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Bummi bekommt eine Ausstellung

Schloss Reckahn Bummi bekommt eine Ausstellung

Die Kinderzeitschrift „Bummi“ besteht jetzt seit 60 Jahren. In den ersten Jahrzehnten war es ein kunterbuntes Kindermagazin mit Spiel, Spaß, Bastelbögen und Agitprop. Im Juli öffnet eine Sonderausstellung für „Bummi“ im Reckahner Schloss (Potsdam-Mittelmark). Hier ein erster Blick hinein.

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Bummi und Maxl bei den Nilpferden in Afrika, erschienen 1967

Quelle: Sammlung Hesse

Reckahn. Wer in der DDR aufgewachsen ist, kennt Bummi. Der kleine gelbe Bär war der Titelheld der gleichnamigen Zeitschrift, die sich explizit an Kinder im Vorschulalter richtete. Das Heft gibt es veränderter Form heute noch am Zeitungskiosk, doch an den Bekanntheitsgrad früherer Jahre reicht Bummi heute nicht mehr heran.

Pünktlich zum 60. Jubiläumsjahr der einstmals so beliebten Figur läuft im Rochow-Museum im Schloss Reckahn vom 16. Juli bis zum 10. Dezember eine Sonderausstellung. Unter der Überschrift „Die Kinderzeitschrift Bummi – zwischen Spielzeugland und sozialistischer Ideologie“ haben die Kuratoren Jeanette Toussaint und Ralf Förster verschiedene Aspekte beleuchtet.

FDJ als Herausgeberin

Bummi erschien erstmals am 15. Februar 1957 als Monatszeitschrift in der DDR.

Später erschien sie vierzehntäglich zum Preis von 0,25 Mark mit einer Auflage von 736.300 Exemplaren im Verlag Junge Welt.

Die Zeitschrift wurde offiziell vom Zentralrat der DDR-Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) für Kinder von drei bis sechs Jahren publiziert und erschien im Frei- und Kioskverkauf.

Langjährige Chefredakteurin war Ursula Werner-Böhnke, die namensgebende Bärenfigur wurde von Ingeborg Meyer-Rey gestaltet.

Ursula Werner-Böhne schrieb auch den Text des Bummi-Liedes, das von Hans Naumilkat vertont und in den Musikbüchern der 2. Klasse in der DDR erschien.

Die Zeitschrift Bummi erscheint seit 1991 bei der Pabel-Moewig Verlag KG, die zur Bauer Media Group gehört.

Die Sonderausstellung „Die Kinderzeitschrift Bummi“ beginnt am 16. Juli im Reckahner Schloss. Es gibt ein Begleitprogramm.

„Wenn wir während der Recherche zur Ausstellung inzwischen erwachsen gewordene DDR-Kinder nach Bummi gefragt haben, blickten wir oft in glänzende Augen“, erklärt Toussaint. Die meisten haben aber nur noch die knuddelige Figur vor Augen und können vielleicht das Lied anstimmen vom kleinen Teddybär, der aus dem Spielzeuglande herkam.

Die Kuratoren Jeanette Toussaint und Ralf Förster

Die Kuratoren Jeanette Toussaint und Ralf Förster

Quelle: Christine Lummert

Wie in der Ausstellung zu sehen sein wird, waren die Bummi-Hefte auch ein Mittel, die kleinen DDR-Bürger schon im Kindergartenalter an die sozialistische Ideologie heranzuführen. „Dies stand zwar nicht absolut im Mittelpunkt der Hefte, aber über die Jahre sind immer wieder solche politischen Schwerpunkte zu erkennen“, sagt Förster. „Da ging es dann um das klassische Schwarz-Weiß-Muster vom guten Osten und dem bösen Westen.“

Bummi grüßt die Soldaten der NVA

Bummi grüßt die Soldaten der NVA.

Quelle: Christine Lummert

Im Gegensatz dazu stand das Bemühen, die Kleinsten mit kindgerechten Geschichten und Bildern zu unterhalten, ihnen die Natur und ihren Lebensalltag zu erklären und durch Bastelbögen, Mitmach-Aktionen und Spielideen zu begeistern. Die Kinder sollten nützliche Tugenden, wie den sparsamen Umgang mit dem eigenen Geld und Hilfsbereitschaft lernen oder sportlich und musikalisch aktiv werden. „Das ist ja erst einmal überhaupt nicht negativ, aber ab und an ist dann wieder Bummi auf einem Bild mit Soldaten der Volksarmee zu sehen, die den Frieden sichern und die sozialistische Idee gegen das Böse jenseits der Grenze verteidigen müssen“, sagt Förster.

In der Ausstellung werden auch Bummi-Lauflernschuhe gezeigt

In der Ausstellung werden auch Bummi-Lauflernschuhe gezeigt.

Quelle: Christine Lummert

In insgesamt fünf Ausstellungsräumen will man die verschiedenen Facetten der Zeitschrift von der Gründung bis in die heutige Zeit darstellen. „Wir zeigen Interviews mit einigen Redakteuren sowie einige Bilder von Illustratoren, die die Bummi-Hefte gestaltet haben“, erklärt Toussaint.

Den Mitmach-Aktionen ist ein Teil der Ausstellung gewidmet und die ganze Produktwelt, die sich aus dem Bummi-Heft entwickelt hat, wird ebenfalls vorgestellt. Die reicht von Bummi-Lauflernschuhen, über Schallfolien bis hin zu Bummi-Filmen, die vor allem in den 60er Jahren produziert wurden und einen ganz besonderen Blick auf die Figur erlauben.

Illustration aus „Bummi in Afrika“, erschienen 1967

Illustration aus „Bummi in Afrika“, erschienen 1967.

Quelle: Sammlung Hesse

Von Christine Lummert

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