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Bürgerschaftspreis geht an zwei Elternsprecher

Treuenbrietzen Bürgerschaftspreis geht an zwei Elternsprecher

Die Stadt Treuenbrietzen würdigt das besonderes Engagement von Diana Specht und André Biebow. Sie kämpfen seit Jahren für den Erhalt einer weiterführenden Schule in der Stadt. Beim Sabinchenfest erhielten die beiden Elternsprecher zweier Schulen nun den Bürgerschaftspreis verliehen.

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Mit dem Treuenbrietzener Bürgerschaftspreis geehrt wurden Diana Specht und André Biebow. Blumen, Urkunde und Geschenk gab es beim Sabinchenfest.

Quelle: Uwe Klemens

Treuenbrietzen. Der seit elf Jahren verliehene Preis für besonderes bürgerschaftliches Engagement in der Stadt Treuenbrietzen ist für 2017 an Diana Specht und André Biebow verliehen worden. Im Rahmen des Sabinchenfestes wurde damit jetzt die mehrjährige Arbeit der beiden Elternsprecher für den Erhalt einer weiterführenden Schule mit Abiturstufe in der Stadt öffentlich gewürdigt.

Mit großer Ausdauer, Kontinuität und Geduld verfolgten beide das Ziel. „Dabei sind sie bereit, bis an die Grenze der eigenen physischen Kraft zu gehen und opfern einen Großteil ihrer Freizeit“, sagte Laudatorin Ute Gutt vom Vorstand des Fördervereins „Wissenswelten“ der Grundschule „Albert Schweitzer“. Unterstützt von Anke Simon hatten die Lehrerinnen die Preisträger für die Ehrung vorgeschlagen. Die von der Stadtverordnetenversammlung berufene Auswahlkommission unterstützte die Nominierung.

Aktiv in mehreren Gremien

Konkret haben sich Diana Specht und André Biebow über Jahre für die Stärkung des Gymnasiums „Am Burgwall“ engagiert. Aktuell steht die Umwandlung dieser Schule in eine Gesamtschule mit Abiturstufe im Mittelpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

Nach Ansicht von Ute Gutt haben beide Preisträger die Auszeichnung verdient, weil sie über Jahre sehr aktiv in der Gremienarbeit der Schulen in Treuenbrietzen tätig sind. Sie sind Elternsprecher in den Klassen ihrer Kinder. Als stellvertretende Schulelternsprecherin der Grundschule „Albert Schweitzer“ bringe sich Diana Specht mit viel Energie in die Arbeit der Schule ein. André Biebow war über viele Jahre Schulelternsprecher des Gymnasiums „Am Burgwall“ und ist heute dort noch Vorsitzender der Schulkonferenz. „Beide arbeiten zudem konstruktiv und voller Ideen in den Vorständen der Fördervereine unserer Schulen“, sagt Ute Gutt in ihrer Laudatio.

Gesamtschulmodell seit 2014 favorisiert

In mehreren Jahren war der Schulstandort des Gymnasiums Treuenbrietzen gefährdet. Deshalb wurde durch die Stadt als Schulträger eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die nach einer Lösung des Problems suchte. Im November 2014 entstand die Idee des Gesamtschulmodells für die Stadt. Als Schulelternsprecher stand André Biebow sofort zur Mitarbeit zur Verfügung. Er warb ab Herbst 2014 auch an Grundschulen seines Heimatkreises Teltow-Fläming für das Gesamtschulkonzept in Treuenbrietzen.

Im Frühjahr 2016 kam auch Diana Specht als Elternvertreterin der Grundschule in diese Arbeitsgruppe. Ihre Tochter gehört zu dem Jahrgang, der wegen mangelnder Anmeldezahlen nicht das Gymnasium „Am Burgwall“ besuchen kann und nun den weiteren Schulweg nach Beelitz auf sich nehmen muss.

