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Potsdam-Mittelmark Bundeswehr stellt in Brück drei Gebäude bereit
Lokales Potsdam-Mittelmark Bundeswehr stellt in Brück drei Gebäude bereit
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02:16 04.12.2015
Drei Gebäude der Brücker Fläming-Kaserne werden nun Asylquartier. Am Dienstag übernahmen Vertreter des Kreises die Immobilien. Quelle: Thomas Wachs
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Brück

In der Fläming-Kaserne bei Brück-Ausbau rücken die Soldaten zusammen, um Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge unterzubringen. Am Dienstag sind zwei von fünf Unterkunftsgebäuden von der Bundeswehr an den Landkreis Potsdam-Mittelmark übergeben worden. Er quartiert dort ab der nächsten Woche Zuzügler ein. Aus bislang 250 Betten für Soldaten, die während ihrer Trainingseinsätze auf dem angrenzenden Übungsplatz Lehnin in der Kaserne wohnen, wurden nun 179 Plätze für Flüchtlinge. Neben 64 Räumen stellt die Bundeswehr auf dem Gelände auch ihren bislang für Veranstaltungen genutzten Seydlitz-Saal zur Verfügung.

Dort sollen aber keine Betten aufgestellt, sondern die Essenversorgung organisiert werden. Anders als in bisherigen Unterkünften stehen den Bewohnern in der Kaserne nämlich keine Gemeinschaftsküchen zur Selbstversorgung zur Verfügung. „Die Verpflegung wird hier über ein Cateringunternehmen angeliefert und im Seydlitz-Saal ausgegeben“, erklärt Christian Stein gegenüber der MAZ. „Die Bedingungen in den Gebäuden hier sind bestens“, sagte er am Dienstag. Der Vizelandrat übernahm am Nachmittag drei Gebäude offiziell von Major Bastian Schad, dem Kommandanten des Übungsplatzes.

Komplett möblierte Zimmer übergeben

Zur Verfügung gestellt werden komplett möblierte Zimmer, inklusive Bettwäsche. Gemeinschaftsbäder und Aufenthaltsräume gehören ebenso zum Paket. Im Rahmen eines Amtshilfeersuchens entfällt für die Immobilien eine Miete. Der Landkreis muss in der zunächst bis 2017 vereinbarten Nutzungszeit lediglich eine Pauschale für die Betriebskosten entrichten. „Dieses Jahr können wir die noch nicht genau zu beziffernden Kosten noch aus dem laufenden Haushalt decken“, so Stein. Insgesamt werden zu den 1850 Asylbewerber im Kreis noch 1150 weitere bis Jahresfrist erwartet. „Nächstes Jahr müssen wir über eine Aufstockung des Haushaltes nachdenken“, sagte der Vizelandrat in Brück.

Wachschutz und Zaun zum Schießplatz verstärkt

Im neue Quartier werden erste Bewohner erwartet, „sobald die Frage des Wachschutzes geklärt ist“, sagte Martin Rätz. „Dieser muss angesichts der Nähe zu Schießplatz und Kaserne auf drei Personen aufgestockt werden“, erklärte der Leiter der neuen Stabsstelle Asyl im Landratsamt. Der Sicherheit dient auch ein eigens errichteter, 600 Meter langer und mit Stacheldraht besetzter Bauzaun. Er grenzt das nun vom Landkreis betriebene Areal vom weiterhin militärisch genutzten Sicherheitsbereich ab. Der Zaun verläuft zwischen den Gebäuden sowie an der Zufahrtsstraße in Richtung Brück-Ausbau. Für alle Zusatzarbeiten zur Nutzung des Kasernenareals hat der Landkreis nach Angaben von Martin Rätz „etwas mehr“ als die zunächst veranschlagten 40 000 Euro ausgegeben.

Ein zusätzlicher Zaun trennt das Asylquartier vom militärischen Sicherheitsbereich ab. Quelle: Thomas Wachs

Für das Asylquartier verzichtet die Bundeswehr nun auf 250 ihrer bislang 600 Schlafplätze für Soldaten in der Brücker Fläming-Kaserne. Dies werde zunehmend auch an anderen Standorten im Land praktiziert, sagte Uwe Nowitzki vom Landeskommando Brandenburg. „Eine weitere Aufstockung des Asylquartiers in Brück ist aber nicht möglich. Der Betrieb des Schießplatzes muss uneingeschränkt weitergehen“, so der Oberstleutnant.

Kommune und Helfer stoßen an ihre Grenzen

Auch der Brücker Amtsdirektor, Christian Großmann, verwies auf die wachsenden Herausforderungen bei der Asylthematik. Die Kommune wie auch die ehrenamtlichen Akteure der Gruppe „Brück hilft“ stießen zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Denn mit dem neuen Übergangswohnheim in der Kaserne erhält die Stadt Brück nach dem seit März genutzten Anlaufpunkt mit derzeit rund 380 Bewohnern im Gewerbegebiet eine zweite Massenunterkunft für Flüchtlinge. Darunter sind bereits jetzt rund 90 Kinder und Jugendliche. „Für sie reichen die Kapazitäten in Schulen und Kindereinrichtungen so spontan nicht“, sagte der Brücker Verwaltungschef.

Die Belegung des neuen Asylquartiers soll mit Hinweis auf den weiterhin erfolgenden Schießbetrieb erfolgen. „Wir sind uns bewusst, dass dies für zum Teil traumatisierte Flüchtlinge aus Kriegsgebieten ein Problem werden könnte“, sagte Vizelandrat Christian Stein. Betreiber des Heimes wird wieder der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark sein. Er wird zur Betreuung der Bewohner zwei Stellen für Sozialarbeiter einrichten.

Major Bastian Schad ist Kommandant der Brücker Fläming-Kaserne. Quelle: Thomas Wachs

Interview:

Bastian Schad ist Kommandant des Truppenübungsplatzes Lehnin. In der Fläming-Kaserne hat der Major drei Gebäude als Asylquartiere an den Landkreis übergeben.


MAZ:
Herr Schad, wie muss sich die Bundeswehr jetzt räumlich einschränken, weil zwei Gebäude und der Saal nun fehlen?

Bastian Schad: Es ist schon so, dass uns die Räume fehlen werden. Sie waren ja bis zum Wochenende noch voll belegt mit Truppen, die auf dem Platz üben. Einen Puffer hatten wir nicht.

Die Soldaten müssen künftig also enger zusammenrücken?

Schad: So ist es. Wenn es geht werden wir den Biwakplatz stärker anbieten. So muss bei Übungen, die zwei bis drei Wochen dauern können, eben öfter auch mal gezeltet werden. Und Truppen, die keine so weite Anfahrt haben, werden häufiger zur Heimatkaserne pendeln müssen.

Von Thomas Wachs

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