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Budget für Begegnungen hat sich bewährt

Hoher Fläming Budget für Begegnungen hat sich bewährt

Mit Geld aus dem Lokalen Aktionsplan „Hoher Fläming“ werden Aktivitäten für Toleranz und Demokratie gefördert. So können Kinder ihre Wünsche zur Wahl äußern und mit Flüchtlingen in der Zirkuswerkstatt proben. Schwer aber bleibt es, Jugendliche zur dauerhaften politischen Mitwirkung zu bewegen.

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Blickfang in Treuenbrietzen: Plakate, die Schüler im Vorfeld der Wahl gestaltet haben.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Noch ehe die Parteien ihre Plakate für Bundestags- und Bürgermeisterwahl in der Sabinchenstadt platzieren, hat der Nachwuchs seine Botschaften schon einmal kundgetan. Warnungen vor den Folgen des globalen Klimawandels gehören ebenso dazu wie die Forderung nach mehr Berufsorientierung in den hiesigen Schulen. Entstanden sind die Hingucker in der Albert-Schweitzer-Grundschule und im Gymnasium „Am Burgwall“. Nicht zuletzt dank Förderung gemäß des Lokalen Aktionsplanes „Hoher Fläming“ konnten sich die Kinder und Jugendlichen unter Anleitung der Schulsozialarbeiter Diana Bölke und Sven Gatter so in Szene setzen.

Das von Bund und Kreis Potsdam-Mittelmark gemeinsam gespeiste 105 000-Budget ist zur Jahresmitte bereits ziemlich ausgeschöpft. „Viele Vorhaben sind aber langfristig angelegt“, sagt Florian Görner. „Die Antragstellung lohnt sich durchaus noch“, macht er obendrein Mut. Angestellt bei der Stiftung SPI Walter May und ansässig im Jugendfreizeitzentrum Pogo, ist er seit zwei Jahren der hiesige Koordinator für die hauptsächlich aus dem Pogramm „Demokratie leben“ geförderten Aktivitäten. „Offenkundig ist die Geldquelle hier sehr gut bekannt“, lautet sein Fazit. Antragstellung und Abrechnung hätten sich vereinfacht. „Die Verantwortung liegt hauptsächlich vor Ort“, bestätigt der 29-Jährige.

Tatsächlich wird schon zehn Jahre lang gut damit gearbeitet. „Wo wir nicht handeln, handeln andere“, lautet seit 2007 die Devise. Die Städte Bad Belzig und Treuenbrietzen, die Ämter Brück und Niemegk sowie die Gemeinde Wiesenburg/Mark sind in einem Netzwerk vereint. Ihr Ziel: Junge Leute in ihrer Heimat halten, sie zu sinnvoller Freizeitgestaltung und bestenfalls demokratischer Mitwirkung animieren.

Beispielsweise wenn unter Anleitung die Umgebung mit Graffiti gestaltet wird oder Mädchen aus der Wiesenburger Grundschule „Am Schlosspark“ ihre (beruflichen) Zukunftschancen vor Ort ausloten. Ungeachtet der augenscheinlichen Erfolge der Prävention war zwischenzeitlich der Rotstift angesetzt worden.

Wo es noch Restposten gibt

Alljährlich haben Vereine und Initiativen aus den fünf Fläming-Kommunen die Chance, für Aktivitäten, die das soziale Miteinander vor Ort stärken, eine Förderung zu erhalten. Aktuell noch 8000 von 44 000 Euro für Projekte übrig.

1500 von 10000 Euro sind noch für Öffentlichkeitsarbeit verfügbar. Ein Großer Posten ist für den Festakt zur Zehn-Jahr-Feier geplant, um Ehrenamtliche zu ehren. Erst zur Hälfte verbraucht ist der 6000-Euro-Jugendfonds „Du hast den Hut auf“.

Vor Antragstellung ist Beratung möglich. Die Entscheidung fällt der sogenannte Begleitausschuss. Ihm gehören jeweils ein Verwaltungsvertreter pro Kommune sowie zwei Personen der Zivilgesellschaft an.

Auskünfte bei der Koordinierungsstelle in Bad Belzig, Jugendfreizeitzentrum Pogo, Berliner Straße 4, 033841/79 86 73.

Vor dem Hintergrund des Zustroms von Flüchtlingen und einiger rechtsextremer Vorfälle 2015 waren bundesweit vielfältige Initiativen entstanden, die unterstützt werden sollten. Florian Görner erinnert an Aktivitäten wie die wieder bevorstehende Gesundheitswoche in Borkheide und Borkwalde oder die Zirkuswerkstätten, wo sich vielerorts Kinder – und Eltern – verschiedener Kulturen in Aktion begegnen, so dass weder auf der einen noch auf der anderen Seite die Berührungsängste gepflegt werden können. Zumindest offene Konfrontation gibt es nach Einschätzung der Akteure zwischen Alt Bork und Zixdorf eher selten.

Nach wie vor schwierig ist es, offenbar echte politische Mitwirkung der jungen Leute zu organisieren. Der Weg über die Neuen Medien, eine WhatsApp-Gruppe, scheint nicht zielführend. Wohl gibt es Absprachen und Abstimmungen beispielsweise über die Aufteilung des Jugendfonds per Mobiltelefon. Ob der Vorschriften des Datenschutzes wird der Weg aber wohl nicht weiter verfolgt, berichtet Florian Görner. Nunmehr geht es offline weiter.

Bei der Halloween-Party in der Bad Belziger Albert-Baur-Halle werden die eingereichten Projekte vorgestellt und dort stimmen die Jugendlichen direkt ab, was sie unterstützen wollen.

Von René Gaffron

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