reagierte schließlich: Fünf Tage lang wurden schwere Waffen wie Maschinengewehre zu Testzwecken abgefeuert. „Es wurden große Waffen genutzt, die auch in weiter Entfernung gut hörbar sind“, sagt Johannes Kuserau, der Schießsicherheitsoffizier des Truppenübungsplatzes. Mehrere Messgeräte zeichneten in kurzen Intervallen auf, wie laut es dabei wurde.

54 Dezibel entsprechen normaler Gesprächslautstärke

54 Dezibel entsprechen normaler Gesprächslautstärke.

Quelle: Johanna Uminski

Für das Manöver gibt es neben den Problemen in der Vergangenheit offenbar auch einen aktuellen Anlass:. „Die Schießlärmmessungen wurden in einem laufenden Beschwerdeverfahren durchgeführt“, heißt es von der Bundeswehr. Weitere Informationen will man dort nicht geben.

Politiker sind gespaltener Meinung

Zumindest in Borkwalde und in der Brücker Amtsverwaltung gibt es über ein laufendes Verfahren keine Erkenntnisse. Borkwaldes Bürgermeisterin Renate Krüger (Die Linke) weiß nichts von einer aktuellen Beschwerde. „Das heißt aber nicht, dass es sie nicht gibt“, sagt Krüger, „viele Anwohner haben sich damit als Alltäglichkeit abgefunden und tolerieren es.“

Ihr Borkheider Kollege Andreas Kreibich (SPD) erinnert daran, dass es den Schießplatz seit Jahrzehnten gibt und lobt die Bundeswehr. „Die Führung des Standortes hat sich in den vergangenen Jahren sehr um ein gutes Miteinander bemüht“, so Kreibich.

Auch die Brücker Ordnungsamtsleiterin Marion Jahn sieht das so. „Die Beschwerden wegen Lärmüberschreitungen haben seit der letzten Messung auf dem Truppenübungsplatz vor einigen Jahren stark abgenommen.“ Damals war festgestellt worden, dass im Allgemeinen die Grenzwerte bei den Übungen nicht überschritten wurden. Ohnehin ist das Ordnungsamt nicht der richtige Ansprechpartner. „Die wenigen Anrufer, die wir dazu in letzter Zeit hatten, müssen wir an das zuständige Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Bonn verweisen.“

Besserer Schallschutz denkbar

Was nun passiert, wenn sich die Schießübungen als zu laut erweisen, weiß der Guido Arnold von der Immissionsmessstelle: „Wird eine Überschreitung der Richtwerte in den Wohngebieten festgestellt, sind verschiedene Schutzmaßnahmen möglich. So könnte es zur Verlegung einer Übung kommen, auch verbesserter Schallschutz sein denkbar.

Ob der Lärm vom Truppenübungsplatz in objektiver Hinsicht tatsächlich zu groß ist, bleibt abzuwarten. Die aufgearbeiteten Ergebnisse der Messungen gehen an das Kompetenzzentrum Baumanagement der Bundeswehr in Straußberg. Dort wird ausgewertet und nach Handlungsbedarf gefahndet. Auch die Beschwerdeführer, deren Namen bislang nur die Bundeswehr kennt, sollen von den Militärs über den Ausgang der Messungen informiert werden.

Von Andreas Koska

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