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Bürgermeister direkt mit Silvesterrakete bedroht

Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) Bürgermeister direkt mit Silvesterrakete bedroht

Nach gezielten Angriffen mit Feuerwerkskörpern und Raketen auf Treuenbrietzener Silvestergesellschaften ist offen, welches Strafmaß den Angreifer erwartet. Darüber entscheidet demnächst die Staatsanwaltschaft. Haftgründe gegen den aggressiven Täter lagen zunächst nicht vor. Er hatte auch den Rathauschef, der eingeschritten war, direkt bedroht.

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Mann aus Treuenbrietzen, der gezündete Silvesterböller und Raketen gezielt auf Partygesellschaften abgefeuert hatte.

Quelle: dpa

Treuenbrietzen. Nach den gefährlichen Angriffen mit Feuerwerkskörpern auf Silvestergäste am Markt in Treuenbrietzen werden jetzt weitere Details bekannt. Insgesamt gingen bis Mittwoch gegen den laut Zeugen um die 30 Jahre alten, aggressiven Angreifer zwei Anzeigen bei der Polizei ein. Erstattet wurden sie von Personen, die in der Silvesternacht Sachbeschädigungen und im Fall der Stadtverordneten Anja Schmollack (CDU) Verletzungen erlitten hatten, wie Polizeisprecher Heiko Schmidt auf MAZ-Nachfrage mitteilte. Ein weitere Anzeige betraf eine Beleidigung.

Nähere Angaben zur Person macht die Polizei nicht. „Angaben zur Identität und Vorstrafen können auf Grund der noch laufenden Ermittlungen und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nicht veröffentlicht werden“, so Heiko Schmidt von der Polizeidirektion West. Insgesamt sind der Polizei bisher 13 Personen namentlich bekannt, gegen die der Tatverdächtige Feuerwerkskörper abgeschossen haben soll.

Große Empörung zum gefährlichen Vorfall

Der Bewohner eines Hauses am Markt hatte in der ersten halben Stunde des Neujahrsmorgens auf der Großstraße rund um den Markt mehrere Partygesellschaften offenbar gezielt mit Böllern und Raketen attackiert. Der Verdächtige hatte seine Pyrotechnik zudem auf Passanten und Autos abgefeuert. Die Polizei stellte Strafanzeige gegen den Anwohner und ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Die Empörung zu dem gefährlichen Vorfall ist groß. „Das machen leider immer wieder sehr dumme Menschen“, schreibt eine junge Mutter in Internet-Debatten. Sie selbst sei schon gegen 22 Uhr auf dem Heimweg mit ihrem Kinderwagen aus dem 3. Stock eines Hauses am Markt heraus mit Chinaböllern beworfen und nur knapp verfehlt worden.

Zwei Rathausmitarbeiter schritten ein

Die Eskalation nach Mitternacht direkt miterlebt hatte auch Bürgermeister Michael Knape (parteilos). Er befand sich gegen 0.20 Uhr auf einem privaten Spaziergang im Stadtzentrum. Gemeinsam mit Bürgeramtsleiter Ralf Gronemeier schritt er ein. Die Männer versuchten den Täter davon abzuhalten, weitere Raketen aus der Hand abzufeuern und umgelegte Feuerwerksbatterien quer über die Straße abzuschießen. „Der Mann war stark alkoholisiert und überhaupt nicht mehr Herr seiner Sinne“, berichtet Knape am Mittwoch der MAZ. „Er bot uns Prügel an und bedrohte uns direkt mit einer auf uns gerichteten Rakete. Wir werden von Amts wegen Anzeige erstatten“, kündigt der Rathauschef an.

Bis zu zehn Jahren Haft für Körperverletzung

Nach weiteren Wortgefechten mit dem Rathaus-Team flüchtete der Angreifer über die Rosengasse in die Vogelgesangstraße, wo er das wilde Böllern einstellte. Dank vieler Hinweise von Zeugen konnte der Verdächtige später durch die Polizei namentlich identifiziert werden. „Unmittelbare Haftgründe liegen in solchen Fällen allerdings nicht vor“, sagt Heiko Schmidt. Über das Strafmaß und darüber, ob Anklage gegen den Mann erhoben oder eine Geldbuße verhängt wird, entscheidet demnächst die Staatsanwaltschaft“, erklärt der Polizeisprecher. Die möglichen Strafandrohungen zu gefährlicher Körperverletzung liegen zwischen drei Monaten und zehn Jahren Haft.

Neue Debatte über Sicherheit

Wie Bürgermeister Knape sagt, sei in der Stadt schon vor Jahren mal überlegt worden, Silvesterfeuerwerke aus Sicherheitsgründen nur an zentralen Plätzen zu erlauben. „Doch ist das ein enormer bürokratischer und logistischer Aufwand, weil Sanktionen auch kontrolliert werden müssten“, so der Rathauschef. „Die aktuellen Zwischenfälle nicht nur in Treuenbrietzen könnten jedoch Anlass sein, das Thema mal wieder allgemein zu diskutieren“, sagt Michael Knape.

Von Thomas Wachs

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