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Michendorfer kämpfen um ihren Bahnhof

Pro Bahnhofskauf Michendorfer kämpfen um ihren Bahnhof

Der Kampf um den Michendorfer Bahnhof schien bereits entschieden zu sein: Eine Mehrheit der Gemeindevertreter hatte im Mai den Kauf des Stationsgebäudes abgelehnt. Jetzt könnte sich ein Wende anbahnen: In Michendorf ist eine breite Bewegung pro Bahnhofskauf entstanden, die auch im Gemeindeparlament starke Unterstützer hat.

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Mehr als 520 Unterschriften: Initiator Jürgen Rose und Jennifer Henke, Betreiberin des Bahnhofslokals.

Quelle: Jens Steglich

Michendorf. Eine breite Bewegung aus der Michendorfer Bürgerschaft kämpft für den Erhalt des Bahnhofslokals „Schneiders“ und für den Kauf des Stationsgebäudes durch die Kommune. Die Initiative will erreichen, dass sich die Gemeindevertretung noch einmal mit dem Thema befasst und ihren Beschluss vom Mai 2015, den Bahnhof nicht zu kaufen, revidiert. Die Petition dazu soll am Donnerstag Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) übergeben werden. Innerhalb weniger Tage haben mehr als 520 Leute sie unterschrieben.

„Es sollte uns nicht egal sein, wer den Bahnhof betreibt“, sagte Initiator Jürgen Rose. Allgemeiner Tenor der neuen Bürgerbewegung: „Der Bahnhof gehört zu Michendorf.“ Und das „Schneiders“ auch. Die „außerparlamentarische Opposition“ bekommt auch Rückendeckung aus der Gemeindevertretung. „Sollte der Bürgermeister nicht reagieren, werden wir den Antrag stellen, das Thema auf die Tagesordnung zu nehmen“, sagte Linksfraktionschef Peter Pilling. Linke und FDP planen in dem Fall, einen weitgehenden Beschlussvorschlag einzubringen: „Wir beantragen dann, den Beschluss gegen den Kauf aufzuheben und zu beschließen, den Bahnhof zu erwerben“, so FDP-Fraktionschef Hartmut Besch, der auch Ortsvorsteher ist. „Die Landes-CDU ist auch dafür, Bahnhöfe in kommunale Hand zu geben“, sagte er in Richtung CDU-Fraktion, die bei der Mai-Abstimmung gegen den Kauf votierte. Bei der damaligen Entscheidung, die hinter verschlossenen Türen gefallen war, hatten die Gegner des Kaufs vor allem mit den finanziellen Risiken argumentiert. Lokalbetreiberin Jennifer Henke hat indes erhebliche Zweifel an den Summen, die den Gemeindevertretern genannt wurden und aus einem Gutachten stammen, das die Verwaltung in Auftrag gegeben hatte. Sie hält anderthalb Millionen Euro allein an Sanierungskosten, die damals eine Rolle spielten, für überzogen. „Für das, was zunächst notwendigerweise getan werden muss, ist eine überschaubare Summe erforderlich.“ Gemeint sind Brandschutzmaßnahmen, die 40 000 Euro kosten sollen. Dem Vernehmen nach soll die Bahn angeboten haben, Brandschutzkosten vom Kaufpreis abzuziehen.

Michendorfer Bahnhof

Der Michendorfer Bahnhof ist eines der prägnantesten Gebäude im Ort.

Durch den Bau der Wetzlarer Bahn entstand bereits 1879 ein Haltepunkt in Michendorf, der 1889 und 1913/14 zur Station mit Bahnhofsgebäude erweitert wurde.

Seit 2012 steht der Bahnhof unter Denkmalschutz.

Im Gebäude befinden sich derzeit sechs Wohnungen und zwei Gewerberäume – das Lokal „Schneiders“ und eine Psychotherapie.

Die Befürworter eines Kaufs durch die Gemeinde wollen den Bahnhof zu einem Aushängeschild machen – ihnen schwebt zum Beispiel ein Stationsgebäude mit Kiosk, Fahrkartenverkauf, Touristeninformation und Fahrradverleih vor.

Für eine Wende ist es nicht zu spät. „Der Bahnhof ist noch nicht verkauft“, sagte am Mittwoch Bahnsprecher Gisbert Gahler der MAZ. Unterstützung bekommt die Bewegung pro Bahnhofskauf auch vom Deutschen Bahnkundenverband. Entstanden ist sie bei einer Debatte im „Schneiders“. Dort diskutierten Lokalgäste und ein Gemeindevertreter, der im Mai dagegen votiert hatte. Jürgen Rose sagte dann: „Wir sollten nicht nur reden, wir sollten etwas tun.“ So entstand die Petition, deren Ziel offenbar den Nerv vieler Leute trifft.

„Es gibt keinen Gemeindevertreterbeschluss, der nicht geändert werden kann. Es hängt von den politischen Mehrheiten ab“, sagte Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) der MAZ.

Von Jens Steglich

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