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Bücknitzerin lässt Blumen sprechen

Hobbymalerei als Rentnerin entdeckt Bücknitzerin lässt Blumen sprechen

Ruth Guhl aus Bücknitz hat zwar schon als Kind gezeichnet, die Malerei als Hobby aber erst im Rentenalter für sich wiederentdeckt. Meist sind es blumige Aquarelle. Die 74-Jährige ist Autodidaktin und freut sich auf ihre erste eigenen Ausstellung in der Wusterwitzer Kulturscheune. Außerdem singt sie im Chor, macht Patchwork und hat mit Fassadenmalerei begonnen.

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Jetzt, im Winter, malt Ruth Guhl am Fenster in der warmen Wohnküche.

Quelle: Claudia Nack

Bücknitz. „Ich habe schon in meiner Kindheit mit Freundin Rosi gemalt. Meine Mutter hat die Bilder bewundert. Das spornt an “, sagt Ruth Guhl, die bei Posen geboren und in der Nähe von Putlitz aufgewachsen ist. Auf der Fachschule half sie Zimmerkommilitoninnen beim Zeichnen. Im Beruf als Kindergärtnerin konnte sie ihr Talent auch beim Gestalten der Räume gut gebrauchen. Als Hobby für sich wiederentdeckt hat sie das Malen 2009 als Rentnerin.

„Ich kaufte mir Künstlerfarben und Papier und bin im Urlaub zu meiner Freundin Regina ins Siegerland gefahren, die mich in die Aquarellmalerei einführte“, erzählt die 74-Jährige. Ihr erstes Motiv aus dem heimischen Garten war eine blaue Lilie, die auf Anhieb wunderschön geworden sei. Sie hängt im Flur der Guhls neben mehr als einem Dutzend anderer Blumen. Für die Bilder, die öfter wechseln, baut Gatte Karl-Heinz die Leisten. Gerahmt werden sie von einem freundlichen Glasermeister.

Seidenmalkasten zum Abschied

Weil im Dorf dringend eine Kindergärtnerin gesucht wurde, kam sie als junge Frau 1967 nach Bücknitz. „Der damalige Bürgermeister Fritz Siegel ließ mich von LPG-Fahrer Karl Eichholz extra aus Mecklenburg abholen“, erinnert sie sich. Es war ihre vierte Tagesstätte, in der sie am längsten blieb. Bis 2000 war sie Kindergartenleiterin und begleitete mehrere Generationen auf ihrem Lebensweg. Die Kita im Dorf gibt es nicht mehr, in das Haus zog mit dem Feuerwehrverein vor einigen Jahren neues Leben ein.

„Bei meiner Verabschiedung schenken mir Eltern einen Seidenmalkasten, weil sie wussten, dass ich kreativ bin“, erzählt Ruth Guhl. Also brachte sie sich die Seidenmalerei allein bei. Heraus kamen viele Tücher und Tischbänder vorrangig mit Blumen, die sie verschenkt, verkauft und selbst getragen hat. „Mein Mann baute mir den Spannrahmen“, sagt sie.

Einige Bilder von Ruth Guhl

Einige Bilder von Ruth Guhl. Sie ist dabei, sie für Wusterwitz zusammenzustellen.

Quelle: C. Nack

„Ich liebe die Geselligkeit, will auch als Rentnerin noch kreativ sein und Schönes erleben “, sagt Ruth Guhl, die von Anfang an auch im Bücknitzer Kulturförderverein ist. Einmal im Monat besucht sie in der Begegnungsstätte Ziesar die Patchworkgruppe und singt im Regionalkirchenchor in Wollin.

Seit sie das Malen wiederentdeckt hat, sind zig Bilder entstanden. Aquarelle, inzwischen auch in Öl und Mischtechnik. Hauptsächlich Blumen, die sie liebt und im Garten hat. Sie nimmt sich aber auch Landschaften und Gebäude der Umgebung vor. Immer wenn sie Lust und Zeit hat, greift sie zu Pinsel und Farbe. Ohne Zwang. „Es ist für mich seelischer Ausgleich und man kann sich entfalten.“ Ihr „Reich“ hatte sie erst im Waschraum auf dem Hof, dann am Fenster in der Küche bis ihr Mann auf die Idee kam, in der oberen Etage des Hauses ein kleines Atelier auszubauen. Bis auf Malrunden bei Hobbykünstlern wie Ilona Peters in Dippmannsdorf und Stephan Bund in Buckau, der Mitstreiter sucht, besuchte sie nie Kurse. „Die Erfahrung bringt’s“, sagt sie.

Ausstellung bald Wusterwitz

„Ich möchte meine Bilder nicht nur im stillen Kämmerlein aufbewahren, sondern auch zeigen, damit sich andere erfreuen“. Seit etwa fünf Jahren sind wechselnde Arbeiten von ihr bei Zahnärztin Heidrun Uckert in Kirchmöser zu sehen. Beim Deutschen Mühlentag war sie in der Bücknitzer Mühle präsent, die ein Industriedenkmal ist. Im vorigen Jahr gehörte Ruth Guhl zu vier Laienmalern, deren Werke in der Ausstellung „Landschaften zwischen Fiener Bruch und Hohem Fläming“ vier Monate auf Burg Ziesar gezeigt wurden. Im Frühjahr wird sie in der Wusterwitzer Kulturscheune ihre erste eigene Exposition haben.

Die 74-Jährige hat inzwischen auch mit Fassadenmalerei begonnen. Ihr Erstlingswerk, ein Schwan, ziert die Hauswand im Guhlschen Hof. Ziesars Musikvereinschef Manfred Geserick habe er so gut gefallen, dass er sich Schwan und Burgmotiv für das Ferienobjekt in Sellin vorstellen kann. „Es ist geplant, dass ich im Juni an die Ostsee fahre“, verrät die Hobbykünstlerin.

Von Claudia Nack

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