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Bundeswehr stellt Fläming-Kaserne bereit

Asylquartier am Schießplatz Lehnin-Brück Bundeswehr stellt Fläming-Kaserne bereit

Die Stadt Brück bekommt eine weitere Massenunterkunft für Asylbewerber. Am Rande des Übungs- und Schießplatzes Lehnin-Brück stellt die Bundeswehr in der Fläming-Kaserne zwei voll möblierte Gebäude sowie einen Veranstaltungssaal zur Verfügung. Anfang Dezember sollen dort bis zu 179 Personen Platz finden.

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In der Brücker Fläming-Kaserne wohnen ab Dezember auch Asylbewerber.

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Der Zuzug von Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern wächst in Brück abermals. Anfang Dezember sollen knapp 180 Personen zwei Betten-Gebäude der Fläming-Kaserne beziehen. Zudem stellt die Bundeswehr auf dem Gelände am Rande des Truppenübungsplatzes Lehnin-Brück ihren bislang für Veranstaltungen genutzten Seydlitz-Saal zur Verfügung. Dort sollen aber keine Betten aufgestellt werden. Damit erhält die Stadt Brück nach dem Anlaufpunkt im Gewerbegebiet eine zweite Massenunterkunft für Flüchtlinge.

Das künftige Asylquartier in der Brücker   Kaserne grenzt an den Schießplatz an

Das künftige Asylquartier in der Brücker Kaserne grenzt an den Schießplatz an.

Quelle: Th.Wachs

Für den für die Betreuung von Asylbewerbern zuständigen Landkreis Potsdam-Mittelmark sei dieses Paket „ein super Angebot“, bestätigt Andrea Metzler. Denn zur Verfügung gestellt werden komplett möblierte Zimmer, inklusive Bettwäsche. Zudem entfalle eine Miete, sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung. Der Landkreis müsse in der zunächst bis 2017 vereinbarten Nutzungszeit lediglich eine Pauschale für die Betriebskosten entrichten. Freilich stehen zunächst auch Investitionen an. So müssen für die neue Nutzung noch vier Treppengerüste als zusätzliche Fluchtwege an die Gebäude angebaut werden. Zudem ist ein neuer Zaun nötig, um das künftige Asylquartier vom militärischen Sicherheitsbereich des angrenzenden, weitläufigen Schießplatzes abzugrenzen. Alles in allem rechnet die Verwaltung mit einem Investitionsbedarf von maximal 40 000 Euro. Zudem müsse die Belegung sensibel erfolgen. Denn für zum Teil traumatisierte Flüchtlinge aus Kriegsgebieten sei eine Unterbringung an dem weiterhin genutzten Schießplatz mit entsprechendem Geschosslärm nicht ideal, heißt es aus der Verwaltung.

Ehrenamtliche Hilfe

In Brück wurde bislang Platz zur Unterbringung von bis zu 370 Asylbewerbern geschaffen. Neben dem umgebauten Verwaltungssitz eines Unternehmens im Gewerbegebiet werden dessen Low-Cost-Häuser genutzt.

Neben den Sozialarbeitern engagieren sich ehrenamtliche Helfer für die Integration. Sie haben die Initiative „Brück hilft“ mit nunmehr sechs Arbeitsgruppen strukturiert.

Die Telefonnummern der einzelnen Gruppen sind in der Amtsverwaltung Brück, 03 38 44/6 20, hinterlegt. Interessenten erhalten dann einen Rückruf von den Helfergruppen.

In den beiden früheren Kompaniegebäuden stehen insgesamt 250 Betten zur Verfügung. Nutzen kann der Landkreis davon exakt 179. Denn die Vorgaben zur Unterbringung von Flüchtlingen sehen pro Person sechs Quadratmeter Wohnfläche vor. Insgesamt rechnet der Landkreis nach aktuellsten Angaben vom Donnerstag dieses Jahr mit rund 3000 Asylbewerbern. Allein bis Jahresende seien noch rund 1000 Zuzügler zu betreuen. „Dabei arbeiten wir schon an der Grenze des Machbaren“, sagte Wolfgang Blasig (SPD). „Zelte und Sporthallen halte ich nicht für geeignete Quartiere“, so der Landrat. Er erwartet „praktikable Lösungen aus dem Kanzleramt“, um Kommunen zu entlasten. Zudem müssten „Land und Bund ihre Schlagzahl deutlich erhöhen, um zentrale Aufenthaltsstellen zu schaffen und das Asylverfahren zu beschleunigen“, so Blasig.

Probleme wachsen für die Stadt Brück

Auch für die Stadt Brück bedeutet die wachsende Zahl von Asylbewerbern einige Herausforderungen. Zwar stieg die Einwohnerzahl somit seit März fast sprunghaft um rund 15 Prozent. „Leider kommen die Einnahmen nicht in gleichem Maße hinterher“, sagte Christian Großmann. „Denn die daraus abgeleiteten Mehreinnahmen aus der Schlüsselzuweisung kommen der Stadt erst in zwei Jahren zu gute“, sagte der Amtsdirektor am Donnerstagabend vor Stadtverordneten. Von den bislang rund 350 Zuzüglern sind 95 im Alter unter 18 Jahren. Viele davon sind somit schulpflichtig. Doch die angesichts des Platzmangels in Brück kürzlich in Treuenbrietzen eröffnete Willkommensklasse ist bereits voll belegt. „Auch die Niemegker können wegen des Umbaus ihrer Schule nicht helfen und in Golzow wurde die obere Etage stillgelegt“, berichtete Großmann von vergeblichen Anfragen. Die für den Fläming zuständige Schulrätin, Heike Noll, denke daher bereits „über eine Beschulung von Flüchtlingskindern außerhalb von Schulen nach“, teilte der Brücker Amtsdirektor mit.

Klare Fakten gegen Gerüchte

Matthias Schimanowski (Pro Brück) forderte abermals von der Amtsverwaltung „mehr offensive Informationen zum Asylthema für die Brücker Bürger“. Damit sollten die tatsächliche Situation und die Hilfsstrukturen erklärt werden, „um gegen Gerüchte anzugehen, die zum Teil unerträglich sind“, sagte der Stadtverordnete am Donnerstagabend.

Von Thomas Wachs

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