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Potsdam-Mittelmark Bürger sollen über „Hans-Grade-Gemeinde“ entscheiden
Lokales Potsdam-Mittelmark Bürger sollen über „Hans-Grade-Gemeinde“ entscheiden
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00:17 08.07.2016
Aus Borkheide sind die Erinnerungen an Hans Grade nicht wegzudenken – hier der Eingang zu seinem ehemaligen Wohnhaus Quelle: Michaela Riedel
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Borkheide

Wenn am 25.September der neue Landrat in Potsdam-Mittelmark gewählt wird, stehen die Borkheider Wahlberechtigten vor einem weiteren Votum: Sie sollen entscheiden, ob sie den Namenszusatz „Hans-Grade-Gemeinde“ auf ihrem Ortsschild sehen wollen.

Edda Haage und John Peter Dostal – beide sitzen für die SPD in der Gemeindevertretung – haben den entsprechenden Antrag gestellt. Ihrer Meinung nach war Grade eine prägende Persönlichkeit für die Gemeinde, der Namenszusatz soll die Entwicklung und Popularität der Siedlung befördern. Doch nicht alle in der Gemeindevertretung sind damit einverstanden, schnell regte sich Widerspruch.

Votum nicht bindend

In einer Einwohnerversammlung im Januar 2016 schließlich wurde die Bürgerbefragung befürwortet. Diese ist zwar für die Gemeindevertreter nicht bindend, soll jedoch als Willensbekundung verstanden werden. Wie umstritten die Namensgebung ist, zeigte sich in der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Flugpionier Grade sorgt für Diskussionen in Borkheide Quelle: Archiv

Uwe Schomburg (SPD) versuchte in mehreren Anträgen, die Bedeutung der künftigen Umfrage zu relativieren. So wünschte er den ausdrücklichen Hinweis, dass sich die Abgeordneten nicht an das Umfrageergebnis halten müssen und wollte neben der klaren Antworten „ja“ und „nein“ ebenfalls Enthaltung auf dem Stimmzetteln sehen. Beide Anträge Schomburgs wurden mehrheitlich abgelehnt.

Edda Haage und John Peter Dostal wollen den Namenszusatz auf ihrem Ortsschild lesen Quelle: Andreas Koska

„Ich verstehe Sie nicht. Hier wird ein klarer und einfacher Beschluss zerpflückt“, zürnte Bürgermeister Andreas Kreibich (SPD). Initiatorin Edda Haage sprach gar von einer Lachnummer, die nur der Verhinderung diene. Falls sich die Mehrheit der Wähler im Referendum für den Namenszusatz entscheiden sollte, wird darüber endgültig in der Gemeindevertretung abgestimmt; nötig wäre eine Zweidrittelmehrheit.

Entscheidung hat keine Folgen für Einwohner

Eine solche Entscheidung dürfte spannend werden, denn von den 13 Gemeindevertretern sind drei entschiedene Gegner des Namenszusatzes. Auch bei einem Votum für die „Hans-Grade-Gemeinde“ müsste abschließend noch das Innenministerium der Neubenamung zustimmen.

Hans Grade: Borkheides prominentester Bürger

Hans Grade (1879 bis 1946) ist der bekannteste ehemalige Bürger Borkheides. Der Unternehmer, Flugpionier und Maschinenbauer lebte von 1906 an bis zu seinem Tod im Ort.

Grade begründete in Borkheide einen Flugplatz und eine Flugzeugfabrik. Nach dem ersten Weltkrieg – und dem Verbot der Herstellung von Flugzeugen in Deutschland – wurden unter Grades Regie dort Autos hergestellt.

In der Zeit des NS-Regimes war Grade Mitglied der NSDAP. Zwar schätzt Grade-Biograf ihn nicht als aktiven Nazi ein, Zweifel bei den Borkheidern konnte er allerdings nicht endgültig ausräumen.

In Borkheide gibt es bereits Grade-Denkmal, einen Grade-Platz, ein Museum und ein Ehrengrab für den Flugpionier. Die Schule trägt seinen Namen, zudem führt ein Grade-Wanderweg an allen Wohn- und Wirkungsstätten des Flugpioniers vorbei

Für die Einwohner indes hat die Entscheidung keine Folgen – der Streit dreht sich lediglich um eine inoffizielle Bezeichnung, die nur im Briefkopf der Gemeinde und in touristischen Zusammenhängen auftaucht. Personalausweise und andere Dokumente müssen nicht geändert werden.

Erst vor kurzem hatte sich die Nachbargemeinde Borkwalde den Namenszusatz „Waldgemeinde“ gegeben. Das benachbarte Beelitz bezeichnet sich als Spargelstadt und vermarktet den Zusatz offensiv.

Von Andreas Koska

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