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Potsdam-Mittelmark Bund fördert Sprachprojekt in der „Mäuseburg“
Lokales Potsdam-Mittelmark Bund fördert Sprachprojekt in der „Mäuseburg“
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19:48 29.08.2016
Mit bunten Steinchen erzählen die Kinder Daniela Reeder (l.) und Kitaleiterin Heike Jankowski selbst erdachte Geschichten. Quelle: H. Helwig
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Stahnsdorf

Der Pinguin ist in Seenot. Wer kann ihn retten?, fragt Sprachtherapeutin Daniela Reder die Kinder der „Froschgruppe“ der Stahnsdorfer Musik-Kita „Mäuseburg“. Na, ein Rettungsschiff, sagen die Fünfjährigen. Doch wie kommt der Pinguin auf das Schiff? Der Käpt’n wirft den Anker und der Pinguin zieht sich an der Kette hoch. Der Käpt’n hat eine Leiter an Bord und hält diese an der Schiffswand dem Pinguin entgegen. Ein Hubschrauber kommt, landet auf dem Schiff und bringt den Pinguin nach Hause.

Solche und ähnliche Geschichten denken sich die Kinder aus, wenn Daniela Reder alle zwei Wochen in die Gruppen kommt und ihre kleinen selbstbemalten Steinchen mit den lustigen Bildern auspackt. „Die Kinder entwickeln eine Ausgangssituation weiter und nehmen ihre Geschichte auch mit, um sie vielleicht beim nächsten Mal fortsetzen oder mit verwenden zu können.“ Je öfter die Kinder die Geschichte erzählen, um so mehr prägt sie sich bei ihnen ein und fördert ihre Sprachentwicklung, sagt die studierte Patholinguistin.

Für dieses Projekt in der Kita „Mäuseburg“ erhält die Gemeinde Stahnsdorf aus dem Förderprogramm „Sprachkitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesfamilienministeriums in den nächsten vier Jahren eine jährliche Zuwendung von 25 000 Euro. Stahnsdorf legt noch etwas drauf, so dass Daniela Reder auch mit den Kindern in den Kitas „Waldhäuschen“, „Spatzennest“, „Buddelflink“ und „Im Regenbogenland“ arbeiten kann.

Jetzt soll es ab 1. Januar 2017 bis 2020 eine zweite Förderwelle geben, für die noch einmal bundesweit 600 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen, wenn der Bundestag dem Bundeshaushalt mit diesen Mitteln zustimmt, teilt die Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein (SPD) mit. Voraussichtlich bis zum 30. September dieses Jahres läuft ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren, bei dem sich gerade kleinere Kitas im ländlichen Raum, aber auch große Einrichtungen mit mehr als 160 Kindern um eine Förderung bewerben können. Die Kita“Mäuseburg“ ist mit dabei.

Über den knuffigen Max erzählt Daniela Reder den Kindern Geschichten, die die Handpuppe stellvertretend für sie erlebt hat. Dann sparen die Kleinen nicht mit eigenen Erfahrungen und Tipps, wie Max geholfen werden kann. Zu den Krippenkindern geht die Therapeutin mit Figuren und einem blauen Tuch, das einen See symbolisieren soll. Bei den Jüngsten muss sie die Geschichten noch selbst erzählen. Oder sie holt verschiedene Autos aus einem Köfferchen, und bei manchem Kleinkind ist aus dem „Brrrmmm, Brrrmmm“ auch ab und zu schon ein „A-u-t-o“ geworden.

15 Minuten bei den Jüngeren und etwa 30 Minuten bei den Älteren dauern jeweils die Runden, bevor die Konzentration der Kinder merklich nachlässt. Sie werden dabei aufgeschlossener und erzählen ihre Geschichten logischer und in komplexeren Abläufen, hat die 34-Jährige festgestellt. Im zweiten beziehungsweise dritten Lebensjahr der Kinder verteilt Daniela Reder Fragebögen an die Eltern, um sich über die Sprachentwicklung in der Familie zu informieren. Mit zwei Jahren sollte ein Kind 50 Worte beherrschen und zwei Worte miteinander koppeln können. Ein Jahr später sollte es einfache Sätze sprechen können. Rund 90 Prozent der Fragebögen kommen ausgefüllt zurück. „Die Gruppen könnten etwas kleiner sein“, wünscht sich die Sprachpädagogin manchmal. „Dann könnte ich noch gezielter mit den Kindern arbeiten.“

Auch Kitas in Potsdam und Werder werden gefördert

Fördermittel für die Sprachförderung erhalten auch die Awo-Kita „Kinderland“, die paritätische Kita „Sonnenschein“ sowie der Fröbel-Kindergarten und Hort „Sternchen“ in Potsdam und die Kita „Werderaner Früchtchen“ in Werder.

Im Bundesprogramm, das im Januar gestartet wurde, werden derzeit mehr als 3750 Maßnahmen gefördert.

In der Kita „Mäuseburg“ werden derzeit 172 Kinder in vier Krippen- und acht Kindergartengruppen betreut.

In der „Mäusepost“ werden Geschichten der Kinder veröffentlicht und den Eltern Tipps für die Sprachförderung ihrer Kinder zuhause gegeben. Das Infoheftchen wird kostenlos an die Eltern abgegeben. Die nächste Ausgabe erscheint in dieser Woche.

Von Heinz Helwig

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