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Bürger machen Druck: Nicht ohne stille Örtchen

Region Teltow und Umland Bürger machen Druck: Nicht ohne stille Örtchen

Kleinmachnow und Stahnsdorf haben keine öffentlichen Toiletten und wollen auf Wunsch der Einwohner nun endlich nachrüsten. Andere Gemeinden wie Teltow, Beelitz und Michendorf sind da schon ein Häuschen weiter.

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Geradezu romantisch „versteckt“ das öffentliche Örtchen in Teltow am Mattausch-Park..

Quelle: Claudia Krause

Kleinamchnow. Die Not mit der Notdurft kennt wohl jeder. Da wird der Einkauf zur Qual, wenn man in einem der Supermärkte ohne Toilette ist. Wo bleibt die Fürsorge?

Kleinmachnow rüstet jetzt auf. Die Nobelgemeinde mit super Steuereinnahmen besitzt kein öffentliches Klo. Auf Antrag der Fraktion SPD/Pro haben die Gemeindevertreter im Juli beschlossen, die Errichtung einer WC-Anlage im Bereich des Rathausmarktes auf der Prioritätenliste für den Haushalt 2017 wenigstens von 5 auf Position 3 zu ziehen. Auf dem Markt herrscht pulsierendes Leben. Einwohner und Gäste als Kunden und Besucher der Gewerbetreibenden haben dort keine „angemessene Möglichkeit“ austreten zu gehen. Ortskundige „verschwinden“ schnell mal im Rathaus so lange dort Licht brennt. „Es zeugt von Verantwortungsbewusstsein des Bürgermeisters und seiner Verwaltung, wenn für Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit in der Kommune Sorge getragen wird. Ein ganz wesentlicher Bestandteil dabei ist die Bereitstellung und Unterhaltung von jederzeit zugänglichen öffentlichen Toiletten.“ Sie würden die Aufenthaltsqualität erhöhen „und sind für viele Menschen eine unabdingbare Notwendigkeit, insbesondere für Behinderte und Senioren“, begründet Fraktionschef Bernd Bültermann (SPD). Die „250 000 Euro“ hält Bürgermeister Michael Grubert (SPD) zwar für zu hoch, aber „der Antrag ist gut“. Einzelheiten würden beim Errichtungsbeschluss der „genauen Kostenübersicht“ erörtert werden.

Warten auf grünes Licht für Bahnhofs-Klo

Die Stahnsdorfer Nachbarn hinken ebenso hinterher und ihr Gemeindeamt liegt sogar etwas ab vom Schuss. „Die Verwaltung wird jedoch im aktuellen Bebauungsplan-Verfahren Nr. 11 ’Busbahnhof Waldschänke’ einen entsprechenden Wunsch aus der Bevölkerung und der Kommunalpolitik aufgreifen, indem sie ein WC in oder um den dortigen neuen Wohnblock festsetzen lassen möchte“, so Sprecher Stephan Reitzig zur MAZ.

Die Boomtown Teltow leistet sich dagegen eine öffentliche, gebührenfreie Toilette am August-Mattausch-Park. „Der finanzielle Aufwand der Stadt beläuft sich auf etwa 7000 Euro pro Jahr. Diese Kosten fallen für Strom, Wasser, Reinigung und Reparaturen an“, sagte Stadtsprecherin Andrea Neumann. Als weiterer Standort sei nach wie vor die S-Bahn-Station im Gespräch, „wir warten derzeit auf eine Beantwortung unseres Vertragsangebots seitens der S-Bahn“. Und das Rathaus steht direkt am Marktplatz in der Altstadt.

Schwielowsee will noch mehr WC-Standorte schaffen

Auch die Gemeinde Schwielowsee, ein anerkannter Erholungsort, will in Sachen WC’s noch aufrüsten: „Für die Zukunft sind öffentliche Toiletten in den Ortsteilen geplant – leider können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose der Umsetzung geben“, hieß es aus dem Rathaus. Immerhin hält die Kommune im Ortsteil Ferch die WC’s im Rathaus sowie im Museum der Havelländischen Malerkolonie (zu den Öffnungszeiten) zur Verfügung, und in Caputh gibt es die Toiletten der Weißen Flotte am Gemünde, die für ein Entgelt nutzbar sind; für Kiosk-Gäste kostenlos.

Beelitz betreibt sogar eine öffentliche Dusche

Gut aufgestellt ist offenbar die Stadt Beelitz. Öffentliche Toiletten gibt es am Lustgarten (Rückseite), in der Alten Posthalterei sowie an der Remise Am Steinhorst und im Rathaus. All diese können kostenfrei genutzt werden. An den Wochenenden sind bis Oktober neben der am Lustgarten (wird von Lokalbetreiber Jakobs mitbetreut) auch die in der Alten Posthalterei geöffnet (zumindest samstags). Darüber hinaus gibt es im Dorfgemeinschaftshaus in Wittbrietzen seit der Sanierung 2013 eine öffentliche Toilette und sogar eine Dusche. „Die Türschlösser dort sind mit einem Münzschlitz versehen, also kostenpflichtig, dafür aber immer nutzbar“, sagte Sprecher Thomas Lähns. Überlegungen für weitere Standorte gebe es jetzt nicht. Ein Herz für die Nöte der Menschen bewies im Herbst 2014 Familie Senteck, die beim Umbau ihres Edeka-Marktes in der Karl-Marx-Straße „auf Wunsch vieler Kunden“ ein stilles Örtchen eingebaut hat.

Michendorf bekommt im neuen Aldi-Anbau weitere Toilette

Michendorf war vor Jahren mit dem Kampf des Seniorenbeirats ums öffentliche WC ständig in den Schlagzeilen. Schließlich wurde es 2014 in der Potsdamer Straße 57 (Nähe Bushalt) eingeweiht. Und Kunden des stark frequentierten Einkaufszentrums mit Edeka, Aldi, Kik und Apotheke dürfen sich jetzt auf den Aldi-Neubau freuen: Auf Druck der Bürger und Wunsch der Gemeinde kommt dort auch eine öffentliche Toilette rein.

So macht’s Potsdam

In der Landeshauptstadt Potsdam gibt es acht City-Toiletten-Standorte.

Seit 1997 hat die Stadt mit der Wall AG einen Vertrag zum Betreiben der gebührenpflichtigen, aber ständig zugänglichen Toiletten geschlossen.

Im Vertrag wurde eine bestimmte Anzahl von Werbestandorten für Litfaßsäulen und Großflächen (sogenannte Billboards) eingeräumt. Darüber finanzieren sich die öffentlichen Toiletten.

Die Stadt ist mit dem Stand „zufrieden“, sagt Sprecher Jan Brunzlow.

Von Claudia Krause

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