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Burgenbus rollt gegen Demografie-Probleme an

Hoher Fläming Burgenbus rollt gegen Demografie-Probleme an

Der immer stärker nachgefragte Burgenbus „Hoher Fläming“ ist als „Demografie-Beispiel des Monats April“ ausgezeichnet worden. Brandenburgs Staatskanzleichef, Thomas Kralinski, überreichte die Auszeichnung am Mittwoch in Bad Belzig an Vertreter der vier Kooperationspartner, die das Projekt 2014 auf die Beine gestellt haben.

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Die Akteure des immer stärker nachgefragten Burgenbusses „Hoher Fläming“ sind von Thomas Kralinski (2.v.r.) als „Demografie-Beispiel des Monats April“ ausgezeichnet worden.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Der wachsende Erfolg des Burgenbusses „Hoher Fläming“ hat sich bis in die Landesregierung herumgesprochen. Von dort aus ist das 2014 gestartete Projekt jetzt als „Demografie-Beispiel des Monats April“ ausgezeichnet worden. Staatskanzleichef, Thomas Kralinski, überreichte die Auszeichnung am Mittwoch im Bad Belziger Fläming Bahnhof an Vertreter der vier Kooperationspartner, die das Projekt auf die Beine gestellt haben und seither kontinuierlich ausbauen.

Der Bus verbindet von April bis Dezember auf der Linie 572 über einen etwa 50 Kilometer langen Rundkurs die Burgen Eisenhardt, Rabenstein und das Schloss Wiesenburg miteinander. Fünfmal am Tag rollt der Bus – ab dieser Saison erstmals täglich – zwischen Bad Belzig, Niemegk, Raben und Wiesenburg. Dabei ist die alle zwei Stunden gedrehte Runde mit einer Stunde und zehn Minuten Fahrzeit jeweils auf den Takt der Züge des Regionalexpress 7 am Bahnhof in Bad Belzig abgestimmt.

„Das sorgt so für mehr Mobilität im ländlichen Raum. Der Bürgerbus ist ein hervorragendes Angebot“, sagte Thomas Kralinski am Mittwoch in Bad Belzig bei der Würdigung der Projektpartner.

Abgestimmt auf den Takt der Züge

Am Burgenbus sind die Verkehrsgesellschaft Belzig, der Landkreis Potsdam-Mittelmark, der Naturpark Hoher Fläming und die Leader-Aktionsgruppe Fläming-Havel beteiligt. „In den ersten beiden Jahren wurde das Projekt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit aus Mitteln des Europäischen Agrarfonds ELER und aus Landesmitteln unterstützt“, erklärte Eveline Vogel von der Wirtschaftsförderung des Kreises. Die Nutzerzahl stieg von anfangs 2700 auf rund 6500 im vorigen Jahr sehr schnell. Neben Touristen erhalten so auch Einwohner der Region eine verlässliche Verbindung nach Bad Belzig.

„Auch für viele Dorfbewohner ist die Route eine Bereicherung, da vor deren Inbetriebnahme viele Ortschaften in den Schulferien oder an den Wochenenden gar nicht mehr vom Linienverkehr bedient worden waren“, sagt Hans-Jürgen Hennig, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft. Er lobte auch die Kooperation mit dem privaten Omnibusbetrieb Glaser aus Klepzig, der den Burgenbus mit bedient. Heute seien 60 Prozent der Fahrgäste Ausflügler und 40 Prozent Einheimische, so Hennig.

Stetig mehr Fahrgäste

Die Burgenlinie Hoher Fläming schreibt seit ihrer Gründung im Jahr 2014 eine Erfolgsgeschichte.

Anfangs verkehrten die Busse nur an Wochenenden und Feiertagen für Touristen. Später kamen Touren in den Ferien hinzu.

Waren es 2014 rund 2700 Fahrgäste auf der Linie, verdoppelten sich die Nutzerzahlen ein Jahr später bereits.

Im Jahr 2016 wurden dann etwa 6500 Fahrgästen registriert.

Eine Befragung hat ergeben, dass gut die Hälfte der Tagesausflügler als Nutzer des Burgenbusses aus Berlin stammt.

Aus Sicht von Thomas Kralinski trage das Projekt zur Daseinsfürsorge für die Region bei. Solche Kooperationen seien nötig, „um aus der Abwärtsspirale bei der Bevölkerungsentwicklung einen Aufwärtstrend zu machen“. Der Burgenbus sei ein gutes Beispiel dafür, wie die Herausforderungen des demografischen Wandels mit immer älteren, aber auch immer gesünderen Menschen gemeistert werden können.

Regionale Wirtschaft profitiert

Gleichzeitig profitierten von den steigenden Touristenzahlen zudem die regionale Wirtschaft wie Gastwirte, Ferienhaus- und Hotelbetreiber sowie ortsansässige Künstler. „Der Schlüssel zu diesem Erfolg ist das Zusammenspiel regionaler Partner“, so der Chef der Staatskanzlei.

Das bestätigt beispielsweise Antje Kienow vom Familienhotel „Brandtsheide“ in Jeserig/Fläming. „Wir bieten unseren Gästen auch Wandertouren an. Das ist der Burgenbus eine prima Ergänzung zur Tourenplanung“, sagt die Geschäftsfrau. Die nun täglich gebotenen Touren seien bei Besuchern auf Tourismusmessen „bereits gut aufgenommen worden“, so Kienow.

Die Burgenlinien bedient den Fläming-Bahnhof als zentralen Anlaufpunkt für Touristen

Die Burgenlinien bedient den Fläming-Bahnhof als zentralen Anlaufpunkt für Touristen.

Quelle: Thomas Wachs

Juliane Wittig vom Naturpark „Hoher Fläming“ geht davon aus, dass der neue Takt weiteren Aufschwung für die Burgenlinie bringen wird. Die erneute Auszeichnung für das Projekt trage vor allem dazu bei, es bekannter zu machen. Heiko Bansen von der LAG Fläming-Havel wünscht sich dafür auch einen Ausbau des Radwegenetzes in der Region. Schon jetzt ist die Mitnahme von Fahrrädern und auch von Rollstuhlfahrern im Burgenbus möglich.

Potsdam-Mittelmarks Landrat, Wolfgang Blasig (SPD), hält solche und weitere Mobilitätskonzepte für die Fläming-Region für nötig, um entlang der Verkehrsader des RE 7 auch als Zuzugsgebiet weiter „langsam zu wachsen“. Bei Entfernungen von 70 bis 80 Kilometern bis zum Berliner Zentrum und Fahrzeiten von gut einer Stunde sieht Blasig den Süden des Landkreises als „Wachstumsregion in der zweiten Reihe, wo schon heute Baugrundstücke in einigen Orten knapp werden“.

Von Thomas Wachs

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