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Burgmuseum Ziesar braucht mehr Besucher

Stadt bittet Potsdam-Mittelmark um höheren Zuschuss Burgmuseum Ziesar braucht mehr Besucher

Dem Burgmuseum in Ziesar könnte es besser gehen. Seit Jahren dümpelt die Besucher-Zahl bei 7000 herum. Zur angekündigten Forschungsplattform für die Uni Potsdam ist die einstige Bischofsresidenz nie geworden. Dafür steigen die Betriebskosten. Die Kommune als Träger bittet jetzt den Landkreis um eine Aufstockung der Förderung.

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Museumsleiter Clemens Bergstedt wünscht sich mehr Besucher auf der Burg Ziesar.

Quelle: Foto: Frank Bürstenbinder

Ziesar. Das vor zehn Jahren auf der Burg Ziesar eröffnete Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters steht am Scheideweg. Die Besucherzahlen stagnieren auf niedrigem Niveau. Bescheiden ist die überregionale Ausstrahlung geblieben.

Von einer mit großem Brimborium angekündigten Forschungsplattform für Mittelalter-Wissenschaftler ist keine Rede mehr. Spätestens seit dem Ruhestand des Geschichts-Professors und Museumspaten Heinz-Dieter Heimann macht sich die Uni Potsdam rar in Ziesar. Dafür steigen die Betriebsausgaben. Aus Kostengründen wurde die einstige Bischofsresidenz im vergangenen Winter erstmals für vier Monate geschlossen.

Dünne Personaldecke

Die Personaldecke ist dünn. Museumsleiter Clemens Bergstedt schiebt Tresendienst, statt sich um die inhaltliche Ausrichtung des Hauses kümmern zu können. „Hier gibt es jetzt nichts mehr zu sparen“, schildert ein nachdenklich gewordener Museumschef. Von der Euphorie der Eröffnung, als nach drei Monaten der 10.000. Besucher besucht werden konnte, ist nichts mehr zu spüren. Selbst der Deutsche Wandertag 2012 im benachbarten Fläming und jetzt die Buga im ebenso nahen Havelland haben nur wenige Versprengte auf die Burg gespült.

Inklusive Bergfried

Die Dauerausstellung im Burgmuseum besteht aus 21 Räumen. Auf rund 1000 Quadratmetern ist die Christianisierung der Mark Brandenburg das beherrschende Thema. Wichtigstes Exponat ist die Burganlage selbst, die von Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1570 Bischofsresidenz war.

Der Eintritt ins Museum kostet seit der Eröffnung vor zehn Jahren unverändert fünf Euro. Die Karte berechtigt auch zum Aufstieg auf den 32 Meter hohen Bergfried. Inkludiert ist ein Kaffee-Gutschein für das Burg-Hotel sowie ermäßigter Eintritt ins Zisterziensermuseum Lehnin, ins Dommuseum und ins Landesmuseum (Paulikloster).

Als Reaktion auf die bedenkliche Entwicklung in dem für mehrere Millionen Euro Fördermittel eingerichtetem Museum hat Ziesars Stadtverordnetenversammlung einen schriftlichen Hilferuf an den Landkreis verabschiedet. Potsdam-Mittelmark unterstützt den Museumsbetrieb auf der Burg jährlich mit 40.000 Euro aus dem Kreisetat. Dieser Posten möge doch aufgestockt werden, bittet Ziesar auf Initiative der CDU-Fraktion. Vielleicht um 10.000 oder 20.000 Euro. „Allerdings nicht mit der Maßgabe den städtischen Haushalt zu sanieren. Das zusätzliche Geld soll für Projektarbeit, Sonderausstellungen und Museumspädagogik verwendet werden“, sagte Bürgermeister Dieter Sehm. Entschieden ist noch nichts. Angeblich sieht Kreis-Kulturreferentin Doris Patzer gewisse Chancen für eine Aufstockung, doch das letzte Wort hat der Kreistag.

100.000 Euro von der Stadt

Die unbefriedigende Einnahmesituation beschäftigt auch Amtsdirektor Norbert Bartels: „Ja, wir müssen mehr Leute ins Museum locken.“ Doch mit Geld für Marketing, einer Überarbeitung der seit 2005 zu sehenden Dauerausstellung oder gar für den Ankauf von attraktiven Exponaten kann Museumsleiter Bergstedt nicht rechnen. Aus dem ohnehin klammen Haushalt der Stadt Ziesar fließen jährlich 100.000 Euro in die Unterhaltung des Museums. „Mehr schaffen wir nicht“, so Verwaltungschef Bartels. Derzeit werden drei Vollzeitmitarbeiter finanziert. An den Wochenenden helfen Honorarkräfte bei Führungen aus.

Ob das Burgmuseum mit etwas mehr Zuschuss des Kreises aus seinem Tief findet, ist für Museumsleiter Bergstedt eher fraglich: „Die Rahmenbedingungen in Ziesar bleiben schwierig.“

Von Frank Bürstenbinder

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