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Bürgerstiftung kauft Sportplatz mit Vereinshaus

Schlalach Bürgerstiftung kauft Sportplatz mit Vereinshaus

Gewinne aus örtlichen Windkraftanlagen fließen im Dorf Schlalach (Potsdam-Mittelmark) jetzt in den Ankauf des Sportplatzes samt Vereinshaus. Die Bürgerstiftung erwirbt das Freizeitgelände von der Gemeinde. Das Areal soll so langfristig für verschiedene kommunale Projekte gesichert und ausgebaut werden.

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Das Sportplatzgelände in Schlalach soll ausgebaut werden – für den Fußball und weitere Aktivitäten. Dazu kauft die Bürgerstiftung jetzt das Areal.

Quelle: Jörgen Heller

Schlalach. Der Sportplatz in Schlalach bekommt einen neuen Besitzer. Die Gemeindevertreter vom Mühlenfließ billigten jetzt einstimmig den Verkauf der kommunalen fläche samt Gebäude an die Bürgerstiftung Schlalach. Für das rund 20850 Quadratmeter umfassende Gelände zahlt die Stiftung 65 000 Euro an die Gemeinde. Somit sollen einmal mehr Gewinne aus dem an den Ort angrenzenden Windpark zugunsten aller Bürger in kommunale Projekte fließen.

Das Gutachten zum Verkehrswert der Immobilien von 2014 ist jetzt überarbeitet worden. „Angerechnet wurden für den nun geringeren Kaufpreis die Eigenleistungen des Sportvereines beim Aufbau des Platzes und des Gebäudes“, erklärte der Niemegker Amtsdirektor, Thomas Hemmerling. Die Gemeinde habe langfristig keine Verwendung für die Freizeitstätte. Unter dieser Bedingung erlaubt die Kommunalverfassung den Verkauf öffentlichen Eigentums. Der Platz und das Gebäude sind derzeit an den Sportverein Traktor Schlalach verpachtet.

An den Autobahn 9 im Fläming wird der seit 2010 errichtete Windpark Schlalach derzeit mit sechs Anlagen komplettiert

An den Autobahn 9 im Fläming wird der seit 2010 errichtete Windpark Schlalach derzeit mit sechs Anlagen komplettiert.

Quelle: Thomas Wachs

„Das soll auch künftig so bleiben“, sagt Ortsvorsteher Marcel Just. Er gehört dem Rat der Stiftung an. Diese möchte das Areal mit dem Ankauf langfristig für öffentliche Zwecke sichern und zum Dorfzentrum entwickeln. Gemeindehaus und Jugendclub könnten dort neu angesiedelt werden. Denn ihr jetziges Domizil an der Kirche steht aktuell für einen geplanten neuen Kindergarten im Dorf zur Debatte.

„Zudem könnten die Tischtennisspieler von Blau-Weiß womöglich bald ein neues Domizil benötigen, wenn ihnen der private Saal der ehemaligen Gaststätte für Training und Wettkampfbetrieb mal nicht mehr zur Verfügung stehen sollte“, erklärt Marcel Just. Erwogen werde der Bau eines weiteren Gebäudes hinter dem jetzigen Vereinsheim.

Bürger wollten den Windpark

Der Windpark Schlalach wuchs ab 2010 mit zunächst 16 Windräder. Sie haben eine Leistung von je 2,3 Megawatt und erzeugen insgesamt jährlich 75 Millionen Kilowattstunden Strom.

Im Jahr 2016 wurde der Windpark an der Autobahn 9 um weitere sechs Anlagen erweitert.

Schon vor dem Bau des Windparkes wurde aus dem Dorf heraus eine „Arbeitsgruppe Windkraft” gegründet, die sich um die Details kümmerte. Ein Mehrheit der Bewohner hatte sich 2002 für den Windpark ausgesprochen.

Über die Bürgerstiftung sollten alle Bewohner indirekt von den Erlösen des Windparkes profitieren können.

Alle 120 Eigentümer brachten zuvor ihre Grundstück gleichberechtigt in ein Flächenpachtmodell ein, um die Erlöse gerechter zu verteilen. Dazu landen die gesamte Pachtzahlungen in einem einzigen Topf.

Die Bürgerstiftung war im Februar 2010 im Zusammenhang mit dem Bau des Windparks Schlalach gegründet worden, der 2010 zunächst mit 16 Anlagen ans Netz ging. 2016 kamen sechs weitere dazu. Ziel der Stiftung ist es, aus den Zinsen des Stammkapitals von 100 000 Euro – eingezahlt vom Windparkinvestor Enercon – und einem Teil der Zahlungen aus der Stromeinspeisevergütung, die den Grundeigentümern im Windpark jeweils zustehen, Geld für gemeinnützige, kirchliche und mildtätige Zwecke bereit zu stellen. So sollen alle Bewohner der rund 120 Haushalte indirekt von den Erlösen des Windparks profitieren, auch wenn sie im Windpark keine Flächen besitzen.

Die Stiftung hat bereits Projekte, Vereine und Feste finanziell unterstützt. Dazu verzichten Eigentümer der Flächen im „Bürger-Windpark“ auf 0,75 Prozent ihrer Vergütung. Diese Summe fließt zu einer Hälfte in das Stiftungskapital ein. Die andere wird an die Vereine verteilt. Ab 2014 sollten dauerhaft je 50 000 Euro im Jahr an die diversen örtlichen Institutionen zu verteilen sein.

Von Thomas Wachs

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