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Bundeswehr-Schießlärm stresst die Anwohner

Brück/Lehnin Bundeswehr-Schießlärm stresst die Anwohner

Rund um den Truppenübungsplatz Brück/Lehnin (Potsdam-Mittelmark) nehmen Lärmbelästigung und Erschütterungen infolge von Schießübungen der Bundeswehr derzeit wieder zu. Prompt wird der Protest dagegen lauter. Die Kommunalpolitiker wollen das Gespräch suchen mit der Bundeswehr.

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Bei der Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Lehnin/Brück geht es regelmäßig beim Schießtraining auch lauter zu.

Quelle: Julian Stähle

Borkwalde. Die Kritik am Schießlärm vom Truppenübungsplatz Lehnin-Brück wird immer lauter. Sie passt sich damit dem Geschehen auf dem Schießplatz an. Beeindruckend ist eine dreieinhalb Minuten lange Audiodatei auf der Internetplattform „Borkwalde bloggt“. Dort sind nicht nur die sehr lauten Schüsse zu hören, sondern das darauf folgende Gebell.

Den Menschen geht es nicht besser, wie sie in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Borkwalde berichteten. Erika Neemann-Westphal schilderte die Wirkung von Druckwellen, die regelmäßig die Alarmanlage an ihrem Haus auslösen. „Ich muss dann den Wachschutz bezahlen“, klagte die engagierte Bürgerin, die auch sachkundige Einwohnerin im Finanzausschuss der Waldgemeinde ist.

Die Vorsitzende der Fraktion Notgemeinschaft Marion Urban berichtete von ihren Gesprächen mit der Kommandantur. „Mir wurde gesagt, dass die Beschwerden nach Straußberg weiter gegeben werden und man sich bei mir meldet“, sagte die Abgeordnete. Bisher sei jedoch noch keine Nachricht von dort angekommen. Die Unmutsäußerungen häufen sich in den vergangenen Wochen.

Die meisten der Petenten sind sich sicher, dass einerseits das im Winter fehlende Laub des Mischwaldes die Lärmschutzfunktion gemindert hat, andererseits aber auch die Intensität der Übungen zugenommen hat. Und das obwohl keine besondere Übung angekündigt worden ist. „Ich kann es selbst bei uns zu Hause spüren“, bestätigte Marko Köhler die Beobachtungen der Anlieger. Der Amtsdirektor wohnt etliche Kilometer vom Schießplatz entfernt in Brück-Gömnigk. Auch Wolfgang Winkler in Borkheide staunt. „Sonst war es in den vergangenen Jahren ruhiger“, sagt der Rentner. „Vermutlich hat sich etwas am Übungsbetrieb verändert?“, mutmaßt er mit Nachbarin Christa Nagel. In der Gemeindevertretung Borkwalde wurde überlegt, ob größere Kaliber als bisher angegeben zum Tragen kommen.

Während die Abgeordneten in der Kindertagesstätte „Regenbogen“ tagten, waren Maschinenpistolensalven und dumpfere Geräusche samt Druckwelle zu spüren. Am Horizont erhellten Leuchtraketen die Szenerie.

Die Auswertung aller Schießübungen der vorigen Wochen ergab, „dass die beschriebene Druckwellen aus Schießübungen mit der Panzerfaust herrühren“, teilte die Bundeswehr mit. „Diese erzeugt einen Abschuss- sowie Detonationsknall beim Einsatz“, heißt es auf Anfrage der MAZ. „Die erhöhte Wahrnehmung des Schießlärmes als auch der Druckwellen liegt in diesem Fall weniger an der Vegetation sondern an der herrschenden ungünstigen Wetterlage. Die Schall- und Druckwellen sind von der tief hängenden Wolkendecke wieder in Richtung des Bodens reflektiert worden“, teilte eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit.

Vorerst bleibt es bei Erklärungsversuchen. Eine Lärmpegelmessung hat vor mehr als einem Jahr stattgefunden. Wie die MAZ jetzt erfuhr, sollen die Ergebnisse im ersten Quartal 2018 veröffentlicht werden.

Der Brücker Verwaltungschef Marko Köhler teilte mit, dass er demnächst gemeinsam mit Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner bei der Bundeswehr vorstellig werden will. Borkwaldes Bürgermeisterin Renate Krüger schlug vor, dass die Bundeswehr in die Gemeindevertretung eingeladen wird.

„Der Lärm ist jetzt genauso schlimm, wie in der Zeit als sich die Bürgerinitiative im Ort gegründet hat“, sagt die Ortschefin. Womöglich ist es der Anlass für ähnliches Engagement.

Von Andreas Koska

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