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Bunte Stühle im Pflanzenmeer

Langerwisch Bunte Stühle im Pflanzenmeer

Sie stehen am Eingang, am Café, in der Baumschule, im Rosenbeet oder sie hängen in der Luft: 120 buntbemalte Stühle bringen derzeit noch mehr Farbe ins Rosengut Langerwisch. Sie gehören Kindern der Grundschule Michendorf, die mit einer Berliner Künstlerin Regenbogenstühle geschaffen haben. Sie sind unverkäuflich – mit Ausnahme von drei Exemplaren.

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Luca (10) aus der Klasse 3b mit seinem Regenbogenstuhl, der für die Ausstellung im Rosengut in einem Regal neben Topfpflanzen einen Platz bekommen hat.

Quelle: Friedrich Bungert

Langerwisch. Wer im Rosengut Langerwisch auf der Suche nach Zimmerpflanzen oder Balkonblumen ist, stößt jetzt auch auf ein ganz neues Gartencenter-Sortiment, das mindestens ebenso bunt ist, aber unverkäuflich. 120 Stühle im Kolorit des Regenbogens bringen nun noch mehr Farbe ins Rosengut. Sie stehen am Eingang, im Café-Bereich, in der Baumschule, im Rosenbeet oder hängen in der Luft. Sie gehören Kindern der Grundschule Michendorf, die vor den Ferien in einer Woche mit der Künstlerin Jutta Poppe 140 Sitzgelegenheiten – kleinen, großen, dicken, dünnen – Farbe gegeben haben. Die meisten dieser Regenbogenstühle sind nun Teil einer Ausstellung, die am Samstag im Rosengut eröffnet wurde und noch bis zum 4. September zu sehen ist. Danach erhalten die Kinder sie zurück – jedes Kind seinen Stuhl. Die mit goldener Schrift handsignierten Stühle sind deshalb unverkäuflich – mit Ausnahme von drei Exemplaren, die in einem Gemeinschaftswerk von Lehrern, Eltern, Hausmeister, Künstlerin und Kinder entstanden und versteigert werden sollen. Die am Samstag geplante Auktion wurde allerdings verschoben – auf einen besonderen Tag nach der Urlaubszeit, damit mehr mitsteigern können. Am 18. November kommt Katja Ebstein ins Rosengut zum Benefiz-Konzert. Die Sängerin gibt das Konzert zugunsten von Projekten der Katja Ebstein Stiftung, mit denen Kinder aus schwierigem sozialen Umfeld geholfen werden soll. „Das ist dann ein größerer Rahmen für die Versteigerung und passt auch gut“, so Rosengut-Geschäftsführer Gerhard Bräutigam. Das Geld aus der Versteigerung der drei Stühle soll für Projekte des Fördervereins der Grundschule verwendet werden.

„Die Ausstellung im Rosengut ist eine große Würdigung für die Kinder und ihre Kunst. An so etwas wächst ihr Selbstwertgefühl, selbst Dinge zu schaffen“, sagt Schulleiterin Birgit Lohmann. Im Gartencenter steht zum Beispiel der Regenbogen-Stuhl von Luca (10) aus der 3b im Regal neben einer Topfpflanze. Genau genommen hat Luca einer Stufenbank von Ikea ein farbenfrohes Aussehen verpasst. Nach der Ausstellung soll sie daheim in der Küche stehen und Luca und seiner Schwester Luna (1) als Aufstiegshilfe dienen, wenn sie etwa ein Glas aus dem Schrank holen oder beim Backen mit anpacken wollen. „Es kommt dann noch mehr Farbe in die Küche“, sagt Susann Bentin, die Mutter der beiden. Birgit Ludwig erkannte schon beim Hineinkommen den Stuhl ihrer Tochter: „Emily, das ist bestimmt dein Stuhl.“ Genau. Emily (8) malt überall Herzchen hin, erzählt die Mutter – auf Bildern, in Briefen. Ihr Stuhl hat an der Lehne gleich drei Herzchen bekommen. Die Achtjährige ist mit ihrer Familie gerade erst aus Reutlingen (Baden-Württemberg) nach Michendorf gezogen. Weil nach dem Umzug kein Stuhl zum Bemalen griffbereit war, erhielt sie einen ausrangierten Schulstuhl. Er soll nach der Rosengut-Schau im Wohnzimmer stehen. „Es ist ja das erste persönliche Stück, das sie mit einbringt“, sagt die Mutter.

Kunst-Aktion

Zum Bemalen der Stühle hatte die Berliner Künstlerin Jutta Poppe die Kinder der Grundschule Michendorf an die Farbtöpfe gerufen.

Sie hat sich das bundesweite Kunstprojekt „Regenbogenstuhl“ ausgedacht und in Michendorf Fans gefunden.

140 Schulkinder malten spontan drauf los, Farbe und Pinsel sponserten Gewerbetreibende. „Die Regenbogenstühle sind individuell, einzigartig und besonders – so wie jedes Kind es ist“, sagte Jutta Poppe zur Eröffnung der Schau.

 

Von Jens Steglich

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