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Brücker Spuren führen zu Martin Luther

Freiluftausstellung zur Reformation Brücker Spuren führen zu Martin Luther

Informative Möbel schmücken jetzt den Platz an der Lambertuskirche zu Brück (Potsdam-Mittelmark). Ein Tisch, eine Stele und Schautafeln bilden die Freiluftausstellung zur Geschichte der Reformation. Sie informiert über Bezüge des historischen Ereignisses vor fast 500 Jahren zum Planestädtchen und bedeutenden Bürgern.

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An der Lambertuskirche in Brück steht jetzt die Reformationsausstellung.

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Nun hat auch das Städtchen Brück, was es in Treuenbrietzen und Bad Belzig schon seit mehr als einem Jahr gibt. Eine Freiluftausstellung informiert im Umfeld der Lambertuskirche über die Geschichte der Reformation und die lokalen Auswirkungen auf Land und Leute. Mehrere auf Metallobjekte aufgetragene Exponate weisen mit Texten und Bildern auf das Schaffen Martin Luthers hin, der vor 499 Jahren seine 95 Thesen im nahegelegenen Wittenberg an die Kirchentür genagelt hatte. Nächstes Jahr jährt sich dieses Ereignis zum 500. Mal. Auch in diversen Orten des Flämings sind im Rahme des bundesweit gefeierten Reformations-Jubiläums Veranstaltungen geplant.

„Luther war hier“, verkündet denn auch eine der braunen Metallstelen zu Füßen der Brücker Kirchturms. In der Tat soll der berühmte Reformator zumindest im Jahr 1530 auf Inspektionstour im Plane-Städtchen zu einem Arbeitsbesuch geweilt haben. Das geht aus dem Vorwort der in Kirchenarchiven aufbewahrten Visitationsprotokolle hervor, erfahren die Besucher der in deutscher und englischer Sprache verfassten Freiluftausstellung. Sie informiert an einem Tisch, einem Durchgang sowie einer buchförmigen Schautafel vor allem auch über die Bedeutung Brücker Persönlichkeiten für die Reformation. Gregor von Brück (1484 – 1557) und Michael Stifel (1487-1567) werden gewürdigt.

„Luther war hier“

Die Brücker Ausstellung ist Teil einer länderübergreifenden Bewegung hin zum Reformationsjubiläum 2017, die vom „Städteverbund Reformation im städtischen Alltag“ initiiert wurde. Denn Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg am 31. Oktober 1517 gilt als das entscheidende Datum der Reformation. Seine Schriften lösten eine Bewegung aus, die Menschen in ganz Europa beeinflusste. Vor allem Städte spielten eine zentrale Rolle bei der Verbreitung des reformatorischen Gedankengutes.

Daher initiierten Historiker im Auftrag des Städteverbundes die Freiluftausstellungen individuell für die jeweiligen Orte. Unter dem Titel „Prediger und Bürger – Reformation im städtischen Alltag” wird in den Mitgliedskommunen unter anderem verdeutlicht, wie überraschend unterschiedlich die Reformation damals von Stadt zu Stadt verlief.

Gregor Heinse wurde in Brück geboren

Die Stadt Brück ist als Geburtsort des berühmten Juristen der Reformation Gregor Heinse mit von der Partie. Seiner Heimatstadt zu Ehren nannte er sich Gregor Pontanus – was lateinisch Brücke bedeutet. Später wurde daraus Gregor Brück und dann Gregor von Brück. So trug der als „Kanzler der Reformation“ bekannt gewordene Gelehrte den Namen seiner Vaterstadt in die Welt. Michael Stifel wirkte in der Reformationszeit als Pfarrer in Brück, und kam zuvor zu zweifelhaftem Ruhm.

Er verfolgte Weltuntergangsszenarien und hatte unter anderem für den 19. Oktober 1533, exakt 8 Uhr morgens, einen solchen vorausgesagt. Als dieser nicht eintraf war seine vorher durchaus große Beliebtheit dahin.

Von Thomas Wachs

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