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Buchhändler kämpft gegen Internetkonkurrenz

Treuenbrietzen Buchhändler kämpft gegen Internetkonkurrenz

In Zeiten des Internetversandhandels ist es für klassische Buchläden nicht einfach, zu überleben. Steffen Meißner aus Treuenbrietzen versucht deshalb, mit gutem Service bei seinen Kunden zu punkten. Anlässlich der Frankfurter Buchmesse verrät er, was die Menschen im Fläming am liebsten lesen und was ein gutes Buch ausmacht.

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In den Regalen stehen natürlich auch aktuelle Neuerscheinungen.

Treuenbrietzen. Wie wichtig Bücher auch heute noch in der Zeit des schnellen Internets sind, zeigt der jährliche Boom der Buchmessen. Ein passionierter Buchmessenbesucher ist Steffen Meißner, Buchhändler aus Treuenbrietzen. In seinem Laden können Besucher nicht nur Briefmarken, sondern auch die aktuellsten Bestseller kaufen. Auf der Frankfurter Buchmesse ist der 34-Jährige aber bislang noch nie gewesen. „Aufgrund der Entfernung“, sagt Steffen Meißner. Durch seinen Großhändler aus Köln sei seine Buchhandlung aber ohnehin immer mit den neusten Literatur-Krachern ausgestattet.

Alle zwei Jahre besucht der gebürtige Treuenbrietzener stattdessen die Leipziger Buchmesse. Vor allem aber aus persönlichem Interesse, wie Meißner betont: „Ich fahre nach Leipzig, um mich inspirieren zu lassen und die Atmosphäre vor Ort zu schnuppern.“ Dort hält der Buchhändler Ausschau nach den Werken, die ihn interessieren, nimmt diese in die Hand und liest einmal quer.

Steffen Meißner in seinem Laden

Steffen Meißner in seinem Laden.

Quelle: Uminski

Der persönliche Kontakt zu Autoren und Ausstellern, die Berührung eines Buches, der Geruch der frisch gedruckten Seiten – alles das kann das Internet nicht leisten. „Trotzdem können die Kunden auch im Internet in die ersten paar Seiten reinlesen und bei vielen Anbietern fallen auch die Versandkosten weg“, sagt der Treuenbrietzener. Alleine vom Buchhandel könnte der 34-jährige Familienvater nicht leben. „Ohne die Post in meinem Laden wäre das nicht möglich“, sagt er. Der harten Konkurrenz aus dem Internet bietet Steffen Meißner die Stirn mit einem ganz besonderen Service: „Wer bis 15 Uhr bei mir bestellt, kann am nächsten Morgen sein Buch schon in den Händen halten – ohne Aufpreis“.

Buchmesse in Frankfurt/Main

Die 68. Frankfurter Buchmesse öffnete am Mittwoch ihre Türen für die Besucher. Sie dauert bis zum 23. Oktober. Mehr als 70 Autoren treffen dort auf rund 275 000 Leser.

Die royalen Oberhäupter der Partnerländer, König Philippe von Belgien mit Königin Mathilde und König Willem Alexander der Niederlande, eröffneten die Messe. Weitere Informationen zur Frankfurter Buchmesse gibt es unter www.buchmesse.de.

Die lesewütigen Treuenbrietzener versorgt Steffen Meißner, der die Buchhandlung 2012 von seinem Vater übernommen hat, nicht nur mit den aktuellen Bestsellern. „Auch Klassiker wie Dostojewski oder Fontane werden noch viel gelesen.“ Besonders gefragt seien aber vor allem die neueste Harry Potter Ausgabe von Joanne K. Rowling, Komödien und Krimis. „Je blutrünstiger, desto besser“, weiß Meißner, der den Geschmack seiner Leser gut kennt. Neben „Blut- und Psychogeschichten“, wie es der Händler ausdrückt, haben die Sabinchenstädter eine große Vorliebe für Naturthemen.

Der Familienvater selbst liest zurzeit „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ von Norman Maclean. Wichtig für den Buchhändler ist, dass ein Titel hält, was er verspricht. Zu oft sei er nach irreführenden Titeln enttäuscht gewesen.

Was für ihn ein gutes Buch ausmacht, kann Steffen Meißner sagen: „Ich darf beim Lesen nach einem langen Arbeitstag nicht einschlafen.“ Der passionierte Büchersammler kann sich ein Leben ohne die Literatur nicht vorstellen.

Ab Donnerstag öffnet die Frankfurter Buchmesser ihre Tore für alle Lesewütigen, Krimiliebhaber und Buchsammler. Unter dem Motto „Dies ist, was wir teilen“ präsentieren sich die Gastländer Flandern und die Niederlande. Steffen Meißner wird nicht dabei sein – aber vielleicht eines Tages einmal.

Von Johanna Uminski

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