„Beide Eltervertreter haben sich über das Übliche hinaus sehr stark engagiert. Sie sind als Vertreter der Elternschaft über sich hinausgewachsen, haben sehr viel Zeit und persönliches Engagement in die Etablierung einer Gesamtschule in Treuenbrietzen gelegt. Sie haben es verstanden, andere Menschen zu mobilisieren und zu aktivieren“, sagte Ute Gutt während der Preisverleihung auf der Marktbühne.

Ute Gutt würdigt die Preisträger in ihrer Laudatio beim Treuenbrietzener  Stadtfest

Ute Gutt würdigt die Preisträger in ihrer Laudatio beim Treuenbrietzener Stadtfest.

Quelle: Uwe Klemens

Ihre Familien brauchten schon lange viel Verständnis dafür, dass sie oft nicht mit am Abendbrottisch sitzen, wenn Diana Specht und Andre Biebow die Treuenbrietzener Arbeitsgruppe in der Bildungswerkstatt und den Ausschüssen des Kreistages vertraten. Auch organisierten sie eine große Elternversammlung im Herbst 2016 und führten eine Unterschriftensammlung für den Standort einer Gesamtschule in Treuenbrietzen durch. Innerhalb weniger Wochen kamen rund 1300 Unterschriften zusammen. Sie schrieben Briefe an alle Fraktionen des Kreistages, führten persönliche Gespräche mit den Fraktionen und nahmen an etlichen Sitzungen teil. „Oft waren sie durch nicht nachvollziehbare politische Auseinandersetzungen nah am Verzweifeln. Trotz einiger Rückschläge und auch persönlicher Angriffe verloren sie nicht den Mut und den für sie so eigenen Humor. Immer blieben sie sachlich und gesprächsbereit“, so die Laudatorin.

Antrieb der Elternvertreter sei es stets gewesen, „dass unsere Kinder hier ihre Schulabschlüsse machen und nicht stundenlang mit Bus und Bahn durch die Gegend fahren sollen. Sie und wir wollen die Jugendlichen in unserer Region halten“, sagte Ute Gutt. „Treuenbrietzen soll eine Zukunft haben und unsere Kinder sind unsere Zukunft“, so die Laudatorin.

Preisträger von der Ehrung überrascht

Beide Preisträger wurden von der Ehrung beim Sabinchenfest überrascht. „Der Preis war nicht nötig“, sagte André Biebow in seinem kurzen Dank: „Wir beide machen das, damit es in Treuenbrietzen weiter vorwärts geht.“

Diana Specht wohnt mit ihrer Familie in Treuenbrietzen. Aufgewachsen ist sie im Ortsteil Marzahna. Am Treuenbrietzener Gymnasium legte sie ihr Abitur ab. Sie erlernte einen kaufmännischen Beruf und führt heute als junge Unternehmerin die Spedition ihres Vaters in Marzahna weiter. Diana Specht ist verheiratet und hat zwei Kinder.

André Biebow wohnt in Malterhausen. Aufgewachsen ist er in Paulinenaue. Seine Berufsausbildung mit Abitur im Bereich Landwirtschaft führte ihn in den Fläming. In Jüterbog lernte er seine spätere Frau kennen. Auch er hat zwei Kinder. Sie besuchten und besuchen das Gymnasium in Treuenbrietzen. Beruflich ist der engagierte Vater im Bereich der landwirtschaftlichen Bauplanung tätig.

In Treuenbrietzen werden – allerdings mit Pausen ohne Nominierungen – seit elf Jahren Personen geehrt, die sich durch ihr außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement besondere Verdienste für das Gemeinwohl erworben haben. Die erste Preisträgerin war Sibylle Menyes im Jahre 2006. Sie organisiert seit 1990 Transporte mit Spenden Treuenbrietzener Bürger nach Rumänien. Im vorigen Jahr wurde Reinhard Walter aus Pechüle geehrt. Er engagiert sich dort seit über 40 Jahren für die Dorfkirche.

Von Thomas Wachs

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