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Buchlesung: DDR, Familie, Stasi, Knast und Wunden

Kleinmachnow Buchlesung: DDR, Familie, Stasi, Knast und Wunden

Die Berliner Ärztin Elke Austenat kommt mit ihrem Buch „„Die Austenats – Eine deutsche Familie“ nach Kleinmachnow. Dort liest sie Geschichten von Verrat und Einschüchterung, von Strafen durch Staat und Familie, aber auch von Aufrechten, die sich dem System entgegen gestellt haben. „Abrechnung halte ich für falsch“, sagte die Autorin der MAZ.

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Elke Austenat

Quelle: AWA Publishing & Advising

Kleinmachnow. Was macht eine Familie in den Nachwehen des Zweiten Weltkrieges, die im Osten beheimatet ist? Eine Familie, die wie viele andere von menschlichen und materiellen Verlusten getroffen wurde. Sozialismus war anfangs kein Schimpfwort. Aber ob des realen Sozialismus driftet eine Familie auseinander.

Die promovierte Ärztin Elke Austenat hat das erlebt. In ihrem Buch „Die Austenats – Eine deutsche Familie“, dem ersten Belletristik-Band neben Fachbüchern – beschreibt sie den täglichen Kampf ums Überleben und die Herausforderungen. Aber auch die Erfolge und Schicksale von Einzelnen. Am 15. September um 19.30 Uhr liest die Berlinerin in der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Thomas Morus, Hohe Kiefer 113, aus ihrem Buch. Darin schildert sie nicht nur das Leben ihrer Familie, sondern auch „die Vergesslichkeit der Staatsgetreuen, was Freiheit und Eigenverantwortung des Einzelnen bedeutet, wenn es heißt nie wieder ein menschenverachtendes System zu etablieren“. Sie erinnert an „überzeugte Verfechter und Vertraute des DDR-Systems, wie der Oberbürgermeister von Ost-Berlin oder der Leibarzt von Willi Stoph“ und berichtet von denen, die erkannten, dass „dieses System keinen Deut besser war als das Vorhergehende“ und von denen, die sich offen und direkt gegen das System gewandt haben und dafür nicht nur vom DDR-System, sondern auch von der eigenen Familie gestraft wurden. Es geht um Menschen, die „ das Spinnennetz der Stasi umhüllte, aber nicht vernichten konnte“, um Verrat, Einschüchterung und letztendlich Gefängnis, die tiefe Spuren hinterlassen haben. 

Die heute 71-Jährige saß von 1980 bis 1982 in politischer Haft im Stasi-Untersuchungsgefängnis in Berlin-Pankow sowie im Frauengefängnis Hoheneck. 1982 wurde sie durch die Bundesrepublik Deutschland freigekauft und siedelte nach Westberlin um. 1982 und erneut 1990 wurde sie als politisch Verfolgte des DDR-Regimes anerkannt. Austenat studierte 1966 bis 1972 Humanmedizin an der Humboldt-Universität und promovierte 1972. Von 1972 bis 1980 arbeitete sie an der Klinik für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten des Städtischen Krankenhauses Berlin-Kaulsdorf. 1977 erlangte sie die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin, 1979 die für die Subspezialisierung Diabetes. Von 1979 bis 1980 arbeitete sie als stellvertretende Chefärztin an der Klinik.

Elke Austenat will mit diesem Buch aufklären. „Abrechnung halte ich für falsch, da sie für Niemanden hilfreich ist. Dieses Buch soll wenn möglich helfen, aus der Vergangenheit zu lernen“, sagte sie zur MAZ.

Info: Bei Interesse an einer Lesung, Anfrage per Email dr.e.austenat@awa-publishing.de

Von Claudia Krause

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