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Potsdam-Mittelmark Bürgermeister befürchten Stauchaos auf A 10
Lokales Potsdam-Mittelmark Bürgermeister befürchten Stauchaos auf A 10
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11:09 11.06.2016
Dauer-Stau beim Einfädeln von der A 115 auf die A 10. Quelle: Robert Grahn
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Potsdam-Land

Fünf Bürgermeistern aus umliegenden Kommunen an der A 10 ist die Hutschnur geplatzt. „Seitdem die Bauarbeiten auf dem Autobahnabschnitt zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal begonnen haben, werden wir buchstäblich erdrückt von einer schier endlosen Blechlawine, die das Leben in unseren Städten und Gemeinden über Tage zum Erliegen bringt“, schreiben sie in einem Brief, der an die Planungsgesellschaft Deges, ans Bundes- und Landesverkehrsministerium und die Polizei gerichtet ist. Tenor: Die Bürger sind – „ebenso wie wir als deren gewählte Vertreter“ – nicht bereit, das Chaos im Zuge des A-10-Ausbaus hinzunehmen. Unterschrieben haben den Brief Ute Hustig (Nuthetal), Kerstin Hoppe (Schwielowsee), Bernhard Knuth (Beelitz), Reinhard Mirbach (Michendorf) und Axel Zinke (Seddiner See).

Axel Zinke, Gemeinde Seddiner See. Quelle: Dorothea Scholz-Janicke

Ihr Vorwurf: Entgegen aller bisherigen Ankündigungen wird die Verkehrsführung im Baubereich nicht nur ausnahmsweise, „sondern offenbar regelmäßig auf weniger als drei Spuren reduziert“. Die Folgen sind gravierend, beklagen die Chefs der Kommunen: „Nicht nur, dass die Ortsdurchfahrten, Kreisverkehre und Kreuzungen durch stehende Lkw blockiert werden und weder Busse noch Feuerwehr oder Rettungsdienste vorwärtskommen, auch unsere Bürger brauchen bisweilen über eine Stunde, um zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen.“

Der Bürgermeister von Michendorf, Reinhard Mirbach (CDU). Quelle: Bernd Gartenschläger

Mittlerweile seien auch Nebenstraßen und Feldwege verstopft, die als Schleichwege herhalten müssen, wenn Autofahrer dem A-10-Stau ausweichen. Beelitz will Schadenersatzansprüche für zerfahrene Wege geltend machen, sagte Knuth der MAZ.

Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) Quelle: Möldner

Die Bürgermeister nennen die Staus im A-10-Umfeld unerträgliche Einschnitte in das Leben der Einwohner und Ausflugsgäste und kritisieren „die Ignoranz, welche die Verantwortlichen gegenüber unseren Hilferufen an den Tag legen“. Die Deges verweise im Nachhinein auf die Notwendigkeit der Einschränkungen, spreche von Ausnahmen, um dann doch wieder die Fahrspuren zu reduzieren, heißt es in dem Brief. Die Polizei müsse man erst anfordern und bitten, an Brennpunkten den Verkehr zu regeln. „Und unsere Landesministerien scheinen sich derweil gänzlich aus der Verantwortung zu nehmen“, so die Bürgermeister, die vier Forderungen (siehe Info-Kasten) formulieren.

Beelitz’ Bürgermeister Bernhard Knuth mit Spargelkönigin Michaela Kranepuhl Quelle: Julian Stähle

Forderungen der Bürgermeister

Die Bürgermeister fordern Gegenmaßnahmen, um den Umleitungsverkehr durch die Kommunen auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.

Umleitungsstraßen wie die Bundesstraßen 1, 2 und 246, die Landesstraßen 73, 78, 88 und 90 sowie Nebenstraßen sollen in der Bauzeit auf der A 10 „teileingezogen werden“. Lkw-Fahrern soll damit die Abfahrt von der A 10 auf Umleitungsstrecken verwehrt werden. „Für Lkw-Fahrer dürfte es keine Rolle spielen, ob sie auf der Autobahn oder auf Umleitungsrouten im Stau stehen.“

Durchreisende sind auf Hinweistafeln an den Autobahnen zu informieren, dass Umleitungen im Staufall keine Alternative sind. Die Polizei soll den Verkehr auf Umleitungsrouten regeln und Kreuzungen frei halten. Bauplaner sollen verbindliche Zusagen über anstehende Behinderungen treffen und einschneidende Arbeiten wie Fahrbahnmarkierungen in die Nacht verlegen.

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für Einwohner, Gewerbetreibende und Besucher der umliegenden Kommunen“, sagte Deges-Sprecher Michael Zarth. Der Ausbau des am stärksten befahrenen Autobahnabschnitts in Brandenburg sei leider nicht ohne Eingriffe in den Verkehr und entsprechende Behinderungen durchführbar. Um die Maßgabe zu erfüllen, bis zur Fertigstellung 2020 den Verkehr in der Regel auf sechs Spuren zu führen, „müssen für die verschiedenen Bauphasen Markierungen, Baustellenbeschilderungen und Fahrzeugrückhaltesysteme installiert werden“. Während der Einrichtungszeiten werde der Verkehr eingeschränkt. Laut Zarth sei aktuell das Aufstellen von „temporären Lärmschutzwänden“ hinzugekommen, weshalb für längere Zeit nur zwei Spuren pro Richtung zur Verfügung stehen. „Wenn alle diese Arbeiten wie geplant abgeschlossen werden können, wird es ab 20. Juni bis Dezember 2016 außer in kleinen Teilbereichen voraussichtlich keine Fahrstreifenreduzierungen mehr geben“, sagte Zarth.

Kerstin Hoppe Bürgermeisterin, Schwielowsee Quelle: MAZ

Von Jens Steglich

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