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Potsdam-Mittelmark Ein Jahr lang Abenteuer Sibirien
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Jahr lang Abenteuer Sibirien
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11:23 07.06.2017
Ulf Siebach und seine Lebenspartnerin Vita Roskoschna haben sich auf die 6500 Kilometer lange Reise nach Sibirien gemacht. Dort wollen sie ein Jahr lang inmitten der unberührten Natur am Rande der Taiga leben. Quelle: H. Helwig
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Buchholz

Ulf Siebach aus Buchholz bei Beelitz hat am Dienstag dem angenehmen Leben in Deutschland den Rücken gekehrt. Mit seiner Lebenspartnerin Vita Roskoschna und dem gemeinsamen Töchterchen Paulina (15 Monate) will er ein Jahr lang im Sajangebirge nahe der mongolischen Grenze leben. Mehr als 6500 Kilometer muss der Landrover-Defender bis ins sibirische Dorf Petropawlowka zurücklegen. Acht Kilometer weiter hat Siebach am Rande der Taiga einen Bauernhof gekauft, den er ausbauen will.

„Ich liebe die unberührte Natur. Wir Deutschen leben im Überfluss. Der hat uns träge und denkfaul gemacht. Ich fühle mich gesünder, wenn ich mir alles selbst organisieren muss – Wasser aus dem Fluss holen und Holz hacken zum Beispiel. Ich bin Handwerker und baue alles selbst“, sagt der frühere Bauunternehmer.

Diesen Bauernhof im Sajangebirge hat Ulf Siebach erworben. Quelle: Privat

Fernab der Zivilisation gibt es kein Wassernetz, keinen Strom, höchstens Solarenergie, dafür aber einen „...super Internetempfang, weil auf einem nahen Berg ein Funkmast steht.“ Temperaturen von 40 Grad minus und mindestens zwei Meter Schnee im Winter oder die nächste Tankstelle in etwa 90 Kilometer Entfernung, so dass man mit dem 200-Liter-Faß an die Zapfsäule fährt, gehören zum Alltag. „Jeder Einkauf ist eine logistische Herausforderung. Man bekommt einen völlig anderen Lebensrhythmus“, schwärmt Siebach. Wer ernsthaft erkrankt, wird mit dem Rettungshubschrauber ins nächste Krankenhaus geflogen. Der käme genauso schnell, wie hierzulande der Krankenwagen.

In der Taiga will Siebach einen Erlebnistourismus unter dem Motto „Reise in die Wildnis“ aufbauen und später vielleicht Kanu- und Raftingtouren oder Fotosafaris anbieten. Zunächst aber sollen einige Blockhäuser für Unterkünfte entstehen, ähnlich seinem Haus in Buchholz, das er ebenfalls selbst errichtet hat. Eine Baugenehmigung braucht der Buchholzer nach eigenen Worten dafür nicht. „Dort hat man eben viel Freiheit, weil es genug Platz gibt.“

Der knapp 50-Jährige kam erstmals 2012 nach Nowosibirsk und verbrachte mit seiner Lebensgefährtin, einer Ukrainerin, ein Wochenende in einer Pension in einem Dorf. „Dort lernte ich die Natur kennen und war sofort begeistert. Ich habe dann Bücher gelesen und im Internet weitergeforscht“, sagt Siebach. Irgendwann ist er auf das Dorf Petropawlowka gestoßen, ist hingefahren und hat sich sein späteres Grundstück angeschaut. Ein Jahr darauf erwarb er den Bauernhof. „Dort könnte ich auch irgendwann einmal Tiere halten. Einerseits will ich den Tourismus aufbauen, andererseits meinen künftigen Besuchern eine völlig andere Lebensweise vorstellen“, sagt der Naturliebhaber.

Im vorigen November hatte der Auswanderer von der russischen Föderation nach einem Sprachtest und mit einem Gesundheitsattest sowie einem Führungszeugnis ein befristetes Visum für sich und seine Familie erhalten und bis zum Februar dieses Jahres schon mal das Leben in der Taiga getestet. Während seiner Abwesenheit hütet eine Verwandte sein Haus in Buchholz. Ob er einmal für immer nach Sibirien übersiedelt, weiß Ulf Siebach noch nicht. Ausschließen will er es nicht.

Buchholzer war schon immer ein Weltenbummler

Der Name Ulf hat seinen Ursprung im Nordischen und bedeutet soviel wie Wolf. Darum hat Ulf Siebach sich dieses Tier zum Wappen für sein Unternehmen gewählt.

Der Weltenbummler hat mit 28 Jahren schon die kanadischen Rocky Mountains besucht und war für ein Jahr nach Schweden ausgewandert.

Für seine Reise benötigte der Buchholzer eine Vorbereitungszeit von annähernd vier Wochen.

Von Heinz Helwig

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