Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Brücker zeigen Schätze aus 500 Jahren

Ausstellung bei Gemeindefest Brücker zeigen Schätze aus 500 Jahren

Das Gemeindefest rund um St. Lambertus in Brück hatte dieses Jahr einen besonderen Höhepunkt zu bieten. Die Ausstellung „Christliche Kunst in den Häusern von Brück“ zeigt Schätze aus 500 Jahren, die aus Privatbesitz zusammengetragen wurden. Darunter wertvolle Münzen, die am Abend sogleich wieder in den Safe des stolzen Besitzers wanderten.

Voriger Artikel
Teure Fitness-Anlage bleibt ungenutzt
Nächster Artikel
Lobbeser Wehr ist seit Jahren nicht einsatzfähig

Besonders viele Ausstellungsstücke trug Eckhart Lehmann bei. Darunter handgeschriebene Predigten des Brücker Pfarrers von 1813.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Dass sich Schätze in Kellern und auf Dachböden finden lassen, ist ein geflügeltes Wort. Ein jeder hofft insgeheim auf wertvolle Stücke. Die Ausstellung „Christliche Kunst in den Häusern von Brück“, die am Sonntag im Rahmen des Kirchenfestes in der Lambertuskirche eröffnet worden ist, zeigt deutlich, dass in dem geflügelten Wort viel Wahres steckt.

Denn Pfarrer Helmut Kautz konnte tatsächlich einen wahren Schatz präsentieren, den ein privater Sammler zur Verfügung gestellt hat. Sechs Münzen waren in einer sicher verschlossenen Vitrine zu bewundern. Darunter ein Goldgulden von 1486, der Johannes den Täufer zeigt. Auch eine von dem Münchner Medailleur entworfene Medaille, die Gregor von Brück bei der Übergabe der Confessio Augustana, der Augsburger Konfession, an Kaiser Karl V. im Jahr 1530 zeigt. Die Medaille wurde einst aus Anlass der 400. Wiederkehr dieses Bekenntnisses geprägt. „Ich sammle seit 20 Jahren Münzen, thematisch angelegt“, erzählt der Besitzer, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte. Er wusste, dass es diese Prägung geben soll und habe sie dann in den USA gefunden. „Ich habe den Besitzer bekniet, sie mir zu verkaufen und nun kann sie hier bewundert werden“, sagte der stolze Sammler.

Sylke Thermer, die gemeinsam mit Judith Janzen die Ausstellung aufgebaut hat, haben es besonders die alten Schriften angetan. Und davon gibt es einige zu sehen. Gesangs- und Predigt-Bücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Konfirmations- und Taufscheine sind ausgestellt.

Pfarrer Helmut Kautz erklärt den Gästen zur Eröffnung, wie es zu der Ausstellungsidee kam. „Ich fand hinter der Türklinke am Pfarrhaus ein Kreuzigungsbild“. Es stellte sich heraus, dass es in Cammer aufbewahrt worden war. „Da dachte ich, dass es sicher auch Ähnliches in Brück gibt“, sagte Kautz. Besonders viele Stücke trug Eckhart Lehmann bei. „Ich schmeiße nichts weg“, sagt der Rentner lachend, als er auf die Fundstücke vom Dachboden zeigt. Darunter handgeschriebene Predigten des ehemaligen Brücker Pfarrers und späteren Belziger Superintendenten Johann Carl Erler aus dem Jahr 1813. Nur kurze Zeit später schimpfte er über die Übergabe Brücks von Sachsen an Brandenburg. Er wollte lieber Kursachse bleiben. „Die Schriften und Predigten fand ich im Fundus meiner Oma“, berichtet der ehemalige Mitarbeiter des Antennenmessplatzes.

„Ich staune, was sich so alles findet und es freut mich, dass die Brücker bereit waren, diese Stücke zur Verfügung zu stellen“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Borgmann. Kleine Engelsfiguren und eine Mose-Plastik aus Ebenholz sind ebenso dabei, wie eine nachgebaute Orgelpfeife aus dem Brandenburger Dom. Diese hat Siegfried Tangnatz bei einer Wanderung geschenkt bekommen.

Ein besondere Überraschung gab es in der Heimatstube. Dort wurden mehrere Gemälde des Malers Kurt-Herbert Brück ausgestellt. „Das hat uns die 91-jährige Witwe des 1995 verstorbenen Künstlers aus Berlin angeboten, wegen der Namensgleichheit“, berichtet Helmut Kautz. Er nahm das Angebot sofort an. Die Bilder zeigen europäische Landschaften und sind zwischen 1960 und 1980 entstanden.

Daniela Konrad ist eher durch Zufall in die Ausstellung gelangt. „Wir haben etwas vom Gemeindefest gelesen und sind kurz vorbeigekommen“, erzählt Konrad, die in Berlin-Steglitz wohnt. Das Fest und den Ort findet sie idyllisch, die kleine Ausstellung im Altarraum der Kirche faszinierend. „Diese Zuwendung und Herzlichkeit findet man in Berlin nicht“, sagt sie beeindruckt. Dabei hätte die Ausstellung noch größer ausfallen können, allerdings haben sich viele nicht getraut, ihre Objekt auszuleihen.

„Meine Frau besitzt eine Ikone der russisch-orthodoxen Kirche, die sie von ihrer Oma geschenkt bekam“, berichtete Bernd Köhler. Bei einer erneuten Ausstellung würde er sie dann doch präsentieren wollen. Ähnliches hörte man auch von anderen Besuchern der Ausstellung. Die jetzige, mit Ausnahme der Münzen, die schon am Abend wieder in den Safe des Besitzers gewandert sind, kann noch in den kommenden beiden Wochen in der Kirche besichtigt werden.

Von Andreas Koska

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg