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Burg Rabenstein braucht einen neuen Pächter

Tourismus Burg Rabenstein braucht einen neuen Pächter

Gastronomie und Ausschank auf der Burg Rabenstein laufen nicht kostendeckend. Deshalb wird der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark die Bewirtschaftung früher als geplant aufgeben. Die Kommune sucht ab sofort einen neuen Pächter. Denn das Gemäuer ist ein Juwel und längst gibt es Buchungen bis ins nächste Jahr.

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Auf der Burg Rabenstein gab es schon düstere Zeiten. Jetzt wird ein Pächter für die leuchtende Zukunft gesucht

Quelle: Dirk Fröhlich

Raben. Die Ära des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins (AAfV) Potsdam-Mittelmark auf der Burg Rabenstein geht zu Ende. Er will nach etwas mehr als der Hälfte der ursprünglich geplanten Laufzeit den noch bis 2031 gültigen Pachtvertrag spätestens zum 31. Dezember kündigen. Das hat Eveline Vogel angekündigt.

Wie die Vorsitzende erklärt hat, ist die Entscheidung eine Folge der Umstrukturierung. Demnach habe der Verein zu Jahresbeginn die Gemeinnützigkeit erlangt. So will er künftig mehr denn ja als sozialer Dienstleister wettbewerbsfähig auftreten können, während der sogenannte zweite Arbeitsmarkt kaum noch als Geschäftsfeld angesehen wird. Der Erhalt eines wirtschaftlich defizitären Unternehmens wie es Gastronomie und Herberge auf dem Steilen Hagen seien, wäre vor dem Hintergrund nicht länger möglich, sagte sie.

Betroffen vom Kurswechsel in Kuhlowitz, wo der AAfV ansässig ist, sind laut Roland Leisegang zunächst einmal neun Mitarbeiter; fünf sind mit unbefristeten Arbeitsverträgen ausgestattet. Sie sind am Montagnachmittag vom Geschäftsführer über den zum Wochenausklang gefassten Entschluss des Vorstandes unterrichtet worden. Für den aktuellen Geschäftsbetrieb ändert sich vorläufig nichts, heißt es. Das historische Gemäuer bleibt geöffnet wie gehabt, alle Buchungen behalten ihre Gültigkeit und die Veranstaltungen sollen wie geplant über die Bühne gehen. Dass die teils schon reservierten Termine 2017 und später ebenfalls erfüllt werden, ist der Wunsch der aktuellen Betreiber der nördlichsten deutschen Höhenburg.

Vorbehaltlich der Prüfung der Kündigung durch die Gemeindevertretung Rabenstein/Fläming und die Amtsverwaltung Niemegk soll das Geschäft nämlich in andere Hände gegeben werden. „Dabei reden wir ausschließlich über eine Neuverpachtung“, sagte Ralf Rafelt. „Ein Verkauf der Burg Rabenstein, dem Juwel der Kommune, steht natürlich nicht zur Debatte“, so der Bürgermeister. Seiner Einschätzung zufolge sei es freilich nicht ratsam, womöglich in einer rechtlichen Auseinandersetzung zu versuchen, den AAfV wider eigenen Willen am Ort zu halten. Dies sagt der Lokalpolitiker nicht zuletzt mit Blick auf viele Millionen Euro aus Förderbudgets, die seit Übernahme der Bewirtschaftung der Burg Rabenstein 1996 in das kommunale Eigentum geflossen sind. Aktuell wird die Straße ausgebaut. Demnächst gibt es Geld aus dem Leader-Programm der Europäischen Union zur Sanierung der Außenmauern.

Wiesenburger Schloßschänke läuft

Mitte der 90er-Jahre hat der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark vier Immobilien nicht zuletzt dank Förderfonds zu gastronomischen Einrichtungen ausgebaut und anfangs teilweise auch betrieben.

Die Wiesenburger Schloßschänke „Zur Remise“ wird inzwischen in Eigenregie von Uwe Zimmermann betrieben.

Nicht so aufgegangen ist der Plan in Alten Brennerei Golzow und auf dem Gutshof Klein Glien, die aber immerhin saniert sind.

Für die Burg Rabenstein/Fläming wird der neue Betreiber künftig bundesweit gesucht. Neben monetären Aspekten soll vor allem des Konzept entscheiden.

Dessen ungeachtet wäre es nicht möglich, das Haus mit Angestellten mindestens kostendeckend zu führen, erklärt Roland Leisegang. Wie groß die finanzielle Lücke ist, die es zu schließen gilt, wollte er dieser Zeitung nicht preisgeben. Die Pacht von 1000 Euro je Monat indes dürfte nicht der größte Ausgabeposten gewesen sein.

Entsprechend zuversichtlich gibt sich nicht zuletzt Thomas Hemmerling. Der Niemegker Verwaltungschef gehört einerseits zur AAfV-Spitze und muss andererseits als Amtsdirektor die kommunalen Interessen wahren. Dies meint nun die Suche nach einem Interessenten, der sich auf Burg Rabenstein engagieren will. Die Kulisse ist intakt. Nach Einschätzung der bisherigen Protagonisten gibt es durchaus noch Potenziale, die nicht ausgeschöpft wurden. „Produkte, Kooperationen und Vermarktung können weiter profiliert werden“, so Eveline Vogel als Wirtschaftsförderin in der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark.

Von René Gaffron

